DAX, Zoll-Chaos

DAX: Zoll-Chaos ist zurück

23.02.2026 - 07:54:26 | boerse-global.de

Der DAX verliert nach einer kurzen Erholung, da US-Präsident Trump neue globale Zölle ankündigt. Europa ist vorerst ausgenommen, doch die Unsicherheit belastet die Märkte.

Kurze Aufatempause – mehr war es nicht. Kaum hatten die Anleger am Freitag die Entscheidung des Obersten US-Gerichtshofs gefeiert, Trump die globalen Zölle zu verbieten, schlägt der Präsident zurück. Und das deutlich härter als erwartet.

Der DAX startet mit einem Minus von 0,8 Prozent in die Woche. Vorbörslich notiert der Index bei 25.057 Punkten – fast 200 Punkte unter dem Freitagshoch von 25.331 Zählern. Die Rückkehr zum Rekordhoch von 25.507 Punkten, die vor dem Wochenende greifbar schien, ist vorerst vertagt.

Trump setzt auf Section 122

Die Erleichterung am Freitag währte keine 24 Stunden. Der Supreme Court hatte Trumps pauschale Importzölle unter Berufung auf das Notstandsgesetz von 1977 für unrechtmäßig erklärt. Doch Trump kündigte umgehend an, den globalen Zollsatz auf 15 Prozent zu erhöhen – diesmal unter Section 122 des Trade Act von 1974.

Diese Bestimmung erlaubt Zölle von bis zu 15 Prozent für 150 Tage. Danach sollen diese durch Section 301 ersetzt werden, was dauerhaftere Abgaben ermöglicht. Allerdings erfordert Section 301 monatelange Untersuchungen für jedes einzelne Land. Trump verspricht, diese in fünf Monaten abzuschließen – deutlich schneller als die übliche Dauer von einem Jahr oder länger.

Europa vorerst ausgenommen

JPMorgan beruhigt zumindest teilweise: An den Zöllen für die EU ändere sich vorerst nichts. Vergeltungsmaßnahmen aus Brüssel seien daher unwahrscheinlich. Das erklärt, warum die Verluste am deutschen Aktienmarkt zum Wochenstart moderat ausfallen.

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Die Deutsche Bank ordnet ein: Section 122 führe zu kurzfristigen Vorteilen für Staaten mit bislang höheren "reziproken Zöllen". Bestehende sektorale Ausnahmen etwa für Energie- oder Technologieprodukte blieben voraussichtlich bestehen.

Doch die Unsicherheit bleibt. Hinzu kommt die drohende militärische Eskalation zwischen den USA und Iran. Anleger reagieren nervös – der Euro-Stoxx-50 Futures notiert 0,49 Prozent im Minus. Heute um 10 Uhr veröffentlicht das Ifo-Institut seinen Geschäftsklimaindex für Februar. Erwartet wird ein Anstieg auf 88,1 Punkte nach 87,6 im Vormonat. Die Zollunsicherheit dürfte die Stimmung allerdings belasten.

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