Das SmartBend System von Forvia - adaptive Innenraumteile für die E-Mobilität
Veröffentlicht: 15.07.2026 um 14:07 Uhr, Redaktion AD HOC NEWS, Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller (Chefredaktion)SmartBend System von Forvia liegt kühl und matt unter den Händen, wenn ein Entwicklungsingenieur im Labor die gebogene Cockpitstruktur testet und an einer Kante entlangfährt. Die dünnen, integrierten Lichtleisten leuchten milchigweiß auf, sobald Léon Delvaux, Leiter Interior Innovation bei Forvia, das Steuergerät aktiviert.
Adaptives Cockpit aus Leichtbau-Profilen
Forvia entwickelt das SmartBend System als modulare Struktur für Fahrzeugcockpits, bei denen Metallprofile und Kunststoffträger zu einem anpassbaren Innenraumteil verschweißt werden. Das System ist für Elektrofahrzeuge und Hybridmodelle gedacht, bei denen Gewicht, Kabelwege und Crashsicherheit besondere Anforderungen stellen.
Die Kernidee: Statt starrer Träger setzt SmartBend auf dünnwandige Metallprofile, die präzise gebogen und an standardisierten Verbindungspunkten zusammengefügt werden. So lassen sich Cockpits für verschiedene Plattformen mit hoher Teilegleichheit gestalten, während die Geometrie für jeden Fahrzeugtyp angepasst werden kann. Ein zentrales Steuermodul bündelt dabei Stromversorgung und Datenleitungen für integrierte Beleuchtung und Bedienelemente.
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Innenraumteile für neue Elektroplattformen
Der Fokus des SmartBend Systems liegt auf Innenraumteilen für elektrische und hochvernetzte Fahrzeugplattformen, bei denen Hersteller zunehmend auf sogenannte „cockpit modules“ setzen. Forvia spricht in Präsentationen zur Sparte Interiors von leichten Strukturen mit integrierten Funktionsträgern, die sich je nach Kundenspezifikation gestalten lassen. Die SmartBend-Profile bilden dabei das Rückgrat hinter sichtbaren Dekorflächen und Displays.
Eine aktuelle Produktübersicht im Bereich Cockpitstrukturen und Instrumententafeln zeigt, dass Forvia neben herkömmlichen Querträgern auch flexible Struktursysteme anbietet, die gerade für EV-Plattformen von amerikanischen und asiatischen Herstellern entwickelt werden. Das SmartBend System reiht sich dort als modulares Leichtbauteil ein, das Crashlasten aufnehmen und gleichzeitig Kabelbäume sowie Klimakanäle führen kann.
Materialmix, Fertigung und Sensorintegration
Beim Material setzt Forvia nach eigenen Angaben auf einen Mix aus hochfesten Stählen, Aluminiumprofilen und glasfaserverstärkten Kunststoffen für Halterungen. Im Fertigungsprozess werden die Profile zunächst im Rollform-Verfahren hergestellt und anschließend mit CNC-Technik gebogen, bevor sie über Roboterschweißungen oder Schraubpunkte verbunden werden. So entsteht eine räumliche Trägerstruktur, die später mit sichtbaren Verkleidungsteilen und Displays bestückt wird.
In Fachbeiträgen zu Innenraumteilen ist von integrierter Sensorik die Rede, etwa für Airbag-Auslösung, Sitzbelegung oder Berührungssensitive Flächen. Das SmartBend System ist so ausgelegt, dass Sensoren entlang der Profile platziert und direkt an das zentrale Steuergerät angebunden werden können. Dadurch verkürzen sich Kabelwege, und der Bauraum hinter dem Cockpit bleibt frei für Belüftung sowie größere Akkutunnel im Fahrzeugboden.
Für OEM-Kunden ist dabei entscheidend, dass ein System wie SmartBend unterschiedliche Crashnormen und Innenraumvorschriften bedienen kann. Forvia entwickelt die Profile daher nach jeweils gültigen EU-, US- und asiatischen Sicherheitsstandards und bietet Varianten mit verstärkten Knotenpunkten oder zusätzlichen Querverbindungen an. Je nach Plattform wird so eine bestimmte Lastkurve im Crashfall eingehalten, ohne das Gewicht zu stark zu erhöhen.
