Delivery Hero Aktie: Baemin-Deal bis 5,4 Milliarden Dollar
20.05.2026 - 05:34:30 | boerse-global.deDelivery Hero bekommt einen neuen Machtfaktor im Aktionariat. Uber baut seine Position aus, während Prosus weiter zurück muss. Parallel prüft der Essenslieferer offenbar Optionen für Baemin in Südkorea. Genau dort könnte ein Milliardenwert gehoben werden.
Die Aktie notiert am Dienstag bei 31,67 Euro. Das ist ein Plus von 0,86 Prozent und ein neues 52-Wochen-Hoch.
Der Markt preist damit nicht nur bessere Stimmung ein. Er reagiert auf eine mögliche Neuordnung von Einfluss, Kapital und Wachstumsmärkten. Kein Wunder, dass der Kurs zuletzt Tempo aufgenommen hat. In sieben Tagen gewann das Papier 30,17 Prozent, auf Monatssicht sind es 55,47 Prozent.
Uber rückt in Schlüsselposition
Uber hält inzwischen 19,5 Prozent der Anteile direkt. Über Finanzinstrumente und Optionen kommen weitere 5,6 Prozent hinzu. Damit kontrolliert Uber rechnerisch 25,1 Prozent der Stimmrechte.
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Das ist mehr als eine normale Finanzbeteiligung. Eine solche Position kann bei zentralen Beschlüssen Gewicht entfalten. Uber erklärte allerdings, vorerst keine Vollübernahme anzustreben. Auch übermäßigen Einfluss auf Gremien will der Konzern demnach nicht ausüben.
Prosus bewegt sich in die andere Richtung. Der bisherige Großaktionär hat seine Beteiligung reduziert und hält noch rund 17 Prozent. Wegen Auflagen der EU-Kommission soll Prosus unter 10 Prozent sinken.
Der Grund liegt in der Übernahme von Just Eat Takeaway.com durch Prosus. Die Wettbewerbshüter wollen verhindern, dass sich zu viel Einfluss in einem Markt bündelt. Für Delivery Hero verschiebt sich damit die Machtbalance im Aktionariat.
Baemin könnte Kapital freisetzen
Auch im Portfolio kommt Bewegung auf. Uber und Naver sollen ein Konsortium gebildet haben, um Baemin vollständig zu kaufen. Im Gespräch steht eine Bewertung von bis zu 8 Billionen Won, umgerechnet etwa 5,3 bis 5,4 Milliarden US-Dollar.
Baemin ist für Delivery Hero kein Randgeschäft. Die Plattform gehört zu den wichtigen asiatischen Assets des Konzerns. Ein Verkauf könnte Kapital freisetzen und die Bilanz stärken. Er würde aber auch künftiges Wachstum in Südkorea aus der Hand geben.
Naver soll weniger als 20 Prozent anstreben. Damit könnten kartellrechtliche Hürden kleiner ausfallen. Das Ziel wäre eine stärkere Position gegen Coupang Eats. Naver würde zugleich sein Ökosystem aus Suche, Shopping und Mitgliedschaften ausbauen.
Delivery Hero prüft seit Längerem sein Portfolio, die Kapitalverwendung und die Kostenbasis. Verkäufe oder Partnerschaften passen in diese Logik. Der Konzern rückt damit stärker weg von reiner Expansion hin zu Rendite und Kapitaldisziplin.
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Analysten sehen Bewertungsstreit
Die Kursziele zeigen, wie unterschiedlich der Markt die Lage bewertet. Barclays sieht 39,10 Euro und bleibt positiv. JPMorgan bleibt ebenfalls bei einer positiven Einstufung, setzt das Ziel aber nur bei 28,00 Euro.
Die Spanne ist verständlich. Ein Baemin-Deal zu hoher Bewertung würde sofort sichtbar machen, welche Werte im Konzern stecken. Ohne Abschluss bleibt vor allem die Hoffnung auf bessere Kapitalallokation.
Der nächste Kurstreiber liegt damit im Zusammenspiel aus Uber-Einfluss und Baemin-Prozess. Ein Verkauf nahe der genannten Bewertung würde die neue Strategie untermauern. Verzögert sich der Prozess, dürfte der Kurs nach der schnellen Rally mehr Belege verlangen.
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