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Delivery Hero Aktie: Uber knackt 36,83 Prozent mit Derivaten

28.05.2026 - 22:02:41 | boerse-global.de

Uber hält 36,83 Prozent an Delivery Hero, bleibt aber knapp unter der Kontrollschwelle. Derivate und ein Hedgefonds-Verkauf heizen die Spekulation an.

Delivery Hero Aktie: Uber knackt 36,83 Prozent mit Derivaten - Foto: über boerse-global.de
Delivery Hero Aktie: Uber knackt 36,83 Prozent mit Derivaten - Foto: über boerse-global.de

Uber bringt Delivery Hero in eine heikle Grauzone. Der US-Konzern meldet eine deutlich größere Position, bleibt bei den direkten Stimmrechten aber knapp unter der Kontrollschwelle. Genau diese Aufteilung macht den Fall spannend: Aktien auf der einen Seite, Derivate auf der anderen.

Uber nähert sich der Kontrollschwelle

Am 27. Mai 2026 veröffentlichte Delivery Hero eine neue Stimmrechtsmitteilung. Uber hält demnach 24,99 Prozent der Stimmrechte aus Aktien und weitere 11,84 Prozent über Instrumente.

Zusammen liegt die Position bei 36,83 Prozent. Das reicht für Schlagzeilen, aber noch nicht zwingend für eine klare übernahmerechtliche Antwort.

Die direkte Beteiligung zählt hier besonders. Nach Darstellung der BaFin beginnt Kontrolle im deutschen Übernahmerecht bei mindestens 30 Prozent der Stimmrechte. Wer diese Schwelle erstmals außerhalb eines freiwilligen Angebots erreicht, muss grundsätzlich ein Pflichtangebot abgeben.

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Bei Uber liegt der direkte Aktienanteil knapp darunter. Gemeldet sind 75.911.043 direkt zugerechnete Stimmrechte. Die offene Frage betrifft deshalb die Instrumente, weil ihre konkrete Struktur über die rechtliche Wirkung entscheiden kann.

Derivate sind der Kern des Falls

Die zusätzlichen 11,84 Prozent laufen über Total Return Swaps. Ein Swap umfasst 13.000.000 Stimmrechte und sieht Barausgleich vor. Ein zweiter Swap über 22.969.512 Stimmrechte ist als „Cash or physical“ beschrieben.

Damit rückt der zweite Vertrag stärker in den Blick. Reuters verwies darauf, dass unklar sei, ob die Struktur ein Pflichtangebot auslöst. Entscheidend könnte sein, ob mit den Derivaten Stimmrechte verbunden sind oder faktisch kontrolliert werden.

Eine zweite Meldung liefert ein auffälliges Puzzleteil. Der Aspex Master Fund senkte seine Position am 25. Mai 2026 von 14,55 Prozent auf 7,56 Prozent. Die genannte Stückzahl entspricht exakt dem „Cash or physical“-Swap in Ubers Meldung.

Delivery Hero nannte in der Aspex-Meldung keinen Käufer. Der Abgleich der Zahlen erklärt aber, warum der Markt jetzt genauer hinschaut. Es geht nicht mehr nur um den Preis, sondern um Kontrolle.

Aktie bleibt trotz Rücksetzer heiß

Der Kurs reagiert mit Gewinnmitnahmen. Die Delivery-Hero-Aktie notiert aktuell bei 38,97 Euro und verliert heute 2,55 Prozent. Auf Monatssicht steht trotzdem ein Plus von 99,44 Prozent.

Das zeigt die Erwartung im Markt. Seit der bestätigten Uber-Offerte hat sich die Spekulation verdichtet, dass aus dem ersten Vorstoß ein formales Angebot werden könnte. Der Rücksetzer wirkt deshalb eher wie ein Atemholen nach einer extremen Rally.

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Die bekannte Ausgangsmarke bleibt Ubers indikatives Angebot. Delivery Hero hatte am 23. Mai 2026 bestätigt, dass Uber 33 Euro je Aktie für ein mögliches öffentliches Übernahmeangebot ins Spiel gebracht hat. Nach Reuters-Informationen nannte die „Financial Times“ später knapp 40 Euro je Aktie für den Aspex-Anteil.

Delivery Hero wollte sich Reuters gegenüber dazu nicht äußern. Uber war zunächst nicht erreichbar. Damit bleibt der offizielle Stand begrenzt, während die Stimmrechtsmeldungen bereits neuen Druck erzeugen.

Der nächste Termin zählt

Der nächste feste Fixpunkt ist die Hauptversammlung am 23. Juni 2026. Bis dahin stehen ein mögliches formales Angebot von Uber, die Einordnung der Kontrollschwelle und neue Aussagen zum strategischen Prüfprozess im Raum. Der Kurs spiegelt bereits viel Hoffnung wider, die rechtliche Antwort fehlt aber noch.

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