DAX, Iran-Krieg

DAX kämpft um Erholung: Leichter Anstieg trotz Iran-Krieg und schwachem März

31.03.2026 - 17:25:04 | ad-hoc-news.de

Der DAX notiert am Dienstag, 31. März 2026, mit leichten Gewinnen bei rund 22.700 Punkten, nach einem dramatischen Monatsverlust von über zehn Prozent durch den Iran-Krieg. Ölpreise und Inflation belasten den Markt weiter, doch vage Deeskalationshoffnungen treiben die Kurse.

DAX, Iran-Krieg, Börse Frankfurt - Foto: THN

Der deutsche Leitindex DAX hat am Dienstag, den 31. März 2026, seine Erholung vom Vortag leicht fortgesetzt und notiert mittags mit Gewinnen von etwa 0,7 Prozent bei 22.728 Punkten. Trotz anhaltender Unsicherheiten durch den Iran-Krieg, der den März zu einem der schwächsten Monate seit Langem macht, zeigen Investoren erste Anzeichen von Zuversicht.

Stand: Dienstag, 31. März 2026, 15:24 Uhr MESZ (Europe/Berlin)

Schwacher März durch geopolitische Spannungen

Der DAX steht vor einem monatlichen Verlust von rund zehn Prozent, hauptsächlich verursacht durch den eskalierenden Konflikt im Iran. Der Index, der zu Jahresbeginn bei über 25.000 Punkten startete, hat seitdem mehr als acht Prozent eingebüßt. Ähnlich belastet sind der MDax mit einem Minus von etwa acht Prozent und der Euro Stoxx 50, der mit vier Prozent Verlust besser abschneidet. Die anhaltenden Ölpreisschübe im Zuge des Krieges treiben die Inflation in der Eurozone an und dämpfen das Vertrauen der Anleger.

Intraday-Entwicklung: Von schwachem Start zu moderaten Gewinnen

Der Handel begann zögerlich. Eine Stunde nach Eröffnung lag der DAX bei 22.590 Punkten mit nur 0,1 Prozent Plus. Der MDax fiel hingegen leicht um 0,1 Prozent auf 27.826 Punkte. Bis zum Mittag drehte der Markt jedoch um: Der DAX kletterte auf 22.736 Punkte (+0,8 Prozent), der Euro Stoxx 50 auf 5.575 Punkte (+0,6 Prozent). Der MDax erholte sich auf 27.883 Punkte (+0,3 Prozent). Diese Entwicklung spiegelt vage Hoffnungen auf eine Entspannung in Nahost wider, die den Druck auf Energiepreise mildern könnte.

Ölpreise und Inflation als Markttreiber

Die Ölpreise für Brent und WTI fielen leicht um 0,6 Prozent auf 107,93 bzw. 104,29 US-Dollar pro Barrel. Dennoch bleibt der Druck hoch: Die Eurozonen-Inflation stieg im März auf 2,5 Prozent im Jahresvergleich (vorher 1,9 Prozent), leicht unter den Erwartungen von 2,6 Prozent. Anleger rechnen mit bis zu drei Zinserhöhungen der EZB bis Jahresende. Der Euro hielt sich stabil bei 1,1466 US-Dollar. Diese Makrodaten dominieren den Markt, da höhere Energiepreise die Wirtschaft bremsen und die Geldpolitik verschärfen könnten.

Arbeitsmarkt in Deutschland stabil

Die saisonbereinigte Arbeitslosenzahl blieb im März unverändert, die Quote bei 6,3 Prozent. Ohne Saisonalität sank die Zahl um 49.000 auf 3,021 Millionen, die Quote auf 6,4 Prozent. Dies entspricht den Prognosen und gibt der Wirtschaft einen stabilen Unterton, trotz geopolitischer Turbulenzen. Für Anleger signalisiert dies Resilienz im Arbeitsmarkt, was den Konsum stützen könnte.

