DAX: Öl diktiert das Geschehen
14.03.2026 - 05:02:43 | boerse-global.deZwei Wochen nach Ausbruch des Iran-Kriegs findet der DAX keine Ruhe. Der deutsche Leitindex schloss heute mit einem Minus von 0,60 Prozent bei 23.447 Punkten – zwischenzeitliche Gewinne von mehr als 0,7 Prozent konnte er nicht ins Ziel retten. Das Muster der vergangenen Tage wiederholt sich: Sobald geopolitische Nachrichten die Hoffnung auf Entspannung nähren, folgt prompt die nächste Hiobsmeldung.
Der Ölpreis bleibt das Zünglein an der Waage. Brent pendelt derzeit um die 100-Dollar-Marke – eine Schwelle, die Ökonomen zufolge bereits ausreicht, um die Konjunkturprognosen spürbar zu belasten. Die USA erlaubten zwar vorübergehend den Kauf von russischem Öl, das sich bereits auf Schiffen befindet. Doch der Iran drohte parallel mit Angriffen auf die Öl- und Gas-Infrastruktur der Golfregion. Berichte über diplomatische Gespräche zwischen Frankreich, Italien und Teheran zur Sicherung der Straße von Hormus wurden von der italienischen Regierung umgehend dementiert.
Stagflation als Schreckgespenst
Hinter der Volatilität steckt eine handfeste Sorge: Stagflation. Stagnierendes Wirtschaftswachstum bei gleichzeitig steigenden Preisen – ein Szenario, das Investoren besonders zermürbt. Rund ein Fünftel des weltweiten Ölverbrauchs passiert normalerweise die Straße von Hormus, dazu etwa 25 Prozent der globalen Düngemittelexporte und 35 Prozent der Harnstoffexporte. Eine länger andauernde Blockade würde also weit über den Energiesektor hinaus wirken.
Banktitel litten besonders unter dieser Gemengelage. Deutsche Bank gab heute 0,80 Prozent nach, Commerzbank sogar 2,1 Prozent – steigende Kreditrisiken machen Finanzwerte zum bevorzugten Ziel der Verkäufer. Auf Wochensicht summiert sich das Minus im DAX auf gut einen halben Prozentpunkt; seit Kriegsausbruch hat der Index insgesamt mehr als sechs Prozent eingebüßt.
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Gewinner in der Krise
Nicht alle Titel litten. Rheinmetall legte heute 2,7 Prozent zu und profitiert wie schon in den vergangenen Wochen von der geopolitischen Lage. K+S setzte die Rally mit einem Plus von 2,4 Prozent fort – Anleger spekulieren auf steigende Düngerpreise, weil Produktionskapazitäten in der Nahost-Region wegfallen. Größter Tagesgewinner im DAX war Zalando mit einem Kurssprung von 6,9 Prozent, nachdem Bernstein das Papier auf „Market-Perform" hochstufte und den verbesserten Cashflow lobte.
Die kommende Woche bringt keine Entlastung in Sicht. Fed und EZB entscheiden über die Leitzinsen – Zinsschritte erwartet kaum jemand, doch der Markt will wissen, wie beide Notenbanken mit dem drohenden Inflationsschub im Frühjahr umgehen wollen. Zusätzlich steht der ZEW-Index an, von dem Volkswirte bereits einen deutlichen Rückgang erwarten. Solange die Lage an der Straße von Hormus ungeklärt bleibt, dürfte der DAX an seiner charttechnischen Unterstützung bei 23.300 Punkten knabbern – und die Weltpolitik das letzte Wort behalten.
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