Designfreiheit für Interieur-Teams
Für die Designerinnen und Designer in den Interieur-Studios der Fahrzeughersteller spielt das SmartBend System vor allem als „unsichtbare Struktur“ eine Rolle. Es gibt eine feste geometrische Basis, auf die sich Dekorleisten, Anzeigeelemente und Bedienflächen aufsetzen lassen, während die Belastungspfade im Hintergrund klar definiert bleiben. Der französische Designer Julien Moreau beschreibt in einem Forvia-Interview, wie er mit den Ingenieurteams Schnittstellen zwischen Struktur und Sichtteilen abstimmt, um möglichst fließende Formen zu ermöglichen.
Gerade bei Elektrofahrzeugen mit durchgehendem Displayband über die ganze Cockpitbreite erlaubt SmartBend, dass das Trägerprofil den Bildschirmverlauf unterstützt, ohne sichtbare Unterbrechungen zu erzeugen. Dünne Metallkanten verschwinden hinter Glasflächen, während die strukturgebenden Elemente Lasten abführen. Für Fahrerinnen und Fahrer entsteht so der Eindruck eines „schwebenden“ Cockpits, obwohl dahinter eine hochfunktionale Struktur arbeitet.
Kostenstruktur und Plattform-Strategie der OEMs
Aus Sicht der Autohersteller sind modulare Innenraumteile wie SmartBend Teil einer größeren Plattformstrategie. Indem mehrere Modellreihen dieselbe Grundstruktur für das Cockpit nutzen, sinkt die Teilezahl und die Komplexität in der Fertigung. Gleichzeitig können die sichtbaren Elemente wie Dekor, Farben und Softwareoberflächen variiert werden. So lassen sich Einstiegsmodelle und Premiumvarianten aus demselben Bauteilsatz gestalten.
Forvia verweist in seinen Präsentationen darauf, dass Innenraumteile und Cockpitmodule zu den margenstärkeren Komponenten im Liefergeschäft zählen, weil sie direkt das Kundenerlebnis prägen. Systeme wie SmartBend sind damit nicht nur technische, sondern auch wirtschaftliche Stellschrauben: Sie beeinflussen die Produktionskosten beim OEM und liefern dem Zulieferer stabile Abrufe, solange die Plattform läuft.
Im E-Mobilitätsboom, der in Europa, Asien und Nordamerika unterschiedliche Geschwindigkeiten hat, sind solche skalierbaren Innenraumlösungen ein wichtiger Faktor. Wenn ein Hersteller seine EV-Flotte schnell ausweitet, muss die Lieferkette für Cockpitstrukturen folgen können. SmartBend ist dafür als Baukasten angelegt, dessen Metallprofile und Verbindungselemente relativ einfach in neuen Werken installiert werden können, während Software und Elektronikmodule an die jeweilige Fahrzeuglinie angepasst werden.
Nachhaltigkeit und Recyclingfähigkeit
Forvia betont in Unterlagen zum Thema Interiors, dass der CO?-Fußabdruck der Innenraumteile ein zentrales Entwicklungsziel ist. Beim SmartBend System kommen daher, wo möglich, recycelbare Materialien und definierte Demontagepunkte zum Einsatz. Das heißt, dass die Profile nach einem Fahrzeugleben gezielt getrennt und dem Stoffkreislauf wieder zugeführt werden können, statt als Mischschrott zu enden.
Für die Autohersteller ist diese Dokumentierbarkeit der Innenraumteile relevant, weil sie ihre eigenen Nachhaltigkeitsberichte mit konkreten Materialströmen unterlegen müssen. Produktsysteme wie SmartBend liefern dafür Datensätze zur Materialzusammensetzung, zum Anteil recycelter Rohstoffe und zu Demontagepfaden. Im Idealfall fließen diese Informationen in digitale Zwillinge der Fahrzeugplattformen ein, die sowohl die Nutzungsphase als auch das End-of-Life-Szenario abbilden.
