Dax, Infineon

Dax steigt auf 25.231 Punkte – Infineon legt über 8 Prozent zu

Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 17:45 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Der deutsche Leitindex beendet die Woche bei 25.231 Punkten. Sinkende Ölpreise und schwächere US-Arbeitsmarktdaten stützen die Erholung, obwohl die Inflation im Euroraum auf 3,8 Prozent steigt.

Dax legt deutlich zu - Infineon-Aktien mit kräftigem Kurssprung
Frankfurter Börse - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Der Dax hat zum Wochenausklang deutlich zugelegt und den Xetra-Handel bei 25.231 Punkten beendet. Das entspricht einem Plus von 1,2 Prozent gegenüber dem Vortagesschluss, während Infineon an der Dax-Spitze um mehr als acht Prozent zulegte.

Hinter dem Kursanstieg standen vor allem rückläufige Rohölpreise und schwächer als erwartete US-Arbeitsmarktdaten.

Infineon führt die Gewinnerliste an

Infineon-Aktien lagen kurz vor Handelsschluss mit einem kräftigen Kurssprung von über acht Prozent vorn. Dahinter folgten die Papiere von Qiagen und Hochtief.

Am unteren Ende der Kursliste standen Daimler Truck mit einem Minus von mehr als einem Prozent. Bayer und SAP gehörten ebenfalls zu den schwächeren Dax-Werten.

Inflation steigt im Euroraum

Die Inflation in Europa erhöhte sich im September nach vorläufiger Eurostat-Schätzung von 3,2 auf 3,8 Prozent. Damit lag sie leicht über den Markterwartungen von 3,7 Prozent.

Nach Einschätzung von Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets, halfen die rückläufigen Rohölpreise dem Dax bei der Erholung. Die Hoffnung auf eine Entspannung bei den Energiepreisen wiege für Anleger derzeit schwerer als die gestiegene Inflation.

US-Arbeitsmarkt liefert zusätzliche Unterstützung

Lipkow zufolge kamen am Nachmittag weitere Impulse aus den USA. Die dort veröffentlichten Arbeitsmarktdaten fielen deutlich schwächer als erwartet aus und reduzierten damit den Druck auf die US-Notenbank.

Der Analyst bewertete die Kombination aus einem nachlassenden Arbeitsmarkt ohne klare Rezessionssignale als günstig für Aktien. Anleger blickten stärker auf die künftige Entwicklung der Energiepreise als auf die bereits gemessene Inflation.

Euro und Gold schwächer

Der Euro notierte am Freitagnachmittag etwas fester bei 1,1260 US-Dollar. Ein Dollar kostete entsprechend 0,8881 Euro.

Der Goldpreis gab nach. Eine Feinunze wurde am Nachmittag mit 4.138 US-Dollar bewertet, 0,9 Prozent weniger als zuvor. Das entsprach einem Preis von 118,17 Euro je Gramm.

Auch der Ölpreis sank deutlich: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete gegen 17 Uhr deutscher Zeit 100,60 US-Dollar. Das waren 1,70 US-Dollar oder 1,7 Prozent weniger als zum Schluss des vorherigen Handelstags.

Der Dax-Anstieg fällt in ein Marktumfeld, in dem Anleger widersprüchliche Signale gleichzeitig bewerten. Sinkende Rohölpreise entlasten die Erwartungen für Unternehmen und Verbraucher, während eine höhere Inflation im Euroraum den Druck auf die Europäische Zentralbank erhöht. Für Aktienmärkte zählt dabei nicht nur das aktuelle Preisniveau, sondern auch die Frage, ob der Energiepreisschub nachlässt.

Zusätzliche Bedeutung haben die US-Arbeitsmarktdaten. Schwächt sich der Jobmarkt ab, kann das die Zinserwartungen an die US-Notenbank verändern und über niedrigere Renditen Aktienkurse stützen. Ein zu starker Einbruch würde dagegen die Sorge vor einer konjunkturellen Abkühlung verstärken. Die Marktreaktion zeigt damit, dass Anleger derzeit besonders sensibel auf das Verhältnis zwischen Inflation, Zinsen und Wachstum reagieren.

Infineon als besonderer Kursimpuls

Der kräftige Anstieg der Infineon-Aktie hebt sich deutlich von der Entwicklung mehrerer anderer Dax-Werte ab. Der Halbleitersektor reagiert häufig überdurchschnittlich auf Veränderungen bei Konjunktur- und Zinserwartungen, weil die Bewertung wachstumsorientierter Unternehmen stark von Finanzierungskosten und künftiger Nachfrage abhängt.

Für private Anleger bleibt der Handelstag deshalb ein Beispiel für die kurzfristige Bedeutung makroökonomischer Daten: Ein steigender Leitindex bedeutet nicht automatisch breite Kursgewinne. Während Infineon, Qiagen und Hochtief zulegten, standen Daimler Truck, Bayer und SAP unter Druck. Die Entwicklung des Ölpreises und die nächsten Signale von Fed und EZB dürften die Schwankungen an den Märkten weiter prägen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

n-tv: „Der Börsen-Tag Freitag, 2. Oktober 2026“ (02.10.2026)

Der Beitrag beschreibt den Dax am Vormittag über 25.000 Punkten und führt sinkende Ölpreise sowie fallende Anleiherenditen als wichtige Stützen an. Einen anderen Schwerpunkt setzt er auf die zuvor erwarteten US-Arbeitsmarktdaten und den möglichen Einfluss auf die Geldpolitik der Federal Reserve; der spätere Xetra-Schlussstand der dts-Meldung ist dort nicht enthalten.

tagesschau.de: „Marktbericht: DAX wieder über 25.000 Punkten“ (02.10.2026)

Der Marktbericht bestätigt die Bedeutung von US-Arbeitsmarkt, Ölpreis und Eurozonen-Inflation für die Dax-Bewegung. Anders als die dts-Meldung behandelt er den Handelsverlauf am Vormittag und verweist auf die zuvor erwartete Inflationsrate; die spätere Entwicklung mit 25.231 Punkten und dem starken Infineon-Anstieg steht dort nicht im Mittelpunkt.

Beide Beiträge ordnen die Erholung in das Spannungsfeld aus Energiepreisen, Inflation und Zinserwartungen ein. Unterschiede ergeben sich vor allem beim zeitlichen Ausschnitt: Die dts-Meldung bilanziert den Xetra-Schluss, während die anderen Beiträge überwiegend den laufenden Handel und die Erwartungen vor wichtigen Konjunkturdaten betrachten.

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