DAX, Waffenruhe

DAX: Waffenruhe bröckelt

09.04.2026 - 23:04:50 | boerse-global.de

Der deutsche Leitindex gibt nach, da die vereinbarte Feuerpause erste Risse zeigt und der Ölpreis wieder steigt. Technologiewerte stehen unter besonderem Druck.

DAX: Waffenruhe bröckelt - Foto: über boerse-global.de

Die Euphorie vom Vortag ist verflogen. Nach der historischen Erholungsrally vom Mittwoch — ausgelöst durch die in letzter Minute vereinbarte zweiwöchige Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran — rutschte der DAX am Donnerstag wieder deutlich ins Minus. Am Ende stand ein Verlust von 1,14 Prozent auf 23.807 Punkte.

Der Grund: Das fragile Konstrukt der Waffenruhe zeigt bereits erste Risse. Nach verheerenden israelischen Luftangriffen im Libanon drohte Teheran, die Vereinbarung platzen zu lassen. Und der Ölpreis, der tags zuvor auf knapp 90 Dollar gefallen war, kletterte rasch wieder auf rund 97 bis 99 Dollar je Barrel Brent — ein klares Signal, dass die Märkte der Entspannung nicht trauen.

Technologie vorne weg nach unten

Im Leitindex traf es vor allem die Technologiewerte. SAP-Aktien verloren satte 6,8 Prozent — Anleger fürchten zunehmend, dass KI-basierte Lösungen klassische Unternehmenssoftware verdrängen könnten. Ähnlicher Druck lastete im US-Handel auf Salesforce und ServiceNow. Auch Autoaktien gaben nach, während Lufthansa mit einem Minus von 3,2 Prozent gleich mehrfach unter Druck stand: steigender Kerosinpreis und ein für Freitag angekündigter Streik der Flugbegleiter.

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Gegenläufig entwickelten sich Chemiewerte. BASF, Lanxess und Evonik legten bis zu 2,6 Prozent zu. Die Logik dahinter: Asiatische Chemieproduzenten sind auf Vorprodukte aus der Straße-von-Hormus-Region stärker angewiesen als europäische Hersteller — letztere könnten von der Lieferknappheit kurzfristig profitieren und Preise erhöhen.

Stimmung: Private Anleger ziehen sich zurück

Auffällig ist die wachsende Kluft zwischen Privatanlegern und institutionellen Investoren. Laut der aktuellen Sentiment-Erhebung der Deutschen Börse stieg der Anteil pessimistischer Privatanleger zuletzt auf 41 Prozent — ein Zuwachs von 8 Prozentpunkten binnen einer Woche. Der Bullen-Anteil schrumpfte auf 44 Prozent. Institutionelle Investoren hingegen bauten ihre bullische Positionierung leicht aus auf 55 Prozent.

Sentiment-Analyst Joachim Goldberg erklärt die Divergenz so: Viele Privatanleger hätten direkt von Long auf Short gedreht, was auf zuvor aufgelaufene Gewinne hindeutet. Institutionelle dagegen sitzen offenbar noch auf Positionen, die vor Wochen zu deutlich höheren Kursen eingegangen wurden — das Allzeithoch des DAX lag im Januar 2026 bei 25.507 Punkten. Die Mittwochs-Erholung auf rund 24.000 Punkte reichte nicht aus, um aus diesen Engagements halbwegs schadlos herauszukommen.

Die Straße von Hormus bleibt das zentrale Nadelöhr. Trotz Waffenruhe verlangt die iranische Revolutionsgarde weiterhin Abstimmung für Schiffsdurchfahrten — seit Beginn der Feuerpause passierten lediglich zwei Öltanker die Meerenge. US-Vizepräsident JD Vance nannte die Vereinbarung selbst „fragil". Solange Öl teuer bleibt und der Nahe Osten brodelt, dürften die Nerven der Frankfurter Börsianer angespannt bleiben.

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