Dax, Infineon

Dax schließt bei 25.399 Punkten – Infineon steigt über vier Prozent

Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 17:54 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Der deutsche Leitindex beendet den Handel nahezu unverändert. Während Infineon deutlich zulegt, geraten Fresenius-Aktien unter Druck; zugleich bleiben Nahostkonflikt und Ölpreis die entscheidenden Markttreiber.

Dax kaum verändert - Infineon-Aktien legen stark zu
Frankfurter Börse - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Der Dax hat den Dienstag kaum verändert beendet. Zum Xetra-Schluss stand der Leitindex bei 25.399 Punkten und damit 0,1 Prozent über dem Vortag.

Infineon führte die Kursliste mit einem Plus von mehr als vier Prozent an, während Fresenius mehr als fünf Prozent verlor.

Infineon an der Indexspitze

Hinter Infineon folgten Siemens Energy und Vonovia mit Kursgewinnen. Am unteren Ende des Dax lagen neben Fresenius die Aktien von Bayer und Fresenius Medical Care.

Marktanalyst Andreas Lipkow verwies auf die Hoffnung der Anleger auf eine nachhaltige Deeskalation des Krieges im Nahen Osten. Diese Erwartung spiegelte sich auch am Ölmarkt wider, obwohl Brent am Nachmittag weiterhin über der Marke von 100 Dollar notierte.

Ölpreis bleibt über 100 Dollar

Lipkow zufolge sind für Inflation und Geldpolitik vor allem dauerhaft hohe Energiepreise entscheidend. Je schneller und nachhaltiger Brent unter 100 Dollar falle, desto geringer werde der Druck auf Inflation, Notenbanken und Anleihemärkte.

Gleichzeitig bleibe die Hoffnung auf anhaltendes Wachstum im KI-Sektor eine wichtige Stütze für die Aktienmärkte. Sollten Anleger ihre langfristigen Ertragserwartungen für die Branche grundlegend korrigieren, könnte dies nach Einschätzung des Marktanalysten eine größere Korrektur auslösen.

Euro schwächer, Gold legt zu

Der Euro notierte am Dienstagnachmittag bei 1,1331 US-Dollar. Der Dollar kostete damit 0,8825 Euro.

Gold verteuerte sich um 1,1 Prozent auf 4.161 US-Dollar je Feinunze. Das entsprach einem Preis von 118,06 Euro je Gramm. Brent-Öl gab unterdessen um 1,0 Prozent auf 104,20 US-Dollar je Fass nach.

Der Handelstag zeigt, wie stark der deutsche Aktienmarkt derzeit von gegenläufigen Impulsen geprägt wird. Einerseits belasteten die zuvor erhöhten Ölpreise und die damit verbundenen Inflations- und Zinsrisiken die Risikobereitschaft. Andererseits stützten Hoffnungen auf eine diplomatische Entspannung im Nahen Osten die Kurse und ließen den Dax trotz des angespannten Umfelds nahezu unverändert schließen.

Für die Geldpolitik ist nicht allein ein kurzfristiger Ausschlag des Ölpreises entscheidend. Bleiben Energiekosten über längere Zeit hoch, können sie Transport, Produktion und Verbraucherpreise belasten. Das erhöht den Druck auf die Notenbanken, Zinssenkungen hinauszuzögern oder die Zinsen länger auf einem hohen Niveau zu halten. Steigende Renditen am Anleihemarkt wirken zugleich besonders auf hoch bewertete Wachstumsaktien, weil künftige Gewinne stärker abdiskontiert werden.

Infineon profitiert vom Technologiefokus

Der kräftige Anstieg der Infineon-Aktie setzte einen deutlichen Akzent innerhalb des ansonsten ruhigen Indexhandels. Der Halbleitersektor bleibt eng mit den Erwartungen an Investitionen in künstliche Intelligenz verbunden. Diese Erwartungen können einzelne Technologiewerte stützen, machen den Markt aber auch anfällig für Rückschläge, falls Anleger die Ertragsaussichten oder die hohen Bewertungen neu beurteilen.

Ölpreis bleibt zentraler Risikofaktor

Mit 104,20 Dollar lag Brent weiterhin oberhalb der psychologisch wichtigen Marke von 100 Dollar. Für Anleger bleibt damit entscheidend, ob sich die geopolitische Lage beruhigt und die Versorgung verlässlich bleibt. Ein nachhaltiger Rückgang könnte Inflations- und Zinsängste mildern; neue Lieferstörungen würden dagegen erneut Druck auf Aktien und Anleihen ausüben.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

tagesschau: „Anleger können sich nicht zum Kauf durchringen“ (29.09.2026)

Der Beitrag beschreibt den Dax zum Handelsstart als nahezu unverändert und hebt die Belastung durch steigende Ölpreise hervor. Anders als die dts-Meldung, die den Handelsschluss und die starke Infineon-Performance in den Mittelpunkt stellt, konzentriert sich der Artikel auf die widersprüchlichen Signale aus Ölmarkt, Diplomatie und Geldpolitik.

n-tv: „Der Börsen-Tag Dienstag, 29. September 2026“ (29.09.2026)

Der Börsen-Liveblog ordnet den Tag zunächst über die hohen Ölpreise, Anleiherenditen und die vorsichtige Haltung der Anleger ein. Gemeinsam ist beiden Darstellungen die fragile Marktlage; der Schwerpunkt liegt bei n-tv stärker auf dem laufenden Handel und den internationalen Zins- und Rohstoffsignalen, während die dts-Meldung den Xetra-Schluss mit den Gewinnern und Verlierern bilanziert.

Übereinstimmung besteht bei der Bedeutung des Nahostkonflikts und der Energiepreise für die Börsenstimmung. Offen bleibt, ob sich die geopolitische Entspannung verstetigt und damit den Ölpreis sowie den Druck auf Inflation und Geldpolitik dauerhaft verringert.

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