Datenschutz-Branche, Rekord-Nachfrage

Datenschutz-Branche startet mit Rekord-Nachfrage in 2026

05.01.2026 - 01:01:12

Neue EU-Regulierungen für KI-Sicherheit und Cyberschutz treiben die Nachfrage nach zertifizierten Weiterbildungen für Datenschutzbeauftragte auf ein neues Hoch.

Die neuen Pflichten für KI und Cybersicherheit treiben die Nachfrage nach spezialisierten Datenschutz-Kursen auf Rekordniveau. Ab heute starten die ersten zertifizierten Lehrgänge des Jahres.

Der Start ins Geschäftsjahr 2026 markiert gleichzeitig den Beginn einer neuen Ära in der Compliance-Ausbildung. Während die Unternehmen aus den Weihnachtsferien zurückkehren, öffnen die großen Akademien ihre Türen für einen Ansturm auf Schulungen für Datenschutzbeauftragte (DSB). Zwei regulatorische Meilensteine heizen den Markt an: die sofortige Umsetzung der NIS2-Richtlinie und die Frist für Hochrisiko-KI-Systeme unter dem EU-KI-Gesetz im August 2026.

Erste zertifizierte Kurse beginnen nächste Woche

Der Auftakt ist mehr als symbolisch. Die ersten Wellen der zertifizierten Lehrgänge starten bereits in den kommenden Tagen.

Das IHK-Bildungszentrum Bonn/Rhein-Sieg eröffnet den Reigen mit seinem ersten “Datenschutzbeauftragter Lehrgang” am Montag, 12. Januar 2026. Der intensive Kurs bis Ende Januar setzt das Tempo für ein vollgepacktes erstes Quartal. Ebenfalls am 12. Januar startet die Haufe Akademie ihren ersten Live-Online-Zertifizierungskurs, der neue DSB schnell auf den gesetzlichen Stand bringen soll.

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Dicht darauf folgt die Ulmer Akademie für Datenschutz und IT-Sicherheit (udis). Ihr Basis-Training “DSB-1” beginnt am 26. Januar 2026 vor Ort in Ulm. Diese koordinierte Offensive der Bildungsanbieter spiegelt einen dringenden Marktbedarf wider: Unternehmen müssen ihre Mitarbeiter qualifizieren, bevor die behördlichen Prüfungen später im Jahr Fahrt aufnehmen.

Der “Keber-Effekt”: KI wird zum Curriculum-Schwerpunkt

Die Berufung von Prof. Dr. Tobias Keber zum neuen Vorsitzenden der Datenschutzkonferenz (DSK) zum Jahreswechsel prägt bereits die Ausrichtung der Weiterbildung. Der Landesbeauftragte für Datenschutz Baden-Württemberg gilt als Experte für Medienrecht und Digitalpolitik. Unter seiner Führung wird die DSK voraussichtlich praktische Leitlinien für technisch komplexe Themen priorisieren.

Die Analyse der Kursunterlagen für 2026 zeigt eine deutliche Schwerpunktverschiebung. Während die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) das Fundament bleibt, integrieren die neuen Fachkunde-Anforderungen nun vor allem:

  • KI-Governance: Ab dem 2. August 2026 gelten die Pflichten für Hochrisiko-KI-Systeme. DSB müssen nun die spezifischen Transparenz- und Dokumentationsanforderungen des KI-Gesetzes verstehen.
  • NIS2-Umsetzung: Nach Inkrafttreten des deutschen NIS2-Umsetzungsgesetzes Ende 2025 läuft die Registrierung “wichtiger” und “essentieller” Einrichtungen. Die Kurse behandeln nun die Schnittstelle zwischen Cybersicherheitsmeldungen und Datenschutzverletzungen.

Warum der Druck 2026 so hoch ist

Die Dringlichkeit für zertifizierte Schulungen speist sich aus einem verschärften Vollzugsumfeld. Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz (BfDI) betonte Ende Dezember 2025 die Notwendigkeit, den Datenschutz bei KI “von Anfang an mitzudenken”. Diese proaktive Haltung der Aufsichtsbehörden ist eine klare Warnung an die Privatwirtschaft: Abwarten ist keine Strategie mehr.

Hinzu kommt eine wachsende regulatorische Komplexität. Der Digitalverband Bitkom veröffentlichte am 2. Januar Daten, die zeigen: Während ein Viertel der Deutschen einen “Digital Detox” plant, wird das Regelwerk immer undurchdringlicher. Bitkom reagiert mit Spezial-Workshops wie “DSGVO 2026 – Umsetzung in der Praxis” ab Februar, die erfahrene Praktiker durch den neuen Gesetzesdschungel lotsen sollen.

Vom Generalisten zum Hybrid-Experten

Die klassische Rolle des Datenschutzbeauftragten entwickelt sich zu einer hybriden Compliance-Funktion. “Wir sehen eine klare Abkehr von der Generalisten-Ausbildung hin zu spezialisierten Modulen”, heißt es in einer Branchenanalyse der Kurskataloge 2026.

Anbieter wie TÜV Rheinland und DEKRA haben ihre Portfolios angepasst. Statt eines einwöchigen Blockkurses buchen viele DSB nun Zusatzmodule speziell für KI-Compliance und Cloud-Sicherheit. Dieser Trend ist eine direkte Antwort auf das “Rechenschaftsprinzip” der DSGVO. Es verpflichtet Unternehmen nachzuweisen, dass ihre Beauftragten über aktuelles Fachwissen verfügen – eine Herausforderung, die ohne gezielte Weiterbildung kaum zu meistern ist.

Der Countdown zum August läuft

Mit dem Start der ersten Kurse nächste Woche blickt die Branche bereits auf die Meilensteine der Jahresmitte. Die Übergangsfrist für viele KI-Anwendungen endet, und die Harmonisierung von DSGVO, Data Act und KI-Gesetz wird das beherrschende Thema der Fachkonferenzen 2026 sein.

Die Botschaft des Trainingsstarts ist für Unternehmen klar: Compliance in 2026 erfordert mehr als juristisches Wissen. Sie verlangt technische Kompetenz. Die Firmen, die ihre Beauftragten jetzt in die frühen Jahreskurse schicken, dürften die regulatorische Prüfung in der zweiten Jahreshälfte besser bestehen. Mit der DSK unter neuer, technikaffiner Führung und dem geöffneten NIS2-Register hat das Datenschutzjahr 2026 nicht mit einem Flüstern, sondern mit einem klaren Handlungsaufruf begonnen.

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