DAX, Aktie

DAX Aktie: KI-Zweifel und Rüstung treffen Index

24.06.2026 - 22:11:32 | boerse-global.de

Rheinmetall stürzt nach Fregatten-Auftragsverlust ab, während KI-Zweifel die Stimmung drücken. Der DAX fällt unter die 21-Tage-Linie.

DAX unter Druck: Rheinmetall-Einbruch und KI-Sorgen belasten
DAX - Grafische Darstellung eines fallenden Aktienindex, überlagert mit abstrakten Elementen von KI und Rüstung. Mute Farben. 24.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der deutsche Aktienmarkt steht unter Druck — und das gleich von zwei Seiten. Ein heftiger Kursrutsch beim Rüstungskonzern Rheinmetall und anhaltende Nervosität rund um KI-Aktien haben den DAX am Mittwoch tiefer in den Keller gezogen.

Der Leitindex schloss 0,62 Prozent schwächer bei 24.740 Punkten. Die 25.000-Punkte-Marke rückt damit weiter in die Ferne — und mit dem Rutsch unter die 21-Tage-Linie bei rund 24.840 Zählern hat der Index ein kurzfristiges technisches Warnsignal gesetzt.

Rheinmetall im freien Fall

Das dominierende Thema des Handelstages war der Einbruch der Rheinmetall-Aktie, die zeitweise knapp 19 Prozent verlor. Der Auslöser: Der Bund vergab den milliardenschweren Auftrag zum Bau von Fregatten nicht an Rheinmetall, sondern entschied sich für Thyssenkrupp Marine Systems. Acht Schiffe des Typs Meko-200 sollen dort gebaut werden. Während Rheinmetall-Aktionäre die Verluste verdauten, jubelte TKMS mit einem Plus von rund 15 Prozent. MTU profitierte als weiterer Wettbewerber und führte die DAX-Gewinnerliste mit einem Plus von rund sechs Prozent an.

Der Rheinmetall-Einbruch traf den Index hart — schließlich gehört der Rüstungskonzern zu den Schwergewichten im DAX.

KI-Zweifel verschlechtern die Stimmung zusätzlich

Parallel dazu lasteten Zweifel an der KI-Rally auf der Stimmung. Auslöser war die Nachricht, dass ein südkoreanischer Speicherchip-Hersteller die Produktion von KI-Chips drosseln will. Das nährte Bedenken über die Nachhaltigkeit der bisherigen Tech-Euphorie und löste Gewinnmitnahmen aus — zunächst in Asien, dann auch in den USA. Anleger warteten zudem auf die nachbörslich erwarteten Quartalszahlen des US-Chipkonzerns Micron, die als Gradmesser für den Sektor gelten.

Energietitel und Bankwerte kamen hinzu: RWE, Eon und Siemens Energy verloren je rund zwei Prozent, Deutsche Bank und Commerzbank in ähnlicher Größenordnung.

Etwas Gegengewicht bot der ifo-Geschäftsklimaindex, der im Juni auf 85,6 Punkte stieg — eine leichte Aufhellung, die jedoch kaum Wirkung zeigte. Der Abstand zum DAX-Allzeithoch von 25.507 Punkten, das im Januar 2026 erreicht wurde, wächst damit weiter.

Europaweit fiel das Bild freundlicher aus: Paris, Zürich und London schlossen mit Gewinnen, der EuroStoxx 50 gab nur leicht nach. Wie Microns Zahlen die Stimmung in der KI-Debatte am Donnerstag beeinflussen, dürfte auch für Frankfurt richtungsweisend sein.

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