Dead, Island

Dead Island 2 im Test: Das brutal ehrliche Zombie-Urlaubspaket, nach dem du heimlich gesucht hast

08.02.2026 - 22:48:19

Du kennst das: Triple-A-Games, die dir cineastische Freiheit versprechen – und dich dann in Schlauchlevels und QTEs einsperren. Dead Island 2 macht genau das Gegenteil: sonnige Hölle, blutiger Slapstick, ehrliches Gameplay. Warum dieses Zombie-Chaos so überraschend gut funktioniert, liest du hier.

Wenn der Gaming-Abend zur Pflichtveranstaltung wird

Du kommst nach einem langen Tag nach Hause, fährst den PC oder die Konsole hoch, startest dein aktuelles „Prestige-Game“ – und nach 20 Minuten erwischst du dich dabei, wie du aufs Handy schaust. Zu viel Story, zu viel Pathos, zu wenig Spaß. Du willst eigentlich nur eins: Kopf aus, Adrenalin an.

Die meisten Blockbuster-Spiele wirken heute wie Serienpiloten: ewig lange Intros, Cutscenes, Tutorials bis zum Abwinken. Statt Gameplay bekommst du Film. Statt Flow bekommst du Mission-Checklisten. Und irgendwo dazwischen ist die simple Freude verloren gegangen, einfach etwas in die Luft zu jagen, Zombies zu verprügeln oder mit Freunden zu lachen, wenn alles gnadenlos eskaliert.

Genau da setzt ein Spiel an, das sich nicht dafür entschuldigt, was es ist: laut, derb, blutig – und überraschend clever in dem, was es tut.

Die Lösung hat Sonne, Palmen – und extrem schlechte Überlebenschancen

Dead Island 2 katapultiert dich in ein verseuchtes Los Angeles, das nur noch als „HELL-A“ durchgeht. Sonne, Villen, Poolpartys – und dazwischen Horden von Zombies, die darauf warten, dass du sie mit absurdem Einfallsreichtum in Einzelteile zerlegst. Keine pseudo-philosophische Apokalypse, sondern eine grellbunte Splatter-Parodie auf Hollywood und Influencer-Kultur.

Statt dich in Open-World-Aufgaben zu ertränken, konzentriert sich Dead Island 2 auf das, was es wirklich können will: Nahkampf, Gore, Koop-Chaos. Alles ist darauf ausgelegt, dass sich jeder Schlag, jeder Tritt, jede improvisierte Waffe wuchtig, physisch und unfassbar befriedigend anfühlt.

Entwickelt wurde das Ganze von Dambuster Studios, veröffentlicht unter dem Dach der Embracer Group AB (ISIN: US2910111044) – und nach einer berühmt-chaotischen Entwicklungsodyssee ist das Endergebnis überraschend fokussiert.

Warum gerade dieses Modell? Der Realitäts-Check

Was macht Dead Island 2 im Alltag deines Gamer-Lebens so anders als andere Zombie- oder Koop-Titel? Hier geht es nicht um eine Liste an Buzzwords, sondern darum, wie es sich anfühlt, in HELL-A unterwegs zu sein.

