DAX Aktie: Geopolitik trifft restriktive Fed
Veröffentlicht am: 18.06.2026 um 13:10 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Zwei Kräfte ziehen den DAX heute in entgegengesetzte Richtungen — und welche die Oberhand behält, ist noch offen. Das Iran-Rahmenabkommen sorgt für Erleichterung, die Fed-Signale vom Mittwochabend bremsen die Stimmung.
Fed überrascht mit Straffungssignalen
Fed-Chef Kevin Warsh ließ die Zinsen zwar unverändert, schickte aber eine unerwartete Botschaft in die Märkte: Die Hälfte der stimmberechtigten Notenbanker erwartet für 2026 mindestens eine Zinserhöhung, sechs davon können sich eine noch weitreichendere Straffung vorstellen. Nur ein einziges Mitglied hält eine Senkung noch in diesem Jahr für möglich.
Das hat die letzten Zinssenkungshoffnungen aus dem Markt getrieben. Die Commerzbank schreibt, Warshs Betonung der Preisstabilität habe dazu geführt, dass Marktteilnehmer Erwartungen für eine straffere Geldpolitik bereits auf Oktober 2026 vorziehen. Kein Wunder, dass der US-Markt nach einem frühen Rekord am Mittwoch ins Minus drehte.
Nahost-Entspannung als Gegengewicht
Etwas Entlastung kommt aus dem Nahen Osten. Das Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran tritt laut dem Vermittlerstaat Pakistan mit sofortiger Wirkung in Kraft. Die Straße von Hormus soll unverzüglich wieder geöffnet, die US-Seeblockade aufgehoben werden. An asiatischen Börsen wirkte diese Nachricht beflügelnd — Nikkei und Kospi erreichten neue Allzeithochs. Chinesische Märkte blieben schwächer, weil die dortigen Konjunkturindikatoren weiterhin trüb ausfallen.
Für den DAX hält sich der Effekt in Grenzen. Vorbörslich wird der Index rund 0,2 Prozent tiefer taxiert, bei etwa 24.890 Punkten.
Technisches Bild: Aufwärtstrend intakt, aber unter Druck
Charttechnisch bleibt der DAX in einem intakten Aufwärtstrend. Nach dem lokalen Tief vom 10. Juni bei 24.038 Punkten hatte der Index bis zum 16. Juni auf 25.114 Punkte zugelegt — innerhalb einer Börsenwoche mehr als 1.000 Punkte. Eine technische Gegenbewegung brachte den Index gestern zurück an den 20-Tage-Durchschnitt, wo er sich stabilisierte.
Die Kaufsignale der gleitenden Durchschnitte und der Slow Stochastik bleiben intakt. Der erste Widerstand liegt weiterhin bei 25.114 Punkten, dahinter wartet das Allzeithoch vom 13. Januar bei 25.510 Punkten. Fällt der DAX dagegen nachhaltig unter 24.038 Punkte, würde das das bullische Szenario kippen.
Am Freitag steht der Große Verfalltag an der Eurex an — rund um die 25.000-Punkte-Marke dürfte es daher heute und morgen erhöhte Volatilität geben. Zusätzliche Impulse kommen noch heute durch den Philly-Fed-Index und die US-Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung sowie die Notenbanksitzungen der Bank of England und der Schweizer Nationalbank.
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