Hella GmbH & Co. KGaA, DE000A13SX22

Das LED-Matrix-Scheinwerfersystem SSL 100 von Hella - präzises Licht für moderne Fahrzeuge

Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 07:02 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS

LED-Matrix-Scheinwerfersystem SSL 100 von Hella bringt bis zu 100 adaptive Lichtsegmente pro Scheinwerfer auf die Straße. Wer Hella GmbH & Co. KGaA Aktien (ISIN DE000A13SX22) hält, sollte dieses Produkt kennen.

Hella GmbH & Co. KGaA, DE000A13SX22, Illustration mit AI erstellt.
Hella GmbH & Co. KGaA, DE000A13SX22, Illustration mit AI erstellt.

LED-Matrix-Scheinwerfersystem SSL 100 von Hella leuchtet auf einem Testgelände eine nasse Asphaltfläche so aus, dass jede Pfütze klar konturiert sichtbar bleibt, während entgegenkommende Fahrer nicht geblendet werden. Das Lichtband wirkt fast greifbar, wie eine helle Schere, die den Fahrweg sauber aus dem Dunkel schneidet. Entwicklungsleiterin Dr. Anja Meyer spricht von „Lichtintelligenz“, die im Steuergerät steckt und jeden Meter vorausdenkt.

Adaptive Matrixtechnik aus Lippstadt

Beim LED-Matrix-Scheinwerfersystem SSL 100 setzt Hella auf eine modulare Architektur, bei der bis zu 100 einzeln ansteuerbare LED-Segmente pro Scheinwerfer zusammenarbeiten. Das System gehört zur SSL-Familie (Solid State Lighting) und ist für Frontscheinwerfer in Mittel- und Oberklassefahrzeugen ausgelegt, aber auch für leichte Nutzfahrzeuge interessant. Die Matrix kann Teile des Lichtkegels gezielt ausblenden, etwa um andere Verkehrsteilnehmer auszusparen, ohne den eigenen Fahrbereich abzudunkeln.

Die technischen Daten variieren je nach OEM-Ausführung, typischerweise erreichen die SSL-Module eine Lichtleistung im Bereich mehrerer tausend Lumen und kombinieren Fernlicht, Abblendlicht und zusätzliche Funktionen wie Adaptives Fahrlicht in einem kompakten Gehäuse. Ein wesentlicher Punkt ist die robuste Thermomanagement-Struktur auf der Platine, damit die dicht gepackten LED-Chips im dauerhaften Hochbetrieb stabil bleiben. Hella beschreibt die SSL-Technologie als Baustein für hochauflösendes Licht, das perspektivisch bis in Richtung Pixel- und Projektionstechniken gehen kann.

Elektronik und Software als heimliches Kernprodukt

Die sichtbaren LED-Module des LED-Matrix-Scheinwerfersystems SSL 100 sind nur die Spitze des Pakets, das Produkt reicht tiefer: Im Hintergrund arbeitet eine Steuerungselektronik mit eigener Software, die Sensordaten des Fahrzeugs interpretiert. Kameras hinter der Windschutzscheibe, Radarsysteme oder Navigationsinformationen bestimmen, wie der Lichtkegel sich formt. Laut Hella lassen sich über CAN- oder LIN-Bussysteme Fahrzeugdaten nahezu in Echtzeit einbeziehen, etwa die aktuelle Geschwindigkeit oder Kurvenradien.

Praktisch bedeutet das: Fährt eine Testfahrerin wie der Entwicklungskollege Jonas Weber mit 120 km/h über eine Autobahn, bewegt sich der Lichtkegel nicht mehr statisch, sondern passt seine Reichweite dynamisch an und schwenkt in Kurven mit. In der Stadt dagegen senkt das System automatisch die Reichweite, verbreitert das Leuchtfeld und reduziert Blendeffekte an Fußgängerüberwegen. Besonders auffällig ist das definierte Abschneiden des Lichtkegels an Fassaden – statt einem unruhigen Flackern zeichnet sich eine klare horizontale Linie, die zeigt, wie präzise die Segmentsteuerung arbeitet.

