Delivery, Hero

Delivery Hero Aktie: 4,6 Milliarden für Baemin

03.06.2026 - 18:48:08 | boerse-global.de

Der Juni 2026 wird für Delivery Hero zum Schicksalsmonat: Baemin-Verkauf, Prosus-Fristverlängerung und Ubers knappe Beteiligung prägen die Aktie.

Delivery Hero Aktie: 4,6 Milliarden für Baemin - Bild: über boerse-global.de
Delivery Hero Aktie: 4,6 Milliarden für Baemin - Bild: über boerse-global.de

Drei große Fragezeichen über Delivery Hero – und alle sollen sich im Juni 2026 klären. Der Berliner Lieferdienst treibt den milliardenschweren Verkauf seiner koreanischen Tochter Baemin voran. Gleichzeitig bekommt Großaktionär Prosus mehr Zeit für den Aktienabbau. Und Uber steht mit einer kniffligen Beteiligungskonstruktion bereit. Die Aktie reagiert nervös: Nach einer Rallye von 85 Prozent im letzten Monat notiert sie bei 38,43 Euro – nur vier Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 39,99 Euro. Der RSI von 76,9 signalisiert überkaufte Niveaus.

Baemin-Verkauf: 5,4 Milliarden als Befreiung

Das Management treibt die Portfoliobereinigung voran. Delivery Hero prüft den Verkauf von Woowa Brothers, dem Betreiber der südkoreanischen Plattform Baemin. Der Preis: rund 4,6 Milliarden Euro – mehr als die vier Milliarden Dollar, die Delivery Hero 2019 für einen 88-Prozent-Anteil bezahlte. Das Unternehmen hat über JPMorgan Teaser-Unterlagen an Interessenten verteilt. Zu den potenziellen Bietern zählen Uber, Naver, Alibaba Group und DoorDash.

Der Verkaufsdruck hat einen handfesten Grund: Delivery Hero will nach Jahren aggressiver Expansion seinen Schuldenstand abbauen. Ende 2025 lagen die Verbindlichkeiten bei rund 6,1 Milliarden Euro. Das Unternehmen bestätigt den Prozess nicht direkt, spricht aber von einer „umfassenden strategischen Überprüfung“ des Portfolios.

EU verlängert Prosus-Frist – neue Machtverhältnisse

Die EU-Kommission will die Frist für den Abbau der Prosus-Beteiligung bis zum 11. Oktober verlängern. Ursprünglich hätte der Investor seine Position bereits Mitte August reduzieren müssen – eine Auflage aus der Übernahme von Just Eat Takeaway.

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Die Verlängerung verändert das Kräfteverhältnis. Berichten zufolge erwägt Prosus sogar eine Aufstockung seiner Beteiligung. Das könnte mögliche Transaktionen erschweren, etwa ein von Uber unterstütztes Angebot.

Uber bleibt knapp unter der Schwelle

Uber baut seine Position weiter aus, ohne die übernahmerechtlich relevante Marke zu überschreiten. Laut Stimmrechtsmitteilung vom 27. Mai hält Uber 24,99 Prozent der Stimmrechte aus Aktien plus 11,84 Prozent über Instrumente – zusammen 36,83 Prozent.

Nach BaFin-Darstellung beginnt Kontrolle im deutschen Übernahmerecht bei mindestens 30 Prozent der Stimmrechte. Wer diese Schwelle erreicht, muss grundsätzlich ein Pflichtangebot abgeben. Uber bleibt mit seinen direkten Stimmrechten knapp darunter. Delivery Hero hatte bestätigt, dass Uber 33 Euro je Aktie für ein mögliches öffentliches Angebot ins Spiel gebracht hat.

Hauptversammlung am 23. Juni

Der nächste Fixpunkt: die ordentliche Hauptversammlung am 23. Juni in Berlin. Themen sind die Besetzung des Aufsichtsrats und neues genehmigtes Kapital für Mitarbeiterprogramme. Roger Rabalais wurde gerichtlich in den Aufsichtsrat bestellt und stellt sich zur Wahl.

CEO Niklas Östberg wird die Versammlung noch leiten. Im Mai kündigte er an, die Führung bis zum 31. März 2027 abzugeben. Der Aufsichtsrat will die Suche nach einem Nachfolger bis Ende 2026 abschließen.

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Operativ solide – aber die Übernahmesaga dominiert

Das Kerngeschäft liefert stabile Zahlen. Der Bruttoumsatzwert im ersten Quartal lag bei 12,5 Milliarden Euro – ein Plus von 8,8 Prozent, über der Analystenerwartung von 12,3 Milliarden. Für 2026 peilt Delivery Hero ein bereinigtes EBITDA in der oberen Hälfte der Spanne von 910 bis 960 Millionen Euro an.

Doch die Kursentwicklung wird von der Übernahmesaga getrieben. Am 23. Juni entscheidet die Hauptversammlung über neue Kapitalermächtigungen – eine Vorentscheidung für die nächste Phase des Machtkampfs um den Berliner Lieferdienst.

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