Ausblick des DAX-Chefs: Forderung nach Rentenreform

Deutsche-Börse-Chef Stephan Leithner plädiert für eine grundlegende Rentenreform mit höherem Aktienanteil. 'Wir können nicht länger zusehen, dass Milliarden aus dem Haushalt die Rentenkasse stopfen müssen', sagte er. Er lobt Schritte wie die Frühstart-Rente und das Altersvorsorgedepot als Basis für weitere Maßnahmen. Dies könnte privaten Anlegern im DACH-Raum neue Chancen eröffnen, da mehr Kapital in Aktien fließen würde.

Sektorale Gewinner und Verlierer

Im MDax führt Redcare Pharmacy mit +14 Prozent die Gewinner an, gefolgt von anderen Tech- und Pharma-Werten. Norma Group hingegen fiel um 1,8 Prozent auf 16,80 Euro nach verhaltenem Ausblick. Dermapharm gab Ziele für 2026 bekannt: Umsatz 1,182-1,218 Milliarden Euro, EBITDA 331-341 Millionen Euro, Dividende 88 Cent. Solche Unternehmensnachrichten bieten punktuelle Chancen in einem ansonsten defensiven Markt.

Implikationen für Anleger im DACH-Raum

Für private und professionelle Anleger im deutschsprachigen Raum bedeutet der schwache März eine Kaufgelegenheit bei Blue Chips wie Siemens oder SAP, sofern Deeskalation eintritt. Der Iran-Krieg erhöht jedoch das Risiko für energieabhängige Sektoren wie Autozulieferer. Diversifikation in defensive Werte wie Versorger oder Pharma ist ratsam. Die stabile Arbeitslosigkeit unterstützt den Konsumsektor. Langfristig könnte Leithners Reformvorschlag den Aktienmarkt beleben, indem sie Altersvorsorge attraktiver macht.

Der Quartalsausblick bleibt trüb: Nach zwei starken Jahren gaben europäische Aktien im Q1 2026 Gewinne ab. Der Stoxx 600 verliert 1,5 Prozent. Anleger sollten auf EZB-Signale und Nahost-Entwicklungen achten. Der X-Dax signalisierte zu Handelsbeginn +0,4 Prozent, was sich bestätigte.

Um die Komplexität des Marktes zu verdeutlichen, betrachten wir die historischen Vergleiche. In vergleichbaren geopolitischen Krisen wie 1990/91 (Golfkrieg) fiel der DAX um 20 Prozent, erholte sich aber rasch. Heute, mit höherer Globalisierung, wirken Schocks stärker auf Energieimporteure wie Deutschland. Die Inflation bei 2,5 Prozent nähert sich dem EZB-Ziel von 2 Prozent, erhöht aber Zinsrisiken.

Technisch nähert sich der DAX der 200-Tage-Linie bei 22.500 Punkten. Ein Durchbruch könnte zu 23.000 führen, ein Bruch zu 21.800. Volatilität (VDAX) liegt erhöht bei über 20 Punkten.

Risiken und Chancen im Detail

Risiken: Eskalation im Iran könnte Öl auf 120 Dollar treiben, Inflation auf 3 Prozent heben und Rezession auslösen. Chancen: Diplomatie könnte Preise drücken, EZB-Pausen ermöglichen. DACH-Anleger profitieren von stabiler Wirtschaft: Deutschland stagniert nicht, Arbeitsmarkt hält.

Für professionelle Anleger: Short-Positionen in Energie, Long in Erneuerbaren. Private: ETFs auf DAX oder MDax für Diversifikation. Rentenreform könnte Depot-Modelle boosten.

Weiterführende Quellen

onvista.de: DAX kaum bewegt
n-tv.de: Der Börsen-Tag
Deutsche Börse: Aktien Frankfurt
Finanznachrichten: Leithner zur Rentenreform

Disclaimer: Keine Anlageberatung. Finanzinstrumente und Märkte sind volatil.

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