Dashboard, Digitale

Dashboard Digitale Verwaltung: Bundesregierung startet Transparenz-Offensive

06.01.2026 - 08:24:12

Ein neues Online-Tool des Innenministeriums misst erstmals Nutzung und Qualität digitaler Behördendienste bis auf Gemeindeebene und setzt Transparenz als Druckmittel ein.

Die Bundesregierung startet mit einer Transparenz-Offensive ins neue Jahr. Ein überarbeitetes Online-Dashboard macht den Fortschritt der Verwaltungsdigitalisierung erstmals in Echtzeit und bis auf Gemeindeebene sichtbar.

Seit dieser Woche ist die aktualisierte Version des „Dashboard Digitale Verwaltung“ online. Die Plattform des Bundesinnenministeriums (BMI) dokumentiert nicht mehr nur die theoretische Verfügbarkeit von Dienstleistungen, sondern misst konkret deren Nutzung, Qualität und durchgängige digitale Abwicklung. Dieser Schritt fällt genau mit dem Inkrafttreten neuer gesetzlicher Vorgaben zum Jahreswechsel zusammen.

Vom Zahlenwerk zum „gläsernen Cockpit“

Das Dashboard wandelt sich vom reinen Statistik-Portal zum zentralen Steuerungsinstrument. Im Fokus stehen nun 34 besonders relevante „Fokus-Dienstleistungen“ – von der Ummeldung des Wohnsitzes über den Wohngeldantrag bis zur Gewerbeanmeldung. Ein neuer Indikator zeigt erstmals die Nutzung der BundID an, die seit 1. Januar verpflichtender Zugangsschlüssel für alle Behördenleistungen ist.

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Die technische Basis wurde grundlegend erneuert. Daten fließen nun automatisiert aus dem Portalverbund (PVOG) ein. Die bisher manuell erhobenen Zahlen zur Verfügbarkeit – aktuell über 90 Prozent auf Bundesebene – gelten damit als deutlich verlässlicher. Nutzer können die Fortschritte aller Bundesländer vergleichen, was regionale Unterschiede im Digitalisierungstempo offenlegt.

Messbarer Druck auf Nachzügler

Die Aktualisierung steht im Zeichen der seit Jahresbeginn geltenden OZG 2.0-Vorgaben. Zwei Prinzipien rücken in den Mittelpunkt und werden nun auch gemessen: Das „End-to-End“-Versprechen, das komplett papierlose Verfahren vorschreibt, und der „Once-Only“-Grundsatz, der die mehrfache Abfrage bereits vorhandener Bürgerdaten verbietet.

Indem diese Kennzahlen öffentlich einsehbar sind, setzt der Bund gezielt Transparenz als Druckmittel ein. Das Dashboard zeigt auf, welche Kommunen ihre Register bereits an den zentralen Datenaustausch angeschlossen haben und welche hinterherhinken. Für Bürger wird der „digitale Graben“ zwischen Regionen somit direkt sichtbar.

FITKO gibt technischen Einblick

Die technische Umsetzung liegt maßgeblich in den Händen der Föderalen IT-Kooperation (FITKO) und des IT-Planungsrats. FITKO will am 9. Januar in einer Veranstaltung detailliert die neuen Funktionen vorstellen und den weiteren Fahrplan erläutern.

Bundesländer wie Hessen haben ihre Landesportale bereits mit den neuen Datenströmen synchronisiert. Diese Abstimmung ist entscheidend für die Glaubwürdigkeit des gesetzlich verankerten „Digital-Checks“, der die Machbarkeit digitaler Umsetzung bei jedem neuen Gesetz prüft. Das Dashboard liefert dafür die empirische Basis.

Daten als Grundlage für KI-Modelle

Langfristig sollen die gesammelten Daten mehr als nur Bestandsaufnahmen liefern. Experten erwarten, dass sie künftig KI-gestützte Prognosemodelle speisen. Behörden könnten so Spitzenzeiten bei Dienstleistungen wie Passverlängerungen oder BAföG-Anträgen vorhersehen und Ressourcen gezielt steuern.

Zunächst bleibt der Blick jedoch auf die operative Umsetzung gerichtet. Die neuen gesetzlichen Meilensteine für 2026 sind in Kraft. Das Dashboard wird Woche für Woche dokumentieren, ob Deutschland sein ambitioniertes Versprechen einlösen kann: endgültig Abschied vom Papierkrieg zu nehmen. Die Lücke zwischen „online verfügbar“ und „nutzerfreundlich“ lässt sich mit dem neuen, granularen Fokus auf das Bürgererlebnis nicht mehr verbergen.

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