Degressive AfA: Steuer-Booster für deutsche Firmen startet
18.02.2026 - 07:09:11Deutsche Unternehmen können ab sofort Investitionen steuerlich deutlich stärker abschreiben. Die Rückkehr der degressiven Abschreibung für bewegliche Wirtschaftsgüter ist der Kern eines milliardenschweren Konjunkturprogramms der Bundesregierung. Ziel ist es, die Liquidität der Firmen zu stärken und Modernisierungen – besonders bei E-Mobilität – anzukurbeln.
Der „Investitions-Turbo“ für Maschinen und Technik
Herzstück der Neuregelung ist die zeitlich befristete Wiedereinführung der degressiven Absetzung für Abnutzung (AfA). Dieser „Investitions-Turbo“ gilt für bewegliche Anlagegüter, die zwischen dem 1. Juli 2025 und dem 31. Dezember 2027 angeschafft oder hergestellt werden. Unternehmen können nun einen Abschreibungssatz von bis zum Dreifachen der linearen AfA, maximal jedoch 30 Prozent pro Jahr, anwenden.
Konkret bedeutet das: Eine Maschine mit einer Nutzungsdauer von zehn Jahren und einem linearen Satz von 10 Prozent darf im ersten Jahr mit 30 Prozent des Buchwerts abgeschrieben werden. Diese vorausschauende Abschreibung mindert den steuerpflichtigen Gewinn in den Anfangsjahren spürbar und verbessert so die Liquidität. Firmen haben die Wahl: Sie können bei der gleichmäßigen linearen Abschreibung bleiben oder die degressive Methode nutzen, um die Steuerlast an den typisch hohen Wertverlust neuer Anlagen anzupassen.
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Extra-Anreize für die Elektro-Flotte
Ein besonderer Fokus liegt auf der Förderung der Elektromobilität. Für Elektrofahrzeuge wurde eine eigene, attraktive arithmetisch-degressive Abschreibung eingeführt. Zudem wurde die beliebte Dienstwagenbesteuerung für E-Autos angepasst.
Die Obergrenze für den Bruttolistenpreis, bis zu dem der günstige Ein-Prozent-Satz (tatsächlich 0,25 Prozent) gilt, wurde angehoben. Lag sie zunächst bei 60.000 Euro, profitieren nun auch teurere Premium-Modelle vom maximalen Steuervorteil. Diese Doppelstrategie soll elektrische Firmenflotten wirtschaftlicher machen und den Umstieg von Verbrennern beschleunigen – ein klarer Beitrag zu den deutschen Klimazielen.
Teil eines größeren Reformpakets
Die neuen Abschreibungsregeln sind ein zentrales Ergebnis des Wachstumschancengesetzes. Dieses Steuerreformpaket soll die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands stärken und bringt Entlastungen von rund 3,2 Milliarden Euro, vor allem für den Mittelstand. Ein weiterer Baustein ist die Erhöhung der Sonderabschreibung nach § 7g EStG auf 40 Prozent der Anschaffungskosten.
Parallel dazu hat das Bundesfinanzministerium (BMF) bestehende Regelungen präzisiert. Ende Januar 2026 veröffentlichte es ein umfassendes Schreiben zur Abgrenzung von sofort abziehbaren Erhaltungsaufwendungen und aktivierungspflichtigen Modernisierungskosten bei Gebäuden. Diese erste große Überarbeitung seit 2003 schafft mehr Rechtssicherheit für die Immobilienbranche.
Wer profitiert am meisten?
Von der degressiven Abschreibung mit bis zu 30 Prozent profitieren besonders kapitalintensive Branchen wie der Maschinenbau, die Logistik oder die Technologieindustrie. Durch die beschleunigte Abschreibung können sie ihre Steuerzahlungen in den Jahren nach einer großen Investition senken und so Kapital für Wachstum oder Innovation freisetzen.
Die Botschaft der Politik ist eindeutig: Investiert jetzt und setzt auf grüne Technologien. Steuerberater betonen jedoch, dass die Wahl zwischen linearer und degressiver Abschreibung immer eine Einzelfallentscheidung bleiben muss. Sie hängt von den langfristigen Gewinnerwartungen und Investitionszyklen des Unternehmens ab.
Zeitfenster nutzen – bis Ende 2027
Die degressive AfA ist ausdrücklich ein temporäres Instrument. Das Zeitfenster für bewegliche Wirtschaftsgüter schließt am 31. Dezember 2027. Unternehmen, die in den kommenden zwei Jahren größere Investitionen planen, sollten daher zügig handeln.
Der nächste Schritt ist eine Überprüfung der Investitionspipeline für 2026 und 2027. In Zusammenarbeit mit Steuerexperten lässt sich modellieren, welche Liquiditätsvorteile die degressive Methode bringt. Eine gewissenhafte Dokumentation ist dabei unerlässlich. Wer die neuen Regelungen strategisch nutzt, kann sich in einem herausfordernden Wirtschaftsumfeld einen wichtigen Modernisierungsvorsprung und eine stabilere Finanzierungsbasis verschaffen.
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