Databricks, Milliarden

Databricks sichert sich Milliarden für KI-Datenbank-Offensive

10.02.2026 - 13:44:18

Das KI-Unternehmen Databricks sichert sich eine Rekordfinanzierung für die Expansion in den Markt für operative Datenbanken und stellt die neue Plattform Lakebase vor.

Mit einer Finanzspritze von über sieben Milliarden Euro will Databricks den Markt für operative Datenbanken erobern. Das US-Unternehmen startet damit einen Frontalangriff auf Konkurrenten wie Oracle und Snowflake.

San Francisco, 10. Februar 2026 – Der Wettlauf um die Infrastruktur für Unternehmens-KI eskaliert. Das Daten- und KI-Unternehmen Databricks hat mehr als sieben Milliarden Euro frisches Kapital eingesammelt. Die Finanzierung sichert die Bewertung des Konzerns bei rund 134 Milliarden Euro. Sie soll die Einführung der neuen Plattform Lakebase beschleunigen, einer serverlosen PostgreSQL-Datenbank für KI-Agenten.

Rekordfinanzierung trotz angespannter Märkte

Die Finanzierungsrunde umfasst etwa fünf Milliarden Euro Eigenkapital und zwei Milliarden Euro Kreditlinien. Mitinvestoren sind JP Morgan Chase, Glade Brook Capital und Goldman Sachs. Auch strategische Partner wie Microsoft und die Qatar Investment Authority beteiligten sich.

Die Deal-Größe übertraf die ursprünglichen Erwartungen bei weitem. Grund ist die überwältigende Nachfrage der Investoren. Sie reagieren auf beeindruckende Wachstumszahlen: Die annualisierte Umsatzrate von Databricks liegt bei über 5,4 Milliarden Euro. Das entspricht einem Wachstum von mehr als 65 Prozent im Jahresvergleich. Die KI-spezifischen Produkte allein bringen es bereits auf 1,4 Milliarden Euro.

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Lakebase: Die „Erinnerung“ für KI-Agenten

Im Zentrum der Strategie steht Lakebase. Die Plattform wurde am 3. Februar 2026 für alle Kunden freigegeben. Analysten werten den Schritt als strategische Wende. Databricks dringt damit vom analytischen Geschäft in den operativen Datenbankmarkt vor. Bisher dominieren dort etablierte Anbieter wie Oracle.

Die Technologie basiert auf der Übernahme des Start-ups Neon. Databricks hatte das Unternehmen für rund eine Milliarde Euro im Mai 2025 gekauft. Lakebase trennt Rechenleistung und Speicher. Das ermöglicht sekundenschnelles Skalieren – und sogar ein „Runterfahren auf Null“. Genau das ist entscheidend für kosteneffiziente KI-Workloads, die oft nur kurz aktiv sind.

„Lakebase soll das Gedächtnis für KI-Agenten sein“, erklärt ein Unternehmenssprecher. Diese autonomen Software-Programme benötigen keinen dauerhaften Datenbank-Zugang. Sie starten, fragen Daten ab und beenden sich wieder. Die Architektur unterstützt dies durch „Branching“-Funktionen. Entwickler können so Änderungen an Produktionsdaten testen, ohne Risiken einzugehen.

„Lakebase löst ein zentrales Problem“, sagt Devin Pratt, Analyst bei IDC. „Operative und analytische Daten können nun nahtlos zusammen existieren.“ Echtzeitanwendungen und KI-Agenten arbeiten damit auf kontrollierten Daten. Diese bleiben stets mit dem gesamten Databricks-„Lakehouse“ synchron. Aufwändige Daten-Pipelines werden überflüssig.

Genie: Die natürliche Sprachschnittstelle

Ein weiterer Fokus liegt auf Genie, dem KI-Assistenten von Databricks. Die Finanzierung soll dessen Expansion vorantreiben. Genie ermöglicht nicht-technischen Mitarbeitern, komplexe Datensätze in natürlicher Sprache abzufragen.

Marketing-Leiter oder Supply-Chain-Manager könnten künftig Fragen stellen wie: „Wie haben sich Lieferverzögerungen auf die Margen im vierten Quartal in Europa ausgewirkt?“ Die Antwort generiert die zugrundeliegende Lakehouse-Architektur. Durch die Integration in Lakebase und den Governance-Layer „Unity Catalog“ will Databricks das Halluzinationsproblem allgemeiner KI-Modelle bei firmeninternen Daten lösen.

CEO Ali Ghodsi betont: „Wir verdoppeln unsere Anstrengungen in zwei aufstrebenden Märkten: operative Datenbanken für KI-Agenten und natürliche Sprachschnittstellen für die Belegschaft.“

Kampf um die Vorherrschaft im KI-Ökosystem

Der Schritt verschärft den Wettbewerb mit Snowflake und Cloud-Giganten wie AWS und Google Cloud. Databricks war zunächst für Data Engineering und Data Science bekannt. Die Expansion in operative Datenbanken und Business Intelligence bringt das Unternehmen nun in Konflikt mit einem breiteren Spektrum von Anbietern.

Bereits im Juni 2024 hatte Databricks mit der Übernahme von Tabular die offenen Datenformate Apache Iceberg und Delta Lake vereinheitlicht. Mit Lakebase fügt das Unternehmen nun eine transaktionale Schicht hinzu. Das Ziel ist klar: Databricks will das zentrale „System of Record“ für alle Unternehmensdaten werden – sowohl analytisch als auch operativ.

„2025 war der Kampf um das Data Lakehouse. 2026 entscheidet sich, welche Plattformen die KI-Agenten-Strategien der Unternehmen tragen werden“, sagt Holger Mueller, Analyst bei Constellation Research. Databricks positioniere Lakebase als essenzielle Infrastruktur für diesen Wandel.

Der Weg an die Börse rückt näher

Mit sieben Milliarden Euro frischem Kapital und einer klaren Produkt-Roadmap erwarten Beobachter nun eine globale Expansion und weitere Übernahmen. Ein Börsengang (IPO) rückt in greifbare Nähe. Das Unternehmen erzielte in den letzten zwölf Monaten bereits positiven freien Cashflow. Die Finanzvoraussetzungen für einen Gang an die öffentlichen Märkte sind damit erfüllt. Das Management will jedoch „zum richtigen Zeitpunkt“ handeln.

Die entscheidende Frage für 2026 lautet: Kann Databricks den erwarteten Boom operativer KI-Workloads nutzen? Gelingt dies, rechtfertigt das nicht nur die hohe Bewertung. Das Unternehmen würde sich vom Datenanalyse-Tool zum zentralen Nervensystem des KI-gesteuerten Unternehmens entwickeln.

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