DAX: 900.000 Kontrakte rund um 25.000 Punkte
18.06.2026 - 19:35:02 | boerse-global.de
Der DAX hat am Donnerstag einen vielversprechenden Start verpufft. Zur Eröffnung kletterte der Index über 25.000 Punkte — angetrieben von starken Chipwerten. Bis zum Mittag gab er die Gewinne größtenteils wieder ab.
Aktuell notiert der DAX bei 25.034 Punkten, ein Plus von 0,4 Prozent gegenüber dem Vortagesschluss bei 24.935 Punkten. Auf Sicht von sieben Tagen steht ein Anstieg von 3,4 Prozent zu Buche. Zum 52-Wochen-Hoch bei 25.508 Punkten fehlen noch knapp zwei Prozent.
Verfallstag verteilt sich auf zwei Tage
Der große Verfallstag fällt in diesem Monat ungewöhnlich aus. Wegen des Juneteenth-Feiertags am Freitag bleiben die US-Börsen geschlossen. Der Verfall amerikanischer Aktien- und Indexoptionen findet deshalb bereits heute statt. Der Eurex-Verfall für DAX-Produkte folgt morgen — mit der entscheidenden Abrechnung um 13 Uhr.
Für DAX-Optionen zeigen aktuelle Eurex-Daten knapp 900.000 offene Kontrakte. Das Put/Call-Verhältnis liegt über eins: Mehr Verkaufsoptionen als Kaufoptionen sind offen. Das erhöht den Druck auf den Markt rund um die 25.000-Punkte-Marke — eine Zone mit hohem Open Interest auf beiden Seiten.
Am Verfallstag rücken Optionsmechaniken in den Vordergrund. Kursrichtungen lassen sich dann schwerer aus fundamentalen Faktoren ableiten. Stattdessen entscheiden Abrechnungsinteressen großer Marktteilnehmer, wo der Index am Ende des Tages steht.
Infineon vorn, BMW belastet
Den stärksten Impuls lieferten heute Chipwerte. Infineon legte über vier Prozent zu. Auslöser waren mehrere positive Signale: US-Präsident Trump äußerte sich positiv zum amerikanischen Engagement bei Intel. Apple und Intel vereinbarten eine Kooperation zur Chip-Entwicklung in den USA. Der niederländische Hersteller BE Semiconductor hob seine Prognose wegen starker KI-Nachfrage an.
Bereits am Vortag hatte BMW den Index belastet. Nach einer Gewinnwarnung am Dienstagabend verlor die Aktie rund acht Prozent. Hintergrund: einbrechende Verkäufe in China und Belastungen durch den Nahostkonflikt. Am gestrigen Mittwoch schlossen 26 DAX-Werte im Plus, 14 im Minus.
Makro-Signale im Hintergrund
Das ifo-Institut senkte heute seine Wirtschaftsprognose für 2027. Die Schweizerische Nationalbank hielt an ihrem Nullzins fest. Der Euro gibt gegenüber dem Dollar auf 1,1462 nach — ein Minus von 0,4 Prozent. Das stützt exportorientierte DAX-Schwergewichte, deutet aber auch auf erhöhte Dollarnachfrage durch die laufende Derivateabwicklung hin.
Das Iran-Israel-Risiko bleibt im Hintergrund präsent. Ein externer Schock könnte die Optionsmechanik überlagern — und aus einem technisch geprägten Termin ein Makroereignis machen.
Entscheidend wird die Mittagsphase am Freitag: Hält der DAX bis zur Eurex-Abrechnung um 13 Uhr die 25.000er-Marke, dürfte das technische Bild freundlich bleiben. Ob der Chip-Sektor danach weiteren Rückenwind liefert, hängt maßgeblich vom US-Markt nach dem Feiertag ab.
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