DAX: Berichtssaison verdrängt Nahost-Sorgen
Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 12:07 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der DAX steuert auf die 25.000-Punkte-Marke zu, und diesmal ist nicht der Ölpreis der Treiber, sondern die Bilanzflut der Unternehmen. Nach dem Dienstagsschluss bei 25.011,35 Punkten (plus 0,66 Prozent) zeigte der Broker IG den deutschen Leitindex rund zwei Stunden vor Xetra-Start bei 25.062 Punkten an — ein Plus von 0,2 Prozent zum Vortag. Die 21-Tage-Linie bei 25.074 Zählern rückt damit wieder in Reichweite.
Bemerkenswert: Die geopolitische Lage tritt zunehmend in den Hintergrund. Das US-Militär hat in der Nacht bereits die elfte Nacht in Folge Ziele im Iran angegriffen, um laut eigenen Angaben die Fähigkeit des Landes zu schwächen, Handelsschiffe in der Straße von Hormus zu bedrohen. Der Ölpreis reagierte mit Aufschlägen — Brent stieg um 1,27 Dollar auf 92,28 Dollar, WTI um 1,07 Dollar auf 85,41 Dollar. Anleger scheinen sich an diese Nachrichtenlage jedoch zu gewöhnen und richten den Blick lieber auf Quartalszahlen.
Berichtssaison mit Hochkarätern
Am Mittwoch liefern gleich mehrere Schwergewichte Zahlen. In Europa steht der Vormittag im Zeichen von Bankwerten wie Santander, nach Frankfurter Börsenschluss folgt die Deutsche Börse mit ihren Geschäftszahlen. Der eigentliche Höhepunkt dürfte aber erst am Abend in den USA folgen: Tesla und Alphabet legen nach Handelsende ihre Berichte vor, ergänzt durch detaillierte Zahlen von IBM.
Rückenwind kommt bereits aus New York. Angetrieben von einem Medienbericht, wonach der Chip-Riese TSMC seine Preise anheben will, sprang der Nasdaq 100 um 1,93 Prozent auf 29.155,18 Punkte. Der Philadelphia-Semiconductor-Index legte nach den jüngsten Verlusten sogar um 5,2 Prozent zu — ein Signal, dass der KI-Handel wieder Käufer findet. Dow Jones und S&P 500 zogen mit Zuwächsen von 0,74 und 0,89 Prozent nach.
Asiens Börsen folgten der Tech-Erholung nur teilweise. Der südkoreanische KOSPI sprang zeitweise um mehr als 2 Prozent, gab die Gewinne im Tagesverlauf aber teils wieder ab. Der Nikkei 225 rutschte im späten Handel sogar leicht ins Minus, während der Hongkonger Hang-Seng-Index rund 1 Prozent verlor.
Rekordmarke bleibt fern
Von den Höchstständen aus dem Juli ist der DAX weiterhin ein Stück entfernt. Das Allzeithoch von 25.900,10 Punkten datiert vom 6. Juli, an jenem Tag hatte der Index auch auf Schlusskursbasis mit 25.817,89 Zählern einen neuen Bestwert markiert. Seither fehlt dem Leitindex die Kraft für einen erneuten Vorstoß in diese Region.
Ob die Zahlen von Deutscher Börse, Tesla und Alphabet den nötigen Impuls liefern, dürfte sich erst im Tagesverlauf und nach US-Handelsschluss zeigen. Bis dahin bleibt die 21-Tage-Linie bei 25.074 Punkten die nächste Hürde auf dem Weg zurück zu alten Höchstständen.
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