DeepSeek, Alibaba

DeepSeek und Alibaba fordern OpenAI heraus

03.02.2026 - 09:44:11

Zwei neue Open-Source-KI-Modelle aus China übertreffen in Benchmarks die etablierten Marktführer von OpenAI und könnten die Branchendynamik grundlegend verändern.

Die Vorherrschaft teurer KI-Modelle wankt: Zwei neue Open-Source-Systeme aus China übertreffen in ersten Tests die etablierten Marktführer. Das könnte die Branche grundlegend verändern.

Ein Wendepunkt für KI-Entwicklung

Der Markt für generative Künstliche Intelligenz erlebt eine Zeitenwende. Nach Jahren der Dominanz von geschlossenen, proprietären Systemen wie OpenAI’s DALL-E 3 stellen nun leistungsstarke Open-Source-Modelle die Ranglisten auf den Kopf. Verantwortlich sind zwei Veröffentlichungen aus China, die neue Maßstäbe in Bild- und Videogenerierung setzen. Für europäische Unternehmen, die auf Datensouveränität und kosteneffiziente Lösungen setzen, eröffnen sich dadurch neue Perspektiven.

DeepSeek Janus-Pro-7B: Der neue Benchmark für Bilder

Die größte Überraschung kommt von DeepSeek. Dessen Modell Janus-Pro-7B hat vergangene Woche auf dem spezialisierten DPG-Bench eine Genauigkeit von 84,1 Prozent erreicht. Zum Vergleich: DALL-E 3 kam auf 79,2 Prozent. Dieser Benchmark misst, wie präzise eine KI komplexe Textanweisungen in Bilder umsetzt – eine Schlüsselkompetenz für professionelle Anwendungen.

Der technische Durchbruch liegt in der Architektur. Janus-Pro-7B nutzt eine entkoppelte Strategie für visuelles Verstehen und Generierung. Das reduziert Konflikte im Lernprozess und führt zu präziseren Ergebnissen. Entscheidend ist aber die Lizenz: Das Modell ist vollständig open-source. Unternehmen können es auf eigenen Servern installieren, an firmeninterne Daten anpassen und so sensible Informationen schützen. Kein Wunder also, dass die Resonanz in der Entwicklergemeinschaft enorm ist.

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Alibaba Wan 2.1: Revolution in der Videogenerierung

Während DeepSeek Bilder im Blick hat, attackiert Alibaba Cloud die Königsdisziplin: Video. Dessen Modell Wan 2.1 (auch Wanx 2.1) setzt auf eine neuartige 3D-Architektur, die Bewegung und räumliche Beziehungen realistischer darstellt als bisherige Systeme.

Auf der VBench-Leaderboard, dem Standard-Test für Video-KI, soll Wan 2.1 Spitzenpositionen einnehmen. Besonders in den Kategorien „Bewegungsdynamik“ und „räumliche Konsistenz“ übertrifft es laut Alibaba sogar OpenAI’s Sora. Die vollständigen Modell-Daten werden noch in diesem Monat erwartet. Sollten sich die Behauptungen bestätigen, wäre das ein Paukenschlag für die gesamte Kreativbranche.

Warum Open Source jetzt gefährlich wird

Das Aufholen der Open-Source-Modelle ist kein Zufall, sondern Trend. Lange hatten bezahlte Dienste wie Midjourney oder DALL-E 3 einen klaren Qualitätsvorsprung. 2025 könnte das Jahr werden, in dem kostenlose Alternativen nicht nur gleichziehen, sondern überholen.

Für die Wirtschaft hat das konkrete Vorteile. „Unternehmen fürchten die Abhängigkeit von einzelnen Anbietern und den Datentransfer in US-Clouds“, erklärt eine Branchenanalystin. Open-Source-Modelle wie Janus-Pro-7B bieten hier eine Alternative. Mit nur sieben Milliarden Parametern ist das Modell zudem vergleichsweise schlank und läuft auf handelsüblicher Hardware. Das senkt die Einstiegshürde für mittelständische Betriebe erheblich.

Was bedeutet das für den Markt?

Der Druck auf die etablierten Player wächst. Können sich Geschäftsmodelle, die primär auf exklusiven KI-APIs basieren, noch halten? Die neuen Konkurrenten setzen auf Transparenz, Anpassbarkeit und lokale Installation – Argumente, die in Europa und Deutschland besonders gut ankommen.

Die kommenden Monate werden zeigen, wie OpenAI, Google und Co. reagieren. Werden sie ihre Innovationszyklen beschleunigen? Oder sogar Teile ihrer Technologie öffnen? Eins ist sicher: Für Entwickler und kreative Köpfe stehen plötzlich Werkzeuge bereit, die den teuren Marktführern kaum noch nachstehen. Die Ära des exklusiven KI-Zugangs könnte schneller enden als viele gedacht haben.

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