Dax, Donald Trump

Dax fällt leicht auf 25.790 Punkte, Trump dämpft Iran-Sorgen der Börsen

Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 12:33 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Der Dax notiert am Donnerstagmittag leicht im Minus, obwohl Aussagen von Donald Trump zu begrenzten Angriffen auf den Iran die Börsianer vorerst beruhigen. Zugleich bleibt die Straße von Hormus geschlossen, was die Risiken für Energiepreise und Märkte hoch hält.

Dax leicht im Minus - Trump beruhigt Märkte etwas
Anzeigetafel in der Frankfurter Börse (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Der Dax hat sich am Donnerstag nach einem verhaltenen Start in den Handelstag bis zum Mittag knapp im roten Bereich bewegt. Gegen 12:30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 25.790 Punkten berechnet, 0,2 Prozent unter dem Schlussniveau vom Vortag.

Leitindex leicht schwächer, Spitzenreiter und Schlusslichter

An der Spitze der Kursliste rangierten die Deutsche Telekom, SAP und Heidelberg Materials. Am Ende der Tabelle fanden sich hingegen Rheinmetall, Airbus und Adidas wieder, die zu den größten Verlierern im Leitindex zählten.

Damit zeigt sich ein gemischtes Bild: Während einige Standardwerte von der derzeitigen Marktstimmung profitieren, geraten andere konjunktur- und zyklussensitive Titel unter Druck. Der Handel verläuft insgesamt ruhig, ohne große Ausschläge nach oben oder unten.

Trumps Aussagen zum Iran-Konflikt stützen die Stimmung

Für eine gewisse Entspannung sorgt eine Äußerung von Ex-US-Präsident Donald Trump zum Konflikt mit dem Iran. „Donald Trump spricht von nur kurzzeitigen Attacken auf den Iran. Das ist genau das, was die Börsen im Moment hören wollen“, sagte Thomas Altmann von QC Partners.

Den Aktienmärkten gebe das Auftrieb. „Die Energiepreise und die Zinsen steigen zumindest nicht weiter an. Für den Moment beruhigt Donald Trump die Märkte damit“, so Altmann weiter. Für eine langfristige Ruhe brauche es aber deutlich mehr.

Straße von Hormus bleibt geschlossen

Altmann verweist zugleich darauf, dass die Straße von Hormus weiterhin geschlossen ist. Von einem dauerhaften Frieden seien die beiden Konfliktparteien auch im Falle eines Endes der Attacken weit entfernt. Die Lage bleibt damit angespannt, auch wenn die Märkte kurzfristig etwas durchatmen.

Die anhaltende Blockade der wichtigen Öl- und Gasroute sorgt dafür, dass Investoren aufmerksam auf weitere politische und militärische Signale achten. Neue Störungen könnten jederzeit wieder steigende Energiepreise und höhere Renditen an den Anleihemärkten auslösen.

Euro zum Dollar etwas stärker

Die europäische Gemeinschaftswährung war am Donnerstagmittag etwas stärker. Ein Euro kostete 1,1601 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8620 Euro zu haben.

Damit setzt der Euro seine moderate Erholung gegenüber der US-Währung fort. Für Exportunternehmen aus der Eurozone bleibt der Wechselkurs zwar im beobachteten Rahmen, doch im Zusammenspiel mit geopolitischen Risiken kann er kurzfristig zu zusätzlichen Schwankungen bei Unternehmensgewinnen und Bewertungen beitragen.

Der leichte Rückgang des Dax am Donnerstag steht in einem Umfeld hoher Unsicherheit durch den jüngsten Krieg zwischen den USA und dem Iran rund um die Straße von Hormus. Die dts-Meldung verweist auf Aussagen von Donald Trump, wonach die jüngsten US-Angriffe auf iranische Ziele nur „kurzzeitig“ sein sollen und damit vor allem als Signal an die Märkte verstanden werden.

Hintergrund: Angriffe nahe der Straße von Hormus

In den Tagen vor der beschriebenen Dax-Bewegung hatten die USA nach Angaben von Trump mehrfach iranische Ziele nahe der Meerenge attackiert, darunter Raketenabschussrampen und Radaranlagen. Die Angriffe werden als Reaktion auf Versuche Irans eingeordnet, den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus mit Minen und Raketen zu gefährden. Teheran wiederum meldete Vergeltungsangriffe auf US-Stützpunkte in Jordanien und anderen Staaten der Region, die teilweise abgefangen wurden.

Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Routen für den weltweiten Ölhandel; Störungen oder eine Blockade schlagen nahezu direkt auf Energiepreise, Inflationserwartungen und damit die Zins- und Börsenentwicklung durch. In der dts-Meldung wird ausdrücklich erwähnt, dass die Meerenge weiterhin geschlossen ist – ein Hinweis auf anhaltende Risiken für Transportkosten und Rohstoffpreise trotz der von Trump betonten Begrenzung der Angriffe.

Bedeutung für Märkte und Anleger

Vor diesem Hintergrund ist die leicht negative Dax-Entwicklung bei gleichzeitig stabilen Energiepreisen und Zinsen ein Zeichen dafür, dass Anleger kurzfristig auf eine Eindämmung der Eskalation hoffen, ohne die strukturellen Risiken auszublenden. Analysten verweisen darauf, dass steigende Ölpreise und höhere Renditen am Anleihemarkt zuletzt weltweit Druck auf Aktienindizes ausgeübt haben. Dass Trump nun von begrenzten Attacken spricht, kann als Versuch gewertet werden, die Nervosität der Finanzmärkte zu dämpfen, ohne die militärische Linie grundsätzlich zu ändern.

Ausblick

Für Leser und Anleger bedeutet die Lage, dass politische und militärische Entwicklungen im Golf weiterhin wesentliche Kurstreiber bleiben. Solange die Straße von Hormus nicht verlässlich für den zivilen Schiffsverkehr geöffnet ist und Iran wie USA ihre Drohkulissen aufrechterhalten, bleibt das Risiko erneuter Ausschläge bei Energiepreisen und Zinsen bestehen. Eine nachhaltige Beruhigung der Börsen setzt daher mehr voraus als die Ankündigung kurzzeitiger Angriffe: gefragt wären belastbare Vereinbarungen zur Sicherheit der Handelswege und eine erkennbare Entspannung zwischen den Konfliktparteien.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Deutschlandfunk: „Straße von Hormus - USA greifen nach eigener Aussage erneut Ziele im Iran an“ (01.09.2026)

Der Beitrag schildert die jüngsten US-Angriffe nahe der Straße von Hormus als Reaktion auf iranische Versuche, den Schiffsverkehr in der Meerenge zu sabotieren. Zugleich wird die iranische Seite mit Berichten über Explosionen und Ankündigungen von Vergeltungsschlägen zitiert. Im Vergleich zur dts-Meldung vertieft der Artikel die militärische Lage, während die unmittelbaren Börseneffekte nur am Rande vorkommen.

n-tv: „Eskalation in Nahost“ (02.09.2026)

n-tv beschreibt, wie die Eskalation im Iran-Krieg und die deutlich gestiegenen Ölpreise vor allem asiatische Leitbörsen unter Druck setzen. Der Beitrag greift die von Trump als Vergeltung dargestellten US-Angriffe und die iranischen Raketen- und Drohnenangriffe auf Ziele in der Region auf und stellt den Zusammenhang zu fallenden Aktienkursen und steigenden Marktzinsen her. Während die dts-Meldung den Fokus auf den Dax und die kurzfristige Beruhigung der Märkte legt, betont n-tv stärker die globalen Belastungen durch den Konflikt.

ZDFheute: „Trump droht Iran nach Angriffen mit weiterer Eskalation“ (02.09.2026)

Der ZDFheute-Artikel ordnet die US-Angriffe als „große und gewaltige“ Vergeltungsaktionen ein und zeigt, wie Trump zugleich mit weiteren Eskalationsschritten droht. Die iranischen Vergeltungsschläge auf US-Stützpunkte und die militärische Dynamik stehen im Mittelpunkt, wirtschaftliche Folgen werden nur indirekt angedeutet. Im Vergleich zur dts-Meldung wird die politische Dimension der Äußerungen Trumps stärker hervorgehoben, während die unmittelbare Wirkung auf Börsen und Währungskurse im Hintergrund bleibt.

Übergreifend bestätigt der Pressespiegel die Angaben zu den US-Angriffen nahe der Straße von Hormus und der iranischen Gegenreaktion. Unterschiede ergeben sich vor allem in der Gewichtung: Während wirtschaftliche Dienste die Marktfolgen, vor allem bei Aktien und Öl, betonen, stellen politische Redaktionen die Eskalationsrisiken und die strategische Bedeutung der Meerenge in den Vordergrund. Offen bleibt, ob die von Trump angekündigte Begrenzung der Angriffe ausreicht, um eine weitere militärische Zuspitzung und stärkere Verwerfungen an den Finanzmärkten zu verhindern.

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