Darmmikrobiom agiert als eigenes Immunorgan
18.02.2026 - 08:19:12Eine bahnbrechende Studie beweist erstmals: Das Darmmikrobiom kann Immunschäden aktiv ausgleichen. Forscher des Weizmann Institute of Science zeigten diesen Effekt jetzt bei HIV-Patienten. Ihre Arbeit erschien diese Woche in Nature Microbiology.
Vom Verdauungshelfer zum Immunmanager
Bisher galt das Mikrobiom primär als Verdauungshelfer. Doch in unserem Darm sitzen bis zu 80 Prozent aller Immunzellen. Die neue Forschung belegt nun eine kausale, steuernde Rolle der Darmbakterien für die Abwehrkräfte. Sie formen das Immunsystem aktiv mit.
Der Beweis gelang mit einem cleveren Experiment. Die Wissenschaftler übertrugen menschliche Darmbakterien auf keimfreie Mäuse. Alle beobachteten Immunveränderungen mussten somit von den Mikroben stammen – eine direkte Ursache-Wirkung-Beziehung.
Überraschender Kompensationseffekt bei HIV
Das Ergebnis verblüffte das Team. Darmbakterien von HIV-Patienten im Frühstadium erhöhten die Zahl der CD4-T-Helferzellen in den Mäusen sogar stärker als die von gesunden Spendern. Das Mikrobiom versuchte offenbar, den Virusschaden auszugleichen.
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Bei fortgeschrittenem AIDS war dieser Effekt jedoch erloschen. Das zeigt: Ein intaktes Mikrobiom kann in frühen Phasen als unterstützendes Immunorgan agieren. Dieser Mechanismus versagt, wenn die Infektion fortschreitet.
Neue Schlüsselbakterien entdeckt
Parallel identifizierten Cambridge-Forscher eine bisher übersehene Bakteriengruppe namens CAG-170. Sie kommt bei gesunden Menschen deutlich häufiger vor. Ihre möglichen Aufgaben:
* Verdauung von Kohlenhydraten und Ballaststoffen
* Produktion von Vitamin B12
* Stabilisierung des gesamten Darm-Ökosystems
Solche Bakterien könnten künftig als klare Gesundheitsmarker dienen.
Personalisierte Therapien rücken näher
Die Studien markieren einen Wendepunkt. Die Erkenntnisse eröffnen völlig neue Therapiepfade. Könnte man das Mikrobiom gezielt stärken, um HIV-Patienten zu helfen? Ansätze wären:
* Maßgeschneiderte Ernährung
* Gezielte Probiotika
* Der Einsatz von Bakteriophagen
Besonders in Regionen mit limitiertem Zugang zu antiviralen Medikamenten wären solche Interventionen wertvoll. Die Forschung konzentriert sich jetzt darauf, die exakten Bakterienstämme und ihre wirksamen Moleküle zu identifizieren. Das Ziel ist eine echte personalisierte Mikrobiom-Medizin.
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