DAX 40, Iran-Krieg

DAX 40 mit 2% Verlust auf 22.380 Punkten - Iran-Krieg treibt Korrektur, neue März-Tiefs

23.03.2026 - 09:25:19 | ad-hoc-news.de

Der DAX 40 schloss Freitag mit minus 2 Prozent bei 22.380 Punkten und rutscht vorbörslich unter 22.000. Der anhaltende Iran-Krieg und steigende Ölpreise belasten exportabhängige deutsche Industrieaktien massiv.

DAX 40,  Iran-Krieg,  Ölpreise - Foto: THN
DAX 40, Iran-Krieg, Ölpreise - Foto: THN

Der DAX 40 hat am Freitag, 20. März 2026, einen schweren Einbruch von 2,01 Prozent hingelegt und bei 22.380,19 Punkten geschlossen. Dies markiert neue Tiefs im März und signalisiert eine starke Korrektur. Vorbörslich am Montagmorgen fiel der Index zeitweise auf 21.972 Punkte, womit die 22.000er-Marke knackt.

Stand: 23. März 2026

Dr. Markus Lehmann, Leitender DAX-Analyst. Spezialist für geopolitische Risiken und europäische Indizes.

Iran-Krieg als Haupttreiber des DAX-Rückgangs

Der zentrale Auslöser: Der Iran-Krieg zieht sich in die Länge und treibt Ölpreise nach oben. Brent-Öl notiert bei 113 USD, WTI bei 100,39 USD - jeweils mit Zuwächsen von über 2 Prozent. Das belastet den DAX 40 direkt, da der Index stark von energieintensiven Sektoren wie Chemie, Automobil und Maschinenbau abhängt. Exportorientierte Konzerne wie BASF, Siemens oder Volkswagen leiden unter höheren Energiekosten und unsicherer Weltkonjunktur.

Für deutsche Investoren ist das konkret relevant: Der DAX spiegelt die Exportabhängigkeit der deutschen Wirtschaft wider. Ein anhaltender Ölpreisanstieg dämpft Margen in der Industrie und erhöht Rezessionsängste in der Eurozone. Österreichische und Schweizer Anleger spüren das über Lieferketten und grenzüberschreitende Geschäfte mit Deutschland.

Technische Analyse: Unterstützung bei 21.500 Punkten im Visier

Technisch hat der DAX 40 die wichtige 22.000er-Unterstützung gebrochen. Analysten sehen nächste Ziele bei 21.500 Punkten, wo eine 61,8-Prozent-Fibonacci-Korrektur aus dem Aufwärtstrend liegt. Vorbörslich zeigt der Futures-Kontrakt weitere Schwäche, mit Prognosen um 22.197 Punkte für den Montag.

Der Abwärtstrend setzt sich fort: Vom Jahreshoch aus würde ein Rückgang auf 21.500 eine Korrektur von rund 10 Prozent bedeuten. Größere Ziele bis 21.000 sind nicht ausgeschlossen, falls der Iran-Konflikt eskaliert. Eine kurzfristige Stabilisierung könnte bei 22.000 folgen, doch der Wochenchart bleibt bärisch.

Im Vergleich zum S&P 500, der 'nur' 1,2 Prozent verlor, underperformt der DAX 40 klar. Der US-Index profitiert von Tech-Resilienz, während europäische Zykliker leiden.

Ölpreisdruck trifft DAX-Industrie schwer

Steigende Ölpreise sind Gift für den DAX 40. Sektoren wie Chemie (BASF, Covestro) und Airlines (Lufthansa) sehen Kostenexplosionen. Automobilhersteller kämpfen mit höheren Produktionskosten und schwächerer Nachfrage aus Asien, wo der Konflikt Lieferketten stört.

Bund-Renditen bleiben niedrig, was Finanzwerte wie Allianz stützt, doch das reicht nicht gegen den breiten Rückgang. Gold fällt trotz Risikoaversion auf 4.243 USD, signalisiert keine klare Flucht in Safe Havens. Der Euro notiert bei 1,1547, geschwächt um 0,13 Prozent - das bremst Exporteure zusätzlich.

Für DACH-Investoren: Die Kombination aus Ölpreis und Geopolitik erhöht das Risiko für eine Rezession in Deutschland. PMI-Daten und Ifo-Index diese Woche werden entscheidend.

Marktbreadth: Breiter Rückgang, keine Rotation in Defensives

Der Rückgang ist broad-based: MDAX fiel 2,2 Prozent, TecDAX 1,5 Prozent. Keine klare Rotation in Defensives wie Healthcare oder Utilities. Stattdessen ziehen Industrie und Zykliker den Index runter. Im Euro Stoxx 50 underperformt der DAX aufgrund höherer Energieexposition.

DAX-Futures deuten auf weitere Verluste hin. Prognosen sehen den Index Montag bei 22.197 Punkten. Gegenüber dem FTSE 100 oder CAC 40 zeigt der DAX schwächere Performance, da UK und Frankreich weniger ölabhängig sind.

Ausblick: Ifo-Index und Ölpreise entscheidend

Diese Woche steht der Ifo-Geschäftsklimaindex im Fokus. Ein schwaches Ergebnis könnte den DAX weiter drücken, verstärkt durch Iran-Nachrichten. ECB-Erwartungen spielen derzeit keine Rolle - Geopolitik dominiert.

Risiken: Eskalation im Iran-Krieg könnte Öl auf 120 USD treiben und DAX auf 21.000 schicken. Positiv: Eine Deeskalation würde schnelle Erholung ermöglichen, da Bewertungen attraktiv sind. Technische Gegenreaktion erwartet bei 21.500.

Für Anleger in Deutschland, Österreich und der Schweiz: Reduzieren Sie Zykliker-Exposition, beobachten Sie Öl und Bund-Yields. ETFs auf DAX bieten breite Absicherung, aber Volatilität bleibt hoch.

Sektorimplikationen für DAX 40 Komponenten

Schwergewichte wie SAP und Siemens leiden unter der Stimmung, doch Tech hält besser. Autos und Chemie sind am stärksten betroffen. Finanzwerte könnten von fallenden Renditen profitieren, doch das wiegt den Industrieeinbruch nicht auf.

Vergleichstabelle der Sektoren:

SektorPerformance (letzte 24h)Grund
Industrie-3%Ölpreise, Exportängste
Auto-2,5%Kosten, Nachfrage
Tech-1%Resilient
Finanzen-1,5%Bund-Renditen

Der breite DAX 40 leidet, weil 60 Prozent der Gewichte zyklisch sind. Das unterscheidet ihn vom defensiveren S&P 500.

Für DACH-Märkte bleibt der DAX 40 der Leitindex schlechthin. Die Korrektur testet die Resilienz der deutschen Wirtschaft.

Disclaimer: Keine Anlageberatung. Indizes, Aktien und andere Finanzinstrumente sind volatil.

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