Dax fällt auf 24.806 Punkte wegen Iran-Sorgen
Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 12:43 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDer Dax ist am Donnerstag bis zum Mittag deutlich gefallen. Gegen 12:35 Uhr wurde der Leitindex mit rund 24.806 Punkten berechnet und lag damit 1,2 Prozent unter dem Schlussniveau des Vortags.
Infineon, Fresenius und Hochtief schwach
Am unteren Ende der Kursliste rangierten Infineon, Fresenius und Hochtief. Dem Abwärtstrend trotzten unter anderem Rheinmetall, SAP und Scout24.
Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets, führte die Entwicklung auf eine stärkere Gewichtung von Risiken durch die Investoren zurück. Die verschärfte Situation im Iran und geplante US-Militärschläge sorgten bereits im Vorfeld für höhere Energiepreise und wachsende Inflationssorgen.
Halbleiter unter Druck
Nach Einschätzung Lipkows reichten die Quartalszahlen von Samsung Electronics nicht aus, um den Halbleitersektor zu stützen. Stattdessen kam es bei Halbleiteraktien zu Gewinnmitnahmen.
Zusätzlichen Druck erzeugten weiter anziehende Renditen bei Staatsanleihen. Eine am Vortag durchgeführte Auktion von US-Staatsanleihen wurde zwar stärker als erwartet nachgefragt, verstärkte laut Lipkow aber zugleich Zweifel an der aktuellen Bewertung von US-Aktien.
Euro schwächer, Gold und Öl teurer
Die europäische Gemeinschaftswährung notierte am Donnerstagnachmittag etwas schwächer. Ein Euro kostete 1,1181 US-Dollar, während ein Dollar 0,8944 Euro wert war.
Der Goldpreis stieg leicht auf 4.117 US-Dollar je Feinunze. Das entsprach einem Preis von 118,39 Euro pro Gramm.
Deutlich stärker legte der Ölpreis zu: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete gegen 12 Uhr deutscher Zeit 104,40 US-Dollar und damit 4,2 Prozent mehr als zum Schluss des vorherigen Handelstags.
Der Dax reagiert am Donnerstag auf ein Bündel internationaler Belastungsfaktoren. Im Mittelpunkt stehen die verschärfte Lage im Iran und die Erwartung weiterer US-Militärschläge. Höhere Ölpreise erhöhen für Unternehmen und private Haushalte die Energiekosten und verstärken zugleich den Inflationsdruck.
Für den deutschen Aktienmarkt ist die Entwicklung besonders relevant, weil eine anhaltend teure Energieversorgung die Margen energieintensiver Firmen belasten kann. Zugleich könnten höhere Verbraucherpreise den Spielraum für Zinssenkungen begrenzen. Das verschlechtert die Finanzierungsperspektiven und drückt typischerweise auf die Bewertung von Aktien, insbesondere bei wachstumsorientierten Technologieunternehmen.
Ölpreis und Anleiherenditen im Fokus
Der Anstieg des Brent-Preises auf mehr als 104 Dollar je Barrel markiert dabei den unmittelbarsten Übertragungskanal vom Nahostkonflikt auf die Finanzmärkte. Die Straße von Hormus ist eine zentrale Route für den weltweiten Energiehandel; Störungen oder zusätzliche militärische Risiken können deshalb weit über die Region hinaus Folgen haben.
Parallel steigende Renditen bei Staatsanleihen verschärfen den Druck auf Aktien. Sie machen festverzinsliche Anlagen attraktiver und erhöhen den Abzinsungsfaktor für künftige Unternehmensgewinne. Die Kursverluste bei Halbleiterwerten zeigen zudem, dass die Anleger nicht nur geopolitische Risiken, sondern auch die Tragfähigkeit hoher Technologie-Bewertungen neu gewichten.
Auswirkungen auf Anleger und Wirtschaft
Die unterschiedliche Entwicklung der Dax-Werte verdeutlicht, dass der Markt die Risiken sektorspezifisch verarbeitet. Zyklische Branchen und technologieabhängige Unternehmen reagieren empfindlicher auf höhere Energie- und Finanzierungskosten, während einzelne defensive oder rüstungsnahe Titel vergleichsweise stabil bleiben können. Für Anleger bleibt damit entscheidend, ob die Ölverteuerung vorübergehend bleibt oder sich über Lieferketten und Inflation verfestigt.

