Dax, Ölpreis

Dax fällt auf 25.905 Punkte, Brent-Öl erreicht 100 Dollar

Veröffentlicht am: 09.09.2026 um 09:31 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Der Dax hat den Handel am Mittwoch mit Verlusten begonnen, während der Brent-Ölpreis die Marke von 100 US-Dollar erreicht. Geopolitische Spannungen und Zinsängste treiben die Nervosität an den Finanzmärkten.

Dax startet schwach - Nervosität nimmt zu
Frankfurter Börse - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Der Dax ist am Mittwoch schwach in den Handelstag gestartet und hat damit an die Verluste der Vortage angeknüpft. Gegen 9:30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 25.905 Punkten berechnet, 0,4 Prozent unter dem Schlussniveau vom vorherigen Handelstag.

Standardwerte im frühen Handel im Minus

An der Spitze der Kursliste rangierten zunächst SAP, RWE und Eon. Am Ende der Dax-Tabelle standen dagegen Rheinmetall, Airbus und die Deutsche Börse, die im frühen Handel zu den größten Verlierern zählten. Damit zeigte sich ein gemischtes Bild, bei dem einzelne Standardwerte zulegen konnten, während andere deutlich unter Druck gerieten.

Eskalation im Golf treibt Ölpreis und Nervosität

"Die Eskalationsspirale zwischen den USA und dem Iran dreht sich weiter", sagte Thomas Altmann von QC Partners. Die gegenseitigen Angriffe setzten sich fort. "Rohöl der Sorte Brent wird jetzt nur noch ganz knapp unter der Marke von 100 Dollar gehandelt und damit so hoch wie seit dem Mai nicht mehr."

Altmann betonte, an der Börse hofften zwar weiterhin alle auf ein schnelles Ende dieser erneuten Eskalation, dennoch nehme die Nervosität zu. Die Kaufbereitschaft für Risikoassets wie Aktien habe zuletzt deutlich nachgelassen. Die Stabilität der Aktienmärkte sei aktuell mehr auf geringe Gewinnmitnahmen zurückzuführen und weniger auf große Käufe.

Euro etwas fester, Brent-Preis auf Mehrmonatshoch

Die europäische Gemeinschaftswährung zeigte sich am Mittwochmorgen etwas stärker. Ein Euro kostete 1,1644 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8588 Euro zu haben. Damit bewegte sich der Eurokurs im frühen Handel leicht über dem Stand des Vortages.

Der Ölpreis stieg unterdessen stark. Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete gegen 9 Uhr deutscher Zeit 100,00 US-Dollar; das waren 2,2 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags. Der Preis liegt damit auf dem höchsten Niveau seit Mai und verstärkt die Sorge vor Folgen für Unternehmen und Verbraucher.

Der schwache Start des Dax spiegelt eine Kombination aus geopolitischer Unsicherheit und geldpolitischen Sorgen wider. Der Leitindex liegt mit 25.905 Punkten zwar nahe an den Niveaus der Vortage, doch die Richtung zeigt nach unten. Zugleich zieht der Ölpreis der Sorte Brent mit 100 US?Dollar je Barrel weiter an, nachdem er bereits in den Tagen zuvor deutlich gestiegen war. Die Belastungsfaktoren für Aktienmärkte bleiben damit vielfältig.

Geopolitik und Ölpreis als Belastung

Die zunehmenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran im Golf und rund um die Straße von Hormus haben den Ölmarkt bereits in den vergangenen Tagen nach oben getrieben. Berichte über Angriffe auf Schiffe und eine erschwerte Passage der wichtigen Engstelle haben den Schiffsverkehr reduziert und die Erwartung geprägt, dass Angebotsrisiken zunehmen. Ein Brent-Preis von 100 Dollar markiert den höchsten Stand seit Monaten und verstärkt weltweit Inflations- und Kostensorgen, insbesondere für energieintensive Unternehmen und Haushalte mit hohem Kraftstoffverbrauch.

Zins- und Konjunktursorgen am Aktienmarkt

Steigende Ölpreise wirken wie ein zusätzlicher Preisschub in einer Phase, in der viele Zentralbanken ohnehin wachsam auf Inflation achten. Höhere Energiepreise können die Debatte über weitere oder länger anhaltende Zinsanhebungen neu befeuern. Für den Dax kommt hinzu, dass der September traditionell als schwächerer Börsenmonat gilt und Anleger nach den Kursgewinnen der vergangenen Monate vorsichtiger agieren. Die von Marktbeobachtern beschriebene nachlassende Kaufbereitschaft für Risikoanlagen passt zu einem Umfeld, in dem Investoren Gewinne sichern und Engagements eher reduzieren als aufstocken.

Folgen für Anleger und Unternehmen

Für Anleger bedeutet die Kombination aus hoher Energiepreisvolatilität und politischer Unsicherheit, dass eine breitere Diversifikation und eine genaue Beobachtung konjunkturabhängiger Branchen wichtiger werden. Unternehmen mit hoher Energiekostenquote stehen unter zusätzlichem Margendruck, während Energieversorger und Teile des Technologiesektors kurzfristig als vergleichsweise robuste Titel wahrgenommen werden können. Wie stark die aktuelle Nervosität am Markt anhält, wird nicht zuletzt davon abhängen, ob sich die Lage im Konflikt zwischen den USA und dem Iran stabilisiert oder weiter zuspitzt.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

n-tv.de: „Ölpreisanstieg geht in die nächste Runde" (07.09.2026)

Der Beitrag beschreibt, dass die Sorte Brent bereits Anfang der Woche deutlich zulegte und knapp unter 97 Dollar je Barrel notierte. Als zentrale Ursache werden geopolitische Spannungen im Nahen Osten genannt, insbesondere gegenseitige Angriffe von USA und Iran auf Schiffe im Golf sowie die Ankündigung Teherans, eine Sperrzone nahe der Straße von Hormus einzurichten. Der Artikel betont zudem, dass der Ölpreisanstieg als Inflationsimpuls wahrgenommen wird und neue Zinsängste auslösen kann, was die Nervosität an den Finanzmärkten verstärkt.

Deutschlandfunk: „Experten gehen von weiter steigenden Ölpreisen aus" (07.09.2026)

Deutschlandfunk hebt hervor, dass der Brent-Preis zuletzt um die Marke von 98 Dollar pendelte und Experten weiterer Anstiegspotenzial bis deutlich über 100 Dollar sehen. Als Hintergrund wird die angespannte Lage in der Straße von Hormus beschrieben, die den Schiffsverkehr auf den niedrigsten Stand seit Monaten drückt. Der Beitrag stellt stärker als andere Quellen die Folgen für Verbraucher und Unternehmen heraus, etwa über hohe Kraftstoffpreise und anhaltenden Kostendruck, und verweist auf Prognosen großer Banken zu möglichen weiteren Preissteigerungen.

Gemeinsam zeichnen die Artikel das Bild eines Ölmarkts, der von geopolitischen Risiken getrieben ist und mit Preisen nahe oder über 100 Dollar die Inflations- und Zinsdebatte befeuert. Während n-tv.de den Marktprimärblick mit Fokus auf Tagesbewegungen und Börsenstimmung liefert, ordnet Deutschlandfunk die strukturellen Folgen und die Erwartungen der Experten ein. Offene Fragen betreffen vor allem die Dauer der Spannungen im Golf und die tatsächliche Höhe eines möglichen weiteren Ölpreisanstiegs.

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