Datenschutzbehörden, Rekord

Datenschutzbehörden melden Rekord an Datenpannen

02.02.2026 - 23:21:12

Die täglichen Meldungen über Datenschutzverstöße in Europa erreichen einen neuen Höchststand. Die verschärfte Aufsicht trifft besonders Tech-Konzerne.

Laut einem aktuellen Bericht der Anwaltskanzlei DLA Piper verzeichneten europäische Datenschutzbehörden 2025 durchschnittlich 443 gemeldete Vorfälle pro Tag. Das ist ein Anstieg von 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und übertrifft erstmals die Marke von 400 täglichen Meldungen seit Inkrafttreten der DSGVO im Jahr 2018. Die Gesamtsumme der verhängten Geldbußen belief sich 2025 auf rund 1,2 Milliarden Euro, was die kumulierte Summe seit 2018 auf 7,1 Milliarden Euro steigen lässt.

Die finanziellen Risiken für Unternehmen, die gegen die DSGVO verstoßen, sind immens. Die Aufsichtsbehörden zeigen keine Scheu, ihre volle Sanktionsmacht auszuspielen. Zu den größten Einzelstrafen gehören die historische Geldbuße von 1,2 Milliarden Euro gegen Meta wegen unzulässiger Datenübermittlungen in die USA und eine Strafe von 530 Millionen Euro gegen TikTok im April 2025 wegen Datentransfers nach China.

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Irland bleibt mit Strafen in Höhe von insgesamt 4,04 Milliarden Euro die wichtigste Strafinstanz. Das liegt vor allem an den vielen europäischen Hauptsitzen großer Technologieunternehmen in dem Land. Die konsequente Verhängung von Milliardenstrafen sendet ein klares Signal: Systematische Verstöße gegen den Datenschutz werden teuer.

Microsoft in Österreich verurteilt

Ein aktueller Fall zeigt, wie konkret die Durchsetzung wird. Die österreichische Datenschutzbehörde (DSB) verurteilte Ende Januar 2026 Microsoft wegen des unrechtmäßigen Einsatzes von Tracking-Cookies in der Bildungssoftware Microsoft 365 Education. Die Cookies waren auf den Geräten von Schulkindern installiert worden, ohne dass eine rechtliche Grundlage dafür bestand.

Auf Beschwerden der österreichischen Nichtregierungsorganisation noyb hin ordnete die Behörde an, die nicht essenziellen Cookies innerhalb von vier Wochen zu entfernen. Es ist bereits der zweite Erfolg von noyb gegen das Bildungspaket von Microsoft binnen weniger Monate. Der Fall unterstreicht den Fokus der Aufseher auf den Schutz vulnerabler Gruppen wie Minderjähriger.

Druck auf Unternehmen wächst kontinuierlich

Der starke Anstieg der Meldungen ist kein Zufall. Er wird getrieben durch komplexere digitale Systeme, neue Meldepflichten und zunehmende geopolitische Cyberrisiken. Gleichzeitig sind Verbraucher heute deutlich besser über ihre Rechte informiert und erheben diese auch.

Für Unternehmen, besonders im Mobilfunk- und App-Bereich, bedeutet das: Robuste Datengovernance und Sicherheit sind Pflicht, nicht Kürze. Die Anforderungen an transparente Datenschutzerklärungen, rechtmäßige Datenverarbeitung und klare, granular erteilte Einwilligungen werden immer strenger. Vage Allgemeine Geschäftsbedingungen oder gebündelte Zustimmungen akzeptieren die Aufseher nicht mehr.

Harmonisierung und sektorale Kontrollen kommen

Der Trend zu schärferer Durchsetzung wird sich fortsetzen. Die Europäische Datenschutzausschuss (EDPB) arbeitet aktiv an einer Harmonisierung der Vollzugspraxis in der EU. Beobachter erwarten, dass koordinierte Kontrollaktionen nationaler Behörden zunehmen werden, die sich auf bestimmte Branchen oder weitverbreitete Probleme konzentrieren.

Unternehmen müssen ihre Datenpraktiken proaktiv überprüfen – besonders bei Einwilligungsmechanismen, dem Grundsatz der Datenminimierung und Schutzvorkehrungen für internationale Datentransfers. In einer Zeit des gestiegenen Privacy-Bewusstseins wird nachweisbare DSGVO-Konformität zum entscheidenden Faktor für Vertrauen und den Schutz vor hohen Geldstrafen.

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