Vertiefen & einordnen

Hella GmbH & Co. KGaA im Lichtsegment

Wie wichtig das Lichtgeschäft für Hella ist und wo SSL-Module im Produktportfolio stehen, zeigen aktuelle Berichte und Investor-Informationen.

Von der Halogenlampe zum digitalen Licht

Das LED-Matrix-Scheinwerfersystem SSL 100 steht exemplarisch für den Wandel im Fahrzeuglicht: Früher drehte sich alles um Reflektoren, Halogen- oder Xenon-Leuchtmittel, heute definieren LED-Arrays und Software das eigentliche Produkt. Hella entwickelt die SSL-Reihe seit Jahren als skalierbare Plattform, die verschiedene Leistungsstufen und Auflösungen ermöglicht. Aktuelle OEM-Projekte kombinieren SSL-Module mit Tagfahrlicht-Signaturen und Marken-spezifischen Designspuren, sodass der Scheinwerfer gleichzeitig funktionales Bauteil und Kennzeichen der Fahrzeugidentität wird.

Im Gespräch betont Lichtdesigner Marco Schulz, wie wichtig die Abstimmung zwischen Lichttechnik und Fahrzeugdesign ist. Ein Beispiel: Ein Hersteller will eine schmale, horizontale Signatur mit klarer Linienführung; SSL-Module erlauben diese Form, ohne Kompromisse bei der Homogenität des Leuchtfelds. In einem abgedunkelten Labor lässt sich auf einer Leinwand genau beobachten, wie kleine Änderungen in der Segmentansteuerung die Wahrnehmung des Fahrzeugs verändern. Das weiche Auslaufen des Lichtkegels an den Rändern wirkt dabei deutlich angenehmer als die harte Kante älterer Systeme.

Integration in Fahrassistenzsysteme

Technisch ist das LED-Matrix-Scheinwerfersystem SSL 100 kein isoliertes Bauteil, sondern Teil eines vernetzten Ökosystems im Auto. Es kommuniziert mit Fahrerassistenzsystemen, etwa mit automatischen Fernlichtassistenten, adaptiven Geschwindigkeitsreglern oder Spurhalteassistenten. Moderne Fahrzeugplattformen berechnen aus Kamerabildern und Karteninformationen, wie sich der Lichtkegel in den kommenden Sekunden verhalten soll, und geben entsprechende Steuerbefehle an das Scheinwerfersteuergerät.

Für Nutzfahrzeuge oder leichte Transporter ist das besonders relevant. Ein Fahrer, der nachts mit einem beladenen Lieferwagen über Landstraßen fährt, profitiert von weitreichendem Licht und einer gezielten Ausblendung von Gegenverkehr und Reflexionsflächen. Gleichzeitig reduziert die LED-Technologie den Energieverbrauch gegenüber klassischen Halogensystemen. Einige Flottenbetreiber berichten gegenüber Hella davon, dass die geringere Ausfallanfälligkeit moderner SSL-Scheinwerfer die Wartungskosten senkt, weil LED-Module deutlich länger halten als konventionelle Leuchtmittel.

Marktposition und Wettbewerb

Beim LED-Matrix-Scheinwerfersystem SSL 100 bewegt sich Hella in einem intensiv umkämpften Markt. Andere Zulieferer wie Koito, Valeo oder Marelli arbeiten ebenfalls an adaptiven LED-Lichtsystemen. Der entscheidende Unterschied liegt oft im Detail: Wie fein lassen sich Lichtsegmente regeln, wie schnell reagiert das System auf neue Verkehrssituationen, wie gut sind Thermomanagement und Zuverlässigkeit im Dauerbetrieb? Hella versucht, über solide Ingenieurleistungen und enge Kooperationen mit OEMs zu punkten.

