DAX: Ölpreis bremst Erholung
Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 14:25 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der DAX versucht sich am Montag an einer Stabilisierung – nach zwei Verlustwochen in Folge kein leichtes Unterfangen. Der Index startete zunächst mit Abschlägen bei 24.769 Punkten, konnte sich im Laufe des Vormittags aber leicht ins Plus retten und notierte zuletzt bei 24.868 Zählern. Der Grund für die Nervosität liegt weniger in Frankfurt als in Nahost.
Iran-Konflikt treibt Ölpreis
Die Straße von Hormus bleibt der wunde Punkt der Märkte. Das US-Militär bombardierte in der neunten Nacht in Folge Ziele im Iran, während iranische Streitkräfte ihrerseits US-Stützpunkte in Kuwait, Bahrain und Jordanien angriffen. Am Wochenende kamen dabei erstmals seit Monaten wieder US-Soldaten ums Leben – ein Ereignis, das die Eskalationsspirale weiter antreibt.
Die Folge zeigt sich unmittelbar am Ölmarkt: Ein Fass der Sorte Brent verteuerte sich um gut drei Prozent auf über 90 Dollar. Für den MDAX bedeutete das ein deutlicheres Minus als für den DAX – der Nebenwerte-Index fiel um 0,5 Prozent auf 31.719 Punkte. Lufthansa gehörte mit einem Kursrückgang von 2,4 Prozent zu den größten Verlierern, belastet zusätzlich von einem überraschenden Gewinneinbruch beim irischen Wettbewerber Ryanair.
Nicht alle Werte litten unter der Gemengelage. Salzgitter setzte seine Erholung vom Freitag fort und legte um 1,4 Prozent zu, nachdem das Unternehmen seine Jahresprognose angehoben hatte. Fresenius profitierte von einem optimistischen Analystenausblick der Deutschen Bank vor den anstehenden Quartalszahlen und gewann mehr als zwei Prozent.
Berichtssaison und EZB als nächste Prüfsteine
Vom Rekordhoch aus dem 6. Juli bei 25.900 Punkten trennen den Index inzwischen mehr als 1.000 Zähler. Neue Bestmarken sind aktuell kein Thema – zu schwer wiegt die Gemengelage aus geopolitischer Unsicherheit und einer Berichtssaison, die gerade erst Fahrt aufnimmt.
Diese Woche stehen mit SAP, Deutsche Börse und Volkswagen gleich drei DAX-Konzerne mit Quartalszahlen im Kalender, in den USA blicken Anleger am Mittwoch auf die Ergebnisse von Alphabet und Tesla. Parallel entscheidet die EZB am Donnerstag über die Leitzinsen – Beobachter rechnen mehrheitlich mit einer Zinspause, auch wenn die steigenden Energiepreise den Inflationsdruck erhöhen. Am Dienstag liefern die ZEW-Konjunkturerwartungen einen ersten Stimmungstest, am Freitag folgen die vorläufigen Einkaufsmanagerindizes für Juli.
Ob sich der DAX aus der Konsolidierung lösen kann, dürfte sich an zwei Fronten entscheiden: an der Entwicklung im Nahen Osten und daran, ob die Unternehmenszahlen die hohen Erwartungen der Investoren erfüllen können.
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