  • Ein Kampfsystem, das du wirklich spürst: Die von Spielern und Presse viel zitierte FLESH-Engine sorgt dafür, dass Treffer sichtbar Spuren hinterlassen: Knochen brechen, Haut platzt, Gliedmaßen fliegen. Klingt brutal – fühlt sich aber eher an wie überdrehter Horror-Slapstick. Ergebnis: Nahkampf macht auch nach Stunden noch Spaß, weil jeder Treffer anders aussieht.
  • Lineares Design statt Map-Overload: Anstatt dich mit einem gigantischen, leeren Open-World-Sandkasten zu langweilen, lässt dich Dead Island 2 durch klar designte Zonen von Bel-Air bis Venice Beach ziehen. Das bedeutet: weniger Leerlauf, mehr Tempo, bessere Inszenierung. Du spielst, statt zu „arbeiten“.
  • Skillkarten statt Skillbäume: Statt dich durch endlose Talentbäume zu klicken, nutzt du ein Kartensystem, mit dem du Fähigkeiten flexibel ausrüsten und austauschen kannst. Das ist übersichtlich, lädt zum Experimentieren ein und fühlt sich eher nach Deckbau-Light als nach Excel-Tabelle an.
  • Koop, der wirklich eskaliert: Bis zu drei Spieler können gemeinsam durch HELL-A prügeln. Besonders auf Reddit feiern viele Nutzer die Mischung aus gut lesbarem Leveldesign und chaotischen Situationen, in denen jeder seine Rolle findet – vom Tank mit Vorschlaghammer bis zur Elektro-Falle-Bastlerin.
  • Technisch sauberer als erwartet: User-Feedback und Tests heben hervor, dass Dead Island 2 auf den unterstützten Plattformen (u. a. PC, PlayStation 4/5, Xbox One/Series) erstaunlich stabil läuft. Kein Technikwunder, aber im Vergleich zu vielen verbuggten Releases eine Wohltat.
  • Tonlage: bewusst trashig – aber stilsicher: Wenn du The Last of Us-Pathos erwartest, wirst du enttäuscht. Dead Island 2 ist laut, sarkastisch und überzeichnet – und genau das ist sein Markenkern. Viele Spieler lieben den Humor und die Selbstironie, gerade in den Sidequests.

Dead Island 2 – Auf einen Blick: Die Fakten

Dead Island 2 bringt dich mitten ins verseuchte Los Angeles und setzt voll auf blutiges, physisches Nahkampf-Gameplay, Koop-Spaß und eine stilisierte, trashige Horrorkomödie-Atmosphäre.

Merkmal Dein Nutzen
Setting: HELL-A (Bel-Air, Venice Beach, Hollywood-Umgebung) Sonnige Postkarten-Optik trifft Zombie-Apokalypse – du bekommst ein frisches Szenario fernab der üblichen Grau-in-Grau-Endzeitwelten.
Fokus auf Nahkampf mit FLESH-Gore-System Jeder Treffer wirkt wuchtig und visuell befriedigend – perfekte Wahl, wenn du körperliches Gameplay mehr liebst als stupides Ballern.
Skillkarten-System zur Charakteranpassung Du kannst deinen Spielstil schnell und unkompliziert umbauen, ohne stundenlang in Menüs zu hängen.
Koop-Modus für bis zu 3 Spieler Ideal für Abende mit Freunden: zusammen schreien, lachen, sterben – und neue Waffen testen.
Lineare, zonenbasierte Struktur statt riesiger Open World Weniger Leerlauf, bessere Inszenierung und klarer Fortschritt – perfekt, wenn du keine Lust auf Open-World-Überforderung hast.
Verfügbarkeit auf PC, PlayStation und Xbox (unterstützte aktuelle und letzte Konsolengeneration) Du kannst es auf deiner bevorzugten Plattform spielen und auch Freunde mit älteren Konsolen ins Boot holen.
Trashig-satirischer Ton und überdrehte Story Statt depressiver Endzeitstimmung bekommst du eine blutige Horror-Comedy, die sich selbst nicht zu ernst nimmt.

Diese Kombination aus fokussiertem Kampfsystem, klarer Struktur und kooperativem Chaos macht Dead Island 2 zu einem Game, das genau weiß, was es sein will – und das spürst du in jeder Session.

Dead Island 2 – Das sagen Nutzer und Experten

Dead Island 2 polarisiert – aber genau das macht die Diskussion spannend. In vielen Reddit-Threads und YouTube-Reviews taucht ein Muster auf: Wer ein tiefgründiges Story-Epos erwartet, ist irritiert. Wer ehrliches, unkompliziertes Zombie-Metzeln sucht, ist begeistert.