Die Entwicklung von SSL-Modulen erfordert eine enge Abstimmung mit Fahrzeugherstellern, weil jeder OEM eigene Designsprachen, regulatorische Anforderungen und Kostenrahmen vorgibt. Projektleiterinnen und Projektleiter auf beiden Seiten verbringen mehrere Tage im Lichttunnel oder auf Teststrecken, um das Zusammenspiel von Hardware, Software und Design zu optimieren. Ein Beispiel dafür ist die Abstimmung von Lichtverteilungen für verschiedene Märkte: In Europa und Asien gelten unterschiedliche Vorschriften für Abblendlichtverteilungen, was direkten Einfluss auf die Matrixlogik hat.

Regulierung und Sicherheit

Das LED-Matrix-Scheinwerfersystem SSL 100 muss sich im engen Korsett der ECE- und anderen Normen bewegen. Adaptive Fahrlichtsysteme sind nur dann zulässig, wenn sie definierte Blendgrenzwerte einhalten und reproduzierbare Lichtverteilungen liefern. Hella investiert deshalb erhebliche Zeit in Prüfstände und Homologationsprozesse, bevor ein SSL-System in Serie geht. Die Testingenieurin Katja Hoffmann beschreibt die tägliche Arbeit im Lichtlabor als Mischung aus Präzisionshandwerk und Softwarevalidierung.

Eine Szene: Ein Fahrzeug fährt langsam auf eine stehende Attrappe zu, die einen Fußgänger simuliert. Sensoren detektieren daraufhin das Objekt, die Matrix blendet den entsprechenden Bereich des Lichtkegels sanft aus, während der restliche Fahrweg hell bleibt. Auf der Leinwand sieht man, wie ein dunkler Streifen im Lichtkegel genau den Körper des Fußgänger-Dummys abdeckt. Diese Situation wird hunderte Male mit variierter Geschwindigkeit, Abstand und Winkel wiederholt, um sicherzustellen, dass das System zuverlässig reagiert. So wird das Produkt vom Prototyp zum zugelassenen Serienbauteil.

Energieeffizienz und Nachhaltigkeit

Im Vergleich zu klassischen Scheinwerfersystemen bietet das LED-Matrix-Scheinwerfersystem SSL 100 Potenzial für Energieeinsparungen. LED-Lichtquellen sind ohnehin effizienter als Halogen- oder Xenonlampen; hinzu kommt die Möglichkeit, Licht gezielt nur dort bereitzustellen, wo es tatsächlich benötigt wird. Das Steuergerät kann Segmente dimmen oder abschalten, wenn sie keine relevante Funktion haben, etwa bei gut beleuchteten Straßen oder im Stadtverkehr.

Hella verweist in seinen Unterlagen darauf, dass geringerer Energiebedarf auch geringere CO?-Emissionen bedeutet, sofern der Strom aus Verbrennungsmotoren oder klassischen Stromnetzen stammt. In einem elektrischen Fahrzeug verlängerte geringe Last auf das Bordnetz tendenziell die Reichweite. Für Flottenbetreiber, die jeden Kilowattstundenverbrauch exakt dokumentieren, ist das ein betriebswirtschaftlicher Faktor. Der Nachhaltigkeitsgedanke reicht dabei bis zum Produktdesign: Module werden so konzipiert, dass Komponenten wiederverwertbar sind und Reparaturen in autorisierten Werkstätten möglich bleiben, statt komplette Einheiten zu entsorgen.

Produktion und Lieferkette

Hella produziert Komponenten des LED-Matrix-Scheinwerfersystems SSL 100 in einem globalen Produktionsverbund, zu dem Standorte in Europa, Asien und Amerika gehören. Leiterplatten, LED-Chips, optische Elemente und Gehäuse entstehen häufig an unterschiedlichen Orten, bevor sie in spezialisierten Werken zu kompletten Scheinwerfern zusammengebaut werden. Projektmanagerin Laura König berichtet von engen Zeitfenstern für SOP (Start of Production), weil Fahrzeugprojekte feste Serienanläufe haben.

