DAX: High Noon der Berichtssaison
28.04.2026 - 06:16:12 | boerse-global.deDer DAX startet heute mit einem moderaten Plus von rund 0,5 Prozent in die neue Woche und hält sich knapp oberhalb der 24.200-Punkte-Marke. Damit verteidigt der Index vorerst die psychologisch wichtige 200-Tage-Linie, die aktuell bei 24.113 Punkten verläuft. Nach einem Wochenminus von 2,3 Prozent ist die Erholung zunächst überschaubar.
Antrieb liefert ein neues iranisches Gesprächsangebot: Teheran soll Washington via pakistanischer Vermittler einen Vorschlag zur Öffnung der Straße von Hormus und einem möglichen Kriegsende unterbreitet haben. Die nuklearen Fragen sollen dabei erst in einer späteren Phase verhandelt werden. Das Weiße Haus hat das Angebot empfangen — eine offizielle Reaktion steht aber aus. Brent-Öl bleibt mit gut 107 Dollar je Barrel auf hohem Niveau, was zeigt, wie angespannt die Lage trotz vorsichtiger Entspannungssignale bleibt.
Vier Tech-Giganten im Rampenlicht
Der eigentliche Stresstest für die Märkte beginnt zur Wochenmitte. Allein Alphabet, Amazon, Meta und Microsoft — die am Mittwoch berichten — stehen für rund 44 Prozent der Marktkapitalisierung des S&P 500. Apple folgt am Donnerstag. Weniger die reinen Quartalszahlen als die Ausblicke dürften den Ton angeben: Wie ambitioniert fällt der weitere Ausbau von KI-Infrastruktur aus? Halten die Investitionspläne angesichts hoher Energiekosten stand? Die Antworten werden auch Halbleiterwerte und Zulieferer entlang der gesamten Infrastrukturkette bewegen.
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Für den DAX kommt erschwerend hinzu, dass die Gewinnerwartungen für deutsche Unternehmen zuletzt deutlich korrigiert wurden. Statt des zu Jahresbeginn noch erwarteten Anstiegs von 15 Prozent rechnen Analysten nun nur noch mit einem Plus von rund 5 Prozent für 2026. Die Hoffnung ruht damit stark auf den Schätzungen für 2027, die ihrerseits einen Gewinnanstieg von 15 Prozent vorsehen — ein Fundament, das sich aktuell kaum belegen lässt.
Notenbanken und Inflation als Zündfaktor
Parallel zur Berichtssaison tagen in dieser Woche Fed, EZB, Bank of Japan und Bank of England. An Zinsänderungen glaubt kaum jemand — entscheidend ist das Signal. Sehen die Notenbanker die durch den Iran-Krieg angeheizte Inflation als temporäres Phänomen, oder bereiten sie die Märkte auf eine härtere Gangart vor? Für den Donnerstag wird zudem der erste Eurozone-Inflationsblitz erwartet, der von 2,6 auf bis zu 2,9 Prozent gestiegen sein dürfte. EZB-Präsidentin Lagardes Wortwahl nach der Sitzung könnte die Märkte stärker bewegen als die Zinsentscheidung selbst — zumal der Markt für Juni bereits eine merkliche Wahrscheinlichkeit für einen Zinsschritt einpreist.
Hierzulande sticht heute Nordex heraus: Der Windkraftkonzern übertraf mit seinen Erstquartalszahlen die Erwartungen deutlich, der Auftragsbestand liegt auf Rekordniveau. Die Aktie schoss zeitweise um rund 12 Prozent nach oben und erreichte den höchsten Stand seit 2002. Siemens legte an der DAX-Spitze rund 3,6 Prozent zu, die Commerzbank nach einer Hochstufung der Bank of America von „Neutral" auf „Buy" gut 1,6 Prozent.
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