DAX: Seitwärtsspanne hält unvermindert an
Veröffentlicht: 16.07.2026 um 12:50 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Seit einer Woche schon klebt der DAX an der 25.000-Punkte-Marke, ohne sich in die eine oder andere Richtung zu bewegen. Auch am Donnerstag deutet nichts auf ein Ausbrechen aus dieser Lethargie hin. Der X-DAX signalisierte vorbörslich einen fast unveränderten Stand von 25.005 Punkten, nachdem der Index am Vortag knapp unter der runden Marke geschlossen hatte.
Marktbeobachter sprechen von einer "richtungslosen Grundtendenz" und einer "ausgeprägten Unentschlossenheit" der Anleger. Der "erbitterte Kampf" zwischen Optimisten und Pessimisten um die 25.000 Punkte bleibt unentschieden. Bemerkenswert: Noch Anfang Juli hatte der Index mit einem Allzeithoch von 25.900,10 Punkten für Rekordstimmung gesorgt — von dieser Euphorie ist aktuell nichts mehr zu spüren.
Nahost-Konflikt und schwache Asien-Vorgaben bremsen
Die anhaltenden gegenseitigen Angriffe zwischen den USA und dem Iran sorgen weiter für Unsicherheit, auch wenn die Märkte bislang von einer kurzen Eskalationswelle statt einer dauerhaften Krise ausgehen. Aus Asien kommen zusätzlich Belastungen: Der Nikkei 225 verlor zeitweise fast drei Prozent, der südkoreanische Kospi brach um mehr als vier Prozent ein. Grund sind erneut schwache Chipwerte, nachdem selbst starke ASML-Zahlen den Sektor zuletzt nicht nachhaltig stützen konnten.
Richtung könnte erst die Berichtssaison der Unternehmen bringen — die nimmt aber erst kommende Woche richtig Fahrt auf. Immerhin strahlten am Donnerstag positiv aufgenommene ABB-Zahlen leicht auf den Kurs von Siemens ab.
Einzelwerte sorgen für Bewegung abseits des Index
Während der Gesamtmarkt stillsteht, gibt es auf Einzeltitelebene durchaus Nachrichten mit Kursrelevanz:
- Delivery Hero springt kräftig an, nachdem Uber offiziell ein Übernahmeangebot vorgelegt hat.
- Knorr-Bremse zieht an, JPMorgan setzt die Aktie vor den Ende Juli anstehenden Zahlen auf "Positive Catalyst Watch".
- Schaeffler profitiert von einer Hochstufung der UBS von "Sell" auf "Neutral".
- Evotec gerät nach einer Gewinnwarnung und einer gestrichenen Kaufempfehlung von Berenberg weiter unter Druck.
- Commerzbank sieht sich mit einem gesenkten Bonitätsausblick von S&P konfrontiert — Schatten der laufenden UniCredit-Übernahme.
Für den Gesamtindex bleibt die Lage vorerst unverändert: Solange die Berichtssaison nicht in vollem Gange ist, dürfte die 25.000-Punkte-Marke der zentrale Referenzpunkt bleiben, um den sich Käufer und Verkäufer weiter belauern.
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