Gelobt werden vor allem:

  • Das Treffer-Feedback und die Gore-Darstellung: Viele Spieler nennen das Kampfsystem eines der befriedigendsten im Genre. Gerade im direkten Vergleich zu anderen Zombie-Games wirkt jeder Schlag hier deutlich „saftiger“.
  • Die Levelgestaltung: Obwohl das Spiel nicht komplett offen ist, feiern viele die abwechslungsreichen Gebiete – von Luxusvillen über Strandpromenaden bis zu Filmsets.
  • Stabilität und Performance: In einer Zeit, in der große Titel oft unfertig erscheinen, wird Dead Island 2 als angenehm „fertig“ wahrgenommen.

Kritikpunkte kommen ebenfalls klar zur Sprache:

  • Manche finden, dass sich Missionstypen im späteren Spielverlauf wiederholen.
  • Die Story wird häufig als „okay, aber nicht weltbewegend“ beschrieben – sie ist eher Bühne fürs Gameplay als umgekehrt.
  • Wer tiefgreifende Rollenspielsysteme sucht, könnte das vereinfachte Fortschrittssystem als zu leichtgewichtig empfinden.

Das Fazit vieler Creator und Testberichte: Dead Island 2 ist kein Game-of-the-Year-Anwärter im klassischen Sinne, aber eines der spaßigsten, wenn du genau weißt, worauf du dich einlässt.

Alternativen vs. Dead Island 2

Zombie-Spiele gibt es viele – aber sie bedienen oft sehr unterschiedliche Fantasien. Im Vergleich zu Titeln wie Dying Light 2, Left 4 Dead 2 oder World War Z positioniert sich Dead Island 2 bewusst anders.

  • Gegenüber Dying Light 2: Dying Light setzt stark auf Parkour, Vertikalität und eine deutlich ernstere Story. Dead Island 2 verzichtet bewusst auf Kletter- und Parcours-Orgien und konzentriert sich voll auf bodenständigen Nahkampf. Wenn du keine Lust auf ständigem Rooftop-Gehüpfe hast, bist du hier richtig.
  • Gegenüber Left 4 Dead & Co.: Klassische Horde-Shooter sind schnell, arcadig, aber oft auch anonym. Dead Island 2 ist langsamer, brutaler und persönlicher – du siehst jede Wunde, jeden Treffer, jeden verlorenen Arm. Die Gewalt ist stilisiert, aber deutlich physischer.
  • Gegenüber storylastigen Singleplayer-Epen: Wenn du emotional zerstörende Narrative wie in The Last of Us suchst, bist du hier falsch. Wenn du aber ein Spiel willst, das du jederzeit anwerfen kannst, 30–60 Minuten Chaos hast und wieder raus bist, ohne den Faden zu verlieren, spielt Dead Island 2 seine Stärken voll aus.

Beim Preis-Leistungs-Verhältnis punktet Dead Island 2 vor allem dadurch, dass es genau das liefert, was es verspricht: kompromissloses Zombie-Gemetzel in einem auffällig inszenierten Setting – ohne dich mit Systemballast oder Pseudo-Entscheidungsfreiheit zu erschlagen.

Fazit: Lohnt sich der Kauf?

Dead Island 2 ist kein Spiel, das sich dafür entschuldigt, was es ist. Es will kein moralisches Drama sein, keine Open-World-Sandbox, kein episches Rollenspiel. Es will, dass du lachst, wenn ein Zombie durch deine Elektro-Falle fliegt, dass du grinst, wenn dein selbstgebauter Prügel zum blutigen Cartoon-Werkzeug wird, und dass du mit Freunden um Mitternacht brüllst, wenn wieder alles schiefgeht.

Wenn du ein ehrliches, fokussiertes Spiel suchst, das dich nicht mit Systemen überfordert, sondern dir direkt die Kontrolle über eine sonnige Hölle in L.A. gibt, ist Dead Island 2 eine überraschend starke Wahl. Es ist das digitale Äquivalent einer guten Trash-Horrornacht: Du kommst nicht wegen der Story – du bleibst, weil es unfassbar Spaß macht.

Also: Bist du bereit, HELL-A zu deinem ganz persönlichen Zombie-Spielplatz zu machen?

@ ad-hoc-news.de