Dax fällt auf 24.939 Punkte – Ölpreis steigt über 105 Dollar
Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 17:53 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDer Dax hat am Donnerstag deutlich nachgelassen. Zum Xetra-Handelsschluss wurde der Index mit 24.939 Punkten berechnet, was einem Minus von 1,0 Prozent gegenüber dem Vortagesschluss entspricht.
Heidelberg Materials vorn, Bayer unter Druck
An der Spitze der Kursliste lagen die Aktien von Heidelberg Materials, die bis kurz vor Handelsschluss um mehr als zwei Prozent zulegten. Dahinter folgten Hochtief und Scout24.
Deutlich schwächer entwickelten sich die Bayer-Aktien, die bis kurz vor Handelsschluss mehr als fünf Prozent verloren. Auf den weiteren Plätzen der Verliererliste folgten Volkswagen und Merck.
Energiepreise und Renditen belasten
„Steigende Energiepreise und gleichzeitig weiter anziehende Anleiherenditen treiben die Anleger zunehmend aus dem Aktienmarkt. Brent steigt wieder auf über 105 Dollar und damit kehrt das Inflationsgespenst zurück“, sagte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets.
Die hohen Ölpreise schürten die Sorge vor einem erneuten Preisschub und damit vor einer länger restriktiven Geldpolitik, so Lipkow. Zugleich fielen die Kurse vieler Staatsanleihen weiter, wodurch deren Renditen stiegen.
Gewöhnung an niedrige Zinsen wird neu bewertet
Steigende Renditen verteuerten die Refinanzierung und engten die finanziellen Spielräume hoch verschuldeter Staaten zunehmend ein, erklärte der Marktanalyst. Das eigentliche Problem seien weniger historisch außergewöhnlich hohe Renditen als die langjährige Gewöhnung an extrem niedrige Zinsen.
Steigende Renditen wirkten deshalb zunehmend direkt auf die Aktienkurse. Für den weiteren Jahresverlauf werde die Berichtssaison wichtiger; Aktien blieben in diesem Umfeld vor allem dann attraktiv, wenn die Gewinndynamik stimme und die Unternehmen stärker wüchsen, sagte Lipkow.
Euro schwächer, Gold und Öl teurer
Die europäische Gemeinschaftswährung war am Donnerstagnachmittag schwächer. Ein Euro kostete 1,1241 US-Dollar, während ein Dollar 0,8896 Euro wert war.
Der Goldpreis legte zu: Eine Feinunze wurde am Nachmittag mit 4.168 US-Dollar bewertet, 0,3 Prozent mehr als am Vortag. Das entsprach einem Preis von 119,22 Euro je Gramm.
Auch der Ölpreis stieg deutlich. Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Donnerstagnachmittag gegen 17 Uhr deutscher Zeit 101,70 US-Dollar und damit 3,7 Prozent mehr als zum Schluss des vorherigen Handelstags.
Der Rückgang des DAX fällt in ein Marktumfeld, in dem Anleger gleichzeitig höhere Energie- und Finanzierungskosten einpreisen. Der Ölpreis gilt dabei als wichtiger Inflationsfaktor: Steigt Brent deutlich, erhöhen sich die Kosten für Transport, Produktion und viele Vorleistungen. Das kann die Margen von Unternehmen belasten und zugleich den Spielraum der Notenbanken für Zinssenkungen begrenzen.
Zinsdruck verändert die Anlageentscheidung
Parallel dazu zogen die Renditen an den Anleihemärkten an. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen erreichte am Donnerstag laut einem laufenden Börsenbericht 5,342 Prozent und damit den höchsten Stand seit 24 Jahren. Höhere Renditen machen festverzinsliche Anlagen attraktiver und erhöhen für Unternehmen die Kosten neuer Kredite.
Auch der Euro geriet unter Druck und fiel zeitweise unter 1,13 US-Dollar. Das verteuert in der Eurozone importierte Rohstoffe, insbesondere Energie, und kann den Inflationsdruck zusätzlich verstärken. Für deutsche Anleger bleibt damit entscheidend, ob die Unternehmen in der anstehenden Berichtssaison steigende Kosten durch höhere Preise, Produktivität oder ausreichendes Wachstum ausgleichen können.
Unterschiedliche Gewinner und Verlierer
Die Kursbewegungen innerhalb des DAX zeigen, dass der Markt nicht alle Branchen gleich bewertet. Heidelberg Materials und Hochtief konnten zulegen, während Bayer, Volkswagen und Merck deutlich nachgaben. Energiepreise, Zinsen, Wechselkurse und unternehmensspezifische Nachrichten wirken dabei gleichzeitig, weshalb ein fallender Leitindex keine einheitliche Entwicklung aller Aktien bedeutet.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
tagesschau: „Marktbericht: DAX fällt unter 25.000 Punkte“ (01.10.2026)
Der Bericht bestätigt den Druck auf den DAX durch Inflations- und Zinssorgen und hebt das Unterschreiten der Marke von 25.000 Punkten hervor. Als zentralen Taktgeber stellt er die steigenden Anleiherenditen heraus, während die Ölpreisentwicklung als zusätzlicher Belastungsfaktor beschrieben wird.
n-tv: „Der Börsen-Tag Donnerstag, 1. Oktober 2026“ (01.10.2026)
Der laufende Börsenbericht meldet zwischenzeitlich einen DAX-Rückgang bis auf 24.854 Punkte und ordnet ihn in den Ausverkauf am US-Anleihemarkt sowie die gestiegenen Inflationserwartungen ein. Einen anderen Schwerpunkt setzt der Bericht auf den schwächeren Euro und die Auswirkungen hoher Energiepreise auf die Teuerung.
Beide Beiträge verbinden die Börsenschwäche mit höheren Renditen und Inflationsrisiken. Unterschiede bestehen vor allem beim zeitlichen Ausschnitt: Während der eine Bericht den Handelsstart und das Unterschreiten der runden Marke betont, begleitet der andere die volatile Entwicklung im Tagesverlauf.
