DAX: Bernstein hebt Siemens-Ziel auf 300 Euro
28.04.2026 - 12:50:00 | boerse-global.deFrühe Gewinne, späte Ernüchterung: Der DAX startete am Dienstag mit Rückenwind aus Nahost-Hoffnungen, gab die Aufschläge am Nachmittag aber wieder ab. Am Ende stand ein Minus von 0,19 Prozent auf 24.084 Punkte — und ein Markt, der auf zu viele Unsicherheiten gleichzeitig starrt.
Bis zum Mittag hatte der Leitindex rund 0,6 Prozent zugelegt. Spekulationen auf eine Deeskalation im Iran-Konflikt trieben zyklische Werte an. Als weder aus Washington noch aus Teheran offizielle diplomatische Signale kamen, drehte die Stimmung. Die Ölpreise zogen wieder an — Brent notierte zuletzt bei 108,30 Dollar, ein Plus von 2,3 Prozent. „Der Großteil der Anleger wartet ab", kommentierte Andreas Lipkow von CMC Markets. „Alles in allem aber überwiegt die Hoffnung auf ein baldiges Ende des Iran-Krieges."
Siemens oben, Telekom und Hannover Rück unter Druck
Größter Gewinner war Siemens mit einem Plus von 3,6 Prozent auf 251,85 Euro. Auslöser war eine positive Einschätzung von Bernstein, die das Kursziel auf 300 Euro anhob und die Einstufung „Outperform" beibehielt. Commerzbank legte nach einem positiven Kommentar der Bank of America ebenfalls 2,4 Prozent zu. Rheinmetall erholte sich im Tagesverlauf zeitweise um bis zu 2,4 Prozent, schloss aber nur noch rund ein Prozent im Plus.
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Auf der anderen Seite verlor Hannover Rück 2,6 Prozent. Der Rückversicherer spürt intensiveren Preiswettbewerb und erwägt laut Börsenzeitung, 2026 erneut Verluste aus Zinstiteln zu realisieren, um Mittel in renditestärkere Anlagen umzuschichten. Deutsche Telekom fiel um 2,7 Prozent auf 26,87 Euro — der Kurs liegt damit klar unter der 200-Tage-Linie und hat seit dem Hoch im Mai 2025 mehr als ein Fünftel seines Werts eingebüßt. Am Dienstag legt T-Mobile US Quartalszahlen vor, die für den Mutterkonzern richtungsweisend sein könnten. Schlusslicht war Siemens Energy mit einem Minus von rund fünf Prozent — eine Spreizung von fast neun Prozentpunkten zwischen Top und Flop im Leitindex.
Stagflation als strukturelles Problem
Hinter der Tagesbewegung lauert ein größeres Problem. Die Konsumstimmung in Deutschland brach zuletzt um 5,2 Punkte auf minus 33,3 Punkte ein — der niedrigste Einkommensausblick seit Februar 2023. Verbraucher erwarten steigende Preise, die Wirtschaft schwächelt. Zinserhöhungen sind unter diesen Bedingungen kaum denkbar, Zinssenkungen bei anziehender Inflation ebenfalls riskant.
Die Gewinnschätzungen für den DAX spiegeln das wider. Statt des zu Jahresbeginn erwarteten Gewinnanstiegs von 15 Prozent für 2026 rechnet der Konsens laut Metzler-Experte Uwe Hohmann inzwischen nur noch mit rund fünf Prozent. Der DAX liegt seit Jahresbeginn rund 1,9 Prozent im Minus und notiert knapp unter seinem 200-Tage-Durchschnitt.
Am Donnerstag tagt die EZB. Zinsänderungen erwartet kaum jemand — aber die Einschätzung der Notenbanker zur Stagflationsgefahr und zu den Energiepreisen dürfte die Richtung für die nächsten Wochen vorgeben. Am Mittwoch folgt die Fed-Sitzung, am 12. Mai legt Siemens Energy seinen Halbjahresbericht vor.
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