Data Stewards: Hochschulen etablieren neue Daten-Experten
17.02.2026 - 13:00:12 | boerse-global.deDeutschsprachige Universitäten professionalisieren ihr Forschungsdatenmanagement. Diese Woche starten regionale Netzwerke und Pilotprojekte, um die Rolle des Data Stewards zu stärken. Diese Experten sollen die Qualität und Nachnutzung wissenschaftlicher Daten sichern – besonders in sensiblen Feldern wie der Gesundheitsforschung.
Vernetzung im Rhein-Main-Gebiet
Den Auftakt macht der RMU Data Stewards Exchange an der Goethe-Universität Frankfurt. Am 19. Februar treffen sich Fachkräfte der drei Rhein-Main-Universitäten, um sich zu vernetzen. Das Format setzt auf direkten Austausch mit „Speed-Dating“ und Kleingruppengesprächen.
Prominente Keynotes unterstreichen die Bedeutung:
* Susanna Weber (Universität Zürich) berichtet vom Schweizer Vorbild-Netzwerk.
* Dominik Demuth (TU Darmstadt) teilt Praxiserfahrungen aus der Implementierung.
* Die Begrüßung durch Vizepräsident U. Schielein zeigt: Das Thema ist in der Hochschulleitung angekommen.
TU Wien startet umfassendes Pilotprojekt
Während in Deutschland die Vernetzung beginnt, liefert Österreich ein konkretes Umsetzungsbeispiel. Die TU Wien hat ein pilotprojekt zu Data Stewardship gestartet, das bis Ende 2027 läuft.
Der innovative Ansatz: Statt auf eine zentrale Stelle setzt die TU auf feste Data Stewards direkt in den Fakultäten. Den Anfang machen die Fakultäten für Mathematik/Geoinformation sowie Architektur/Raumplanung.
„Es geht um einen kulturellen Wandel“, erklärt Tomasz Miksa vom Zentrum für Forschungsdatenmanagement der TU Wien. Die Stewards sollen von Projektbeginn an Datenqualität und Reproduzierbarkeit mitdenken.
Warum das für die Hirnforschung entscheidend ist
Die Dringlichkeit zeigt sich besonders in der kognitiven Gesundheitsforschung. Hier werden sensible Patientendaten, MRT-Aufnahmen und genomische Informationen verknüpft.
Ohne spezialisierte Data Stewards drohen wertvolle Datensätze in digitalen Archiven zu verschwinden. Diese Experten überwachen die Einhaltung von Datenschutz und Metadaten-Standards nach den FAIR-Prinzipien (auffindbar, zugänglich, interoperabel, nachnutzbar). Sie sind die Voraussetzung für künftige KI-gestützte Analysen in Neurologie und Psychiatrie.
Forschungsteams, die mit sensiblen Patientendaten arbeiten, sollten auch ihre IT- und Datenschutzstrategie stärken. Ein kostenloses E‑Book erklärt aktuelle Cyber-Security-Bedrohungen, neue Regeln (inkl. KI-Verordnung) und praxisnahe Schutzmaßnahmen – damit Datensätze sicher bleiben und für künftige Analysen verfügbar sind. Jetzt kostenlosen Cyber-Security-Guide herunterladen
Vom Exoten zum festen Berufsbild
Branchenbeobachter sehen eine klare Entwicklung: Der Data Steward wandelt sich vom exotischen Nebenjob zum eigenständigen Karriereweg im „Dritten Raum“ zwischen Wissenschaft und Verwaltung.
Die größte Hürde bleibt die Finanzierung. Viele Projekte sind wie in Wien zunächst befristet. Experten fordern eine Verstetigung der Mittel, um das wertvolle Know-how dauerhaft zu halten. Der Erfolg des Wiener Pilots wird genau beobachtet – er könnte den Return on Investment professionellen Datenmanagements beweisen und den Druck auf Fördergeber erhöhen.
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