DAX, Chipschwäche

DAX: Chipschwäche bremst Rekordkurs

02.07.2026 - 13:41:00 | boerse-global.de

Der DAX fällt unter 25.000 Punkte, belastet von schwachen Halbleiterwerten. Reformpläne stützen, US-Arbeitsmarkt entscheidet über Trend.

DAX-Rücksetzer: Chipschwäche und US-Jobdaten im Fokus
DAX - Abstrakte Darstellung einer Verlangsamung digitaler Datenflüsse, die eine Bremsung im Technologiesektor und an der Börse symbolisiert. 02.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Zwei Tage in Folge ging es aufwärts, nun stockt der Motor. Der DAX startete am Donnerstag mit einem minimalen Rücksetzer auf 25.025 Punkte und rutschte damit knapp unter die psychologisch wichtige Marke von 25.000 Zählern. Der MDAX gab parallel um 0,3 Prozent auf 31.947 Punkte nach.

Der Auslöser liegt nicht in Frankfurt, sondern in Fernost. In Japan und Südkorea gerieten Halbleiterwerte deutlich unter Druck, nachdem bereits der US-Handel am Vorabend Technologiewerte abverkauft hatte. Hintergrund sind unter anderem Pläne von Meta Platforms, ein eigenes Cloud-Geschäft aufzubauen und überschüssige KI-Rechenleistung zu vermarkten — ein Schritt, der Anleger an bestehenden Chip-Investments zweifeln lässt. Hinzu kommen Gewinnmitnahmen nach einem starken ersten Halbjahr für den Sektor.

Reformpaket stützt, Jobdaten treiben

Etwas Rückenwind liefert die Innenpolitik. Union und SPD einigten sich am Vorabend nach zähem Ringen auf ein Reformpaket für Wachstum und soziale Sicherheit — ein Signal, das zumindest die Stimmung stabilisiert. Am Nachmittag richtet sich der Blick dann auf die US-Arbeitsmarktdaten, die wegen eines Feiertags bereits heute veröffentlicht werden. Der Bericht dürfte die Zinserwartungen an die US-Notenbank maßgeblich mitbestimmen und damit auch die Richtung an den europäischen Börsen beeinflussen.

Charttechnisch bleibt der übergeordnete Trend intakt. Nach einer rund dreiwöchigen Konsolidierung zeigten die gleitenden Durchschnitte der vergangenen Handelstage wieder Stärke, mehrere technische Indikatoren wiesen zuletzt in Richtung Kaufsignal. Als nächste Hürde gilt das Verlaufshoch bei 25.181 Punkten, bevor der Index in Reichweite des Allzeithochs vom 13. Januar bei 25.507,79 Punkten käme — der bisherigen Bestmarke des laufenden Jahres.

Ob der Bruch des seit Mai laufenden Korrekturtrends gelingt, hängt an diesem Donnerstag maßgeblich von den US-Jobdaten ab. Fällt der Bericht schwächer als erwartet aus, könnte das die Zinssenkungsfantasie befeuern und dem DAX neuen Schub geben. Ein überraschend robuster Arbeitsmarkt dürfte dagegen die Konsolidierung eher verlängern.

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