Dax schließt bei 25.260 Punkten – Symrise gefragt
Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 17:45 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDefensive Dax-Werte ziehen Nachfrage an
- Der Dax schloss am Dienstag bei 25.260 Punkten und verlor 0,1 Prozent zum Vortag.
- Symrise, Deutsche Telekom und Vonovia gehörten zu den gefragten Aktien im Leitindex.
- Eine Megawattstunde Gas zur Lieferung im November verteuerte sich um drei Prozent auf 87 Euro.
Der Dax hat am Dienstag leicht nachgegeben. Zum Xetra-Schluss stand der deutsche Leitindex bei 25.260 Punkten und damit 0,1 Prozent niedriger als am Vortag.
Nach einem freundlichen Auftakt stieg der Index zunächst bis zum Mittag, gab die Gewinne anschließend aber wieder ab und rutschte ins Minus.
Hohe Bewertungen bremsen die Kauflaune
Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst von CMC Markets, verwies auf wachsende Skepsis gegenüber den hohen Bewertungen vieler Technologie- und Halbleiterunternehmen an der Wall Street. Zugleich konkurrierten attraktive Renditen am Anleihemarkt zunehmend mit Aktien.
Nach Einschätzung des Analysten müssen Unternehmen ihre Aktienkurse angesichts der Bewertungen mit überzeugenden Gewinnen rechtfertigen. Gute Quartalszahlen allein reichten vielfach nicht mehr aus, um neue Kursfantasie zu erzeugen.
US-Berichtssaison liefert gemischte Impulse
Die Quartalszahlen von JPMorgan, Citigroup, Goldman Sachs, United Health und Johnson & Johnson fielen insgesamt besser als erwartet aus. Die Anleger überzeugten die Ergebnisse jedoch nur teilweise.
Goldman Sachs bildete laut Lipkow eine Ausnahme. Die Investmentbank übertraf demnach mit Rekorderlösen und einem starken Beratungsgeschäft auch optimistische Prognosen.
Symrise führt die Gewinnerliste an
Bei den Dax-Werten standen zuletzt deutlich abgestrafte Aktien im Mittelpunkt. Symrise führte bis kurz vor Handelsschluss die Liste an, gefolgt von den Papieren von BMW und Brenntag.
Das Schlusslicht bildeten Siemens Energy und Infineon. Neben Symrise waren auch Deutsche Telekom und Vonovia gefragt. Lipkow wertete dies als gezielte Suche nach günstiger bewerteten Aktien und nicht als breit angelegte Rückkehr des Optimismus.
Gaspreis steigt, Ölpreis fällt
Der Gaspreis für die Lieferung im November stieg auf 87 Euro je Megawattstunde. Sollte dieses Preisniveau dauerhaft bestehen bleiben, ergäbe sich daraus laut Meldung ein Verbraucherpreis von mindestens rund 14 bis 16 Cent je Kilowattstunde einschließlich Nebenkosten und Steuern.
Der Brent-Ölpreis lag am Dienstagnachmittag gegen 17 Uhr deutscher Zeit bei 105,90 Dollar je Barrel und damit 78 Cent beziehungsweise 0,7 Prozent unter dem Schluss des vorherigen Handelstags. Der Euro kostete 1,1194 Dollar.
Der Dax bewegt sich trotz des Rückgangs auf hohem Niveau. Im Handelsverlauf zeigte der Leitindex zunächst Stärke und überschritt zeitweise die Marke von 25.400 Punkten, bevor die Gewinne wieder abbröckelten. Das unterstreicht die derzeit hohe Empfindlichkeit des Marktes gegenüber Bewertungen, Renditen und neuen Unternehmenszahlen.
Bewertungen treffen auf Anleiherenditen
Im Mittelpunkt steht der Wettbewerb zwischen Aktien und Anleihen. Steigende oder attraktiv wahrgenommene Renditen können Kapital aus dem Aktienmarkt abziehen, insbesondere wenn Unternehmen bereits mit hohen Gewinn- und Wachstumserwartungen bewertet sind. Für Anleger steigt damit die Bedeutung belastbarer Ergebnisse und Ausblicke.
Die US-Berichtssaison liefert zugleich ein gemischtes Signal: Mehrere große Banken und Gesundheitskonzerne übertrafen die Erwartungen, überzeugten die Investoren aber nicht durchweg. Der Markt verlangt damit nicht nur solide Zahlen, sondern deutliche positive Überraschungen.
Defensive Werte im Fokus
Die Nachfrage nach Symrise, Deutscher Telekom und Vonovia deutet auf eine selektive Anlagestrategie hin. Nach Kursverlusten erscheinen einzelne Titel wieder günstiger, ohne dass daraus automatisch eine breite Erholung folgt. Für Privatanleger bleiben deshalb Unternehmensperspektiven, Bewertungsniveau und Zinsentwicklung entscheidend.
Der höhere Gaspreis erhöht den Kostendruck, falls das Niveau anhält. Der schwächere Ölpreis und der festere Euro wirken dagegen in unterschiedliche Richtungen auf Unternehmen und Verbraucher. Der Handelstag zeigt damit ein uneinheitliches Marktbild statt eines klaren Trends.
