Dax fällt 1,3 Prozent auf rund 25.880 Punkte
Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 09:33 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDer Dax ist am Donnerstagmorgen schwach in den Handelstag gestartet. Gegen 9:30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 25.880 Punkten berechnet, 1,3 Prozent unter dem Schlussniveau vom Vortag.
Chip-Euphorie erreicht den Dax kaum
Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets, erklärte, die positiven Vorgaben aus Asien prallten am deutschen Aktienmarkt ab. Auch die neue Euphorie im Halbleitersektor nach den Quartalszahlen von Micron Technology komme nicht an, da sich die direkten Profiteure der starken Chipnachfrage im Dax weiterhin an einer Hand abzählen ließen.
Damit zeige sich erneut ein struktureller Nachteil des deutschen Leitindex. Während die Wall Street und Teile Asiens von der KI- und Halbleiterstory profitierten, bekomme der Dax davon nur einen Bruchteil ab.
Ölpreis und Renditen belasten Aktien
Gleichzeitig spürt der Dax den Gegenwind hoher Energiepreise und steigender Anleiherenditen. Der Ölpreis hält die Sorgen vor einem erneuten Inflationsschub und einer zunehmenden Konsumzurückhaltung am Leben. Die jüngsten US-PCE-Daten deuteten zwar auf eine gewisse Entspannung beim Preisdruck hin, reichten laut Lipkow aber nicht für eine nachhaltige Entwarnung.
Fallende Kurse vieler Staatsanleihen treiben die Renditen nach oben. Dadurch steigen die Finanzierungskosten für Unternehmen, während Anleihen als Anlagealternative attraktiver werden.
Euro und Gold kaum verändert
Die europäische Gemeinschaftswährung war am Donnerstagmorgen etwas schwächer. Ein Euro kostete 1,1308 US-Dollar, ein Dollar war damit für 0,8843 Euro zu haben.
Der Goldpreis zeigte sich kaum verändert: Für eine Feinunze wurden 4.158 US-Dollar gezahlt. Das entsprach einem Preis von 118,21 Euro pro Gramm.
Brent-Öl steigt weiter
Der Ölpreis legte unterdessen zu. Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Donnerstagmorgen gegen 9 Uhr deutscher Zeit 98,95 US-Dollar und damit 92 Cent oder 0,9 Prozent mehr als zum Schluss des vorherigen Handelstags.
Der Dax reagiert am Donnerstag auf ein Umfeld, in dem mehrere Belastungsfaktoren gleichzeitig wirken. Hohe Ölpreise erhöhen die Kosten für Unternehmen und Verbraucher und können den Preisdruck verstärken. Steigende Anleiherenditen verschieben zugleich die Bewertung an den Aktienmärkten: Künftige Unternehmensgewinne werden bei höheren Marktzinsen weniger attraktiv, während festverzinsliche Anlagen stärker konkurrieren.
Die Entwicklung steht zudem im Kontrast zur anhaltenden Nachfrage nach Aktien aus dem Halbleiter- und KI-Bereich. Davon profitieren vor allem Märkte und Unternehmen mit hohem Technologiegewicht. Im Dax sind solche direkten Profiteure vergleichsweise begrenzt vertreten, während energieintensive und konjunkturabhängige Unternehmen stärker auf höhere Kosten und Finanzierungskonditionen reagieren.
Öl, Inflation und Renditen im Fokus
Für Anleger bleibt damit die Verbindung zwischen Rohstoffpreisen, Inflation und Geldpolitik entscheidend. Ein anhaltend teures Öl kann Erwartungen an sinkende Leitzinsen dämpfen und dadurch zusätzlichen Druck auf Aktien ausüben. Die jüngsten Preisdaten aus Deutschland und anderen europäischen Ländern hatten bereits gezeigt, dass Energiepreise wieder stärker in den Inflationsausblick eingreifen.
Die Kursbewegung am Morgen ist deshalb mehr als eine Reaktion auf einzelne Unternehmenszahlen. Sie zeigt, dass positive Impulse aus dem globalen Technologiesektor den deutschen Leitindex nur begrenzt erreichen, wenn gleichzeitig die makroökonomischen Rahmenbedingungen ungünstiger werden. Für private Anleger bedeutet das ein Umfeld, in dem Branchenunterschiede und die weitere Entwicklung von Ölpreisen sowie Renditen besonders stark ins Gewicht fallen.