Die Lieferkette ist komplex: Halbleiterhersteller liefern LED-Chips, Optik spezialisten fertigen Linsen und Lichtleiter, Kunststoffverarbeiter produzieren Gehäuse. Qualitätskontrolle spielt dabei eine herausragende Rolle, denn Fehler in einem Bauteil können ganze Serien verzögern. In einem Fertigungswerk laufen automatisierte Prüfstationen, die Lichtverteilungen, elektrische Parameter und Dichtigkeit testen. Mitarbeiterinnen beobachten auf Monitoren Diagramme und Bilder der Lichtkegel und greifen ein, wenn Werte außerhalb der Toleranz liegen. So bleibt das Produkt über große Stückzahlen hinweg konsistent.

B2B-Charakter und Kundennähe

Das LED-Matrix-Scheinwerfersystem SSL 100 ist ein klassisches B2B-Produkt: Kunden sind Fahrzeughersteller, nicht Endverbraucher. Dennoch wirkt das System direkt auf die Erfahrung der Fahrerin oder des Fahrers. Entwicklungsingenieurin Sophie Brandt erzählt von Testfahrten, bei denen die Probanden gar nicht genau wissen, welches Lichtsystem verbaut ist, aber dennoch sofort den Unterschied zu herkömmlichen Scheinwerfern bemerken. Aussagen wie „Ich sehe mehr, ohne geblendet zu werden“ tauchen häufig in Feedbackbögen auf.

Hella nutzt solche Rückmeldungen, um die Softwarealgorithmen weiter zu verfeinern. Kleine Anpassungen in Schwellenwerten oder Regelgeschwindigkeiten können dafür sorgen, dass der Lichtkegel noch natürlicher wirkt und weniger hart wahrgenommen wird. Die Arbeit findet oft spätabends auf Teststrecken statt, wenn reale Verkehrssituationen nachgestellt werden können. Dabei sitzen Ingenieurinnen und Ingenieure mit Laptops im Fahrzeug, beobachten Datenströme und passen Parameter an, bis das Licht sich genau so verhält, wie es im Pflichtenheft definiert ist.

Bedeutung für die Hella Aktie

Das LED-Matrix-Scheinwerfersystem SSL 100 steht innerhalb des Hella-Lichtgeschäfts für den Schritt hin zu hochintegrierten, softwaregetriebenen Produkten, die Umsatz und Margen im Lichtsegment stützen und OEM-Projekte langfristig absichern. Serienaufträge für SSL-Module tragen dazu bei, die Position von Hella im globalen Markt für Fahrzeuglicht zu festigen. Die Hella GmbH & Co. KGaA Aktie wird unter der ISIN DE000A13SX22 im elektronischen Handelssystem Xetra in Euro notiert.

Fakten zum LED-Matrix-Scheinwerfersystem SSL 100

  • Produkt: LED-Matrix-Scheinwerfersystem SSL 100
  • Hersteller: Hella GmbH & Co. KGaA
  • Kategorie: Zubehör / Ersatzteil (Fahrzeugbeleuchtung)
  • Markteinführung: schrittweise im Rahmen verschiedener OEM-Projekte ab Mitte der 2010er Jahre
  • UVP / Preis: projektabhängig, im B2B-Geschäft nicht als Endkundenpreis ausgewiesen
  • Verfügbarkeit: weltweit im Rahmen von Serienfahrzeugen der jeweiligen OEM-Kunden
  • Zielgruppe: Fahrzeughersteller, Entwicklungsabteilungen, Flottenbetreiber über OEM-Fahrzeuge
  • Besonderheit / USP: bis zu 100 adaptive LED-Segmente pro Scheinwerfer mit softwaregesteuerter Lichtverteilung

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