In Fachgesprächen verweist Forvia außerdem auf die Möglichkeit, über SmartBend bestimmte Komfortfunktionen effizient einzubauen. Wenn Kabelwege und Haltepunkte für Bedienelemente klar definiert sind, lassen sich Heizflächen, beleuchtete Zierleisten oder Haptikmodule für Touch-Bedienung sauber integrieren. Auch das kann dazu beitragen, dass Fahrzeuge im Innenraum moderner wirken, ohne dass die sichtbaren Teile zwangsläufig teurer werden.
Marktposition von Forvia im Interior-Segment
Im Wettbewerbsumfeld tritt Forvia mit seinem Interior-Segment gegen andere große Automobilzulieferer an, die ebenfalls Cockpitmodule und Instrumententafeln anbieten. Der Konzern hebt in seinen Geschäftsberichten hervor, dass der Bereich „Automotive Interiors“ zu den größeren Umsatzträgern gehört und eng mit den Aktivitäten im Seating- und Electronics-Geschäft verzahnt ist. SmartBend passt als Produkt dabei in eine Strategie, bei der Struktur, Elektronik und Komfortfunktionen zunehmend aus einer Hand kommen.
Für Kundinnen und Kunden, die ein Fahrzeug später tatsächlich kaufen, bleibt SmartBend ein unsichtbares Bauteil. Sie erleben nur das Ergebnis: ein Cockpit, das stabil wirkt, leise bleibt und sich solide anfühlt, wenn sie mit der Hand über Kanten und Flächen streichen. Für die Investitionsentscheider bei den Autoherstellern sind hingegen die Daten entscheidend, die Forvia anlegt: Gewicht, Crashverhalten, Kosten pro Einheit und Skalierbarkeit über mehrere Plattformen.
Analysten, die auf die Forvia Aktie schauen, beobachten dabei nicht das einzelne Produkt, sondern die gesamte Innenraum-Sparte. Die Entwicklung und der Abruf von Systemen wie SmartBend fließen über die Segmentberichte in die Umsatz- und Margenentwicklung ein. Für den Kurs ist es relevant, wie stark die Auslastung in diesen Werken ist und welche Verträge mit großen OEMs über mehrere Jahre hinweg bestehen.
Einordnung für Anleger und Brancheninteressierte
Für Privatanleger, die sich mit der Forvia Aktie beschäftigen, ist das SmartBend System vor allem als Baustein im Innenraumgeschäft interessant. Es steht exemplarisch für modulare, skalierbare Innenraumteile, die bei neuen Elektrofahrzeugplattformen nachgefragt werden und über längere Laufzeiten stabile Lieferbeziehungen schaffen können. Rückschlüsse auf die Zukunft der Aktie lassen sich daraus nicht linear ziehen, aber das Produkt zeigt, wo der Konzern technische Schwerpunkte setzt.
Im täglichen Handel an europäischen Börsen bildet der Kurs der Forvia Aktien auf Xetra und anderen Handelsplätzen die Summe dieser Erwartungen ab, von Cockpitstruktur-Systemen wie SmartBend bis zu Sitz- und Elektroniklösungen.
Fakten zum SmartBend System
- Produkt: SmartBend System
- Hersteller: Forvia SE (vormals Faurecia SE)
- Kategorie: Zubehör und Ersatzteile für Fahrzeuginnenräume
- Markteinführung: schrittweise im Rahmen neuer Elektrofahrzeug-Plattformen, seit Mitte der 2020er-Jahre
- UVP / Preis: B2B-System, Stückpreise abhängig von OEM-Plattform und Spezifikation
- Verfügbarkeit: im Rahmen von Lieferverträgen mit Fahrzeugherstellern in Europa, Asien und Nordamerika
- Zielgruppe: Automobilhersteller mit Fokus auf skalierbare Elektro- und Hybridplattformen
- Besonderheit / USP: modulare, leichte Cockpitstruktur mit integriertem Leitungsträger für Elektronik, Beleuchtung und Sensorik
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