Darmbakterium nutzt Ameisensäure als Elektronen-Taxi
07.02.2026 - 02:32:12Forscher der Goethe-Universität Frankfurt haben einen bahnbrechenden Mechanismus im menschlichen Darm entdeckt. Das Bakterium Blautia luti nutzt Ameisensäure als Transportmittel für Elektronen – eine Art molekulares Taxi. Dieser Fund könnte unser Verständnis der Darmgesundheit revolutionieren.
Ein cleverer Shortcut im Stoffwechsel
Im sauerstofffreien Darm gewinnen Bakterien Energie durch Gärung. Dabei entsteht oft Wasserstoff, der den Prozess bei zu hoher Konzentration hemmt. Die Frankfurter Studie zeigt nun: Blautia luti umgeht dieses Problem elegant.
Statt den umständlichen Wasserstoffweg zu nehmen, setzt das Bakterium auf Ameisensäure (Formiat). Diese dient als direkter und stabiler Elektronen-Shuttle. Das ermöglicht einen effizienteren Energiestoffwechsel und mehr Flexibilität bei der Nährstoffverwertung.
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Warum ist dieser Fund so bedeutend?
Blautia luti ist ein Schlüsselakteur bei der Verarbeitung von Ballaststoffen. Es produziert Essigsäure (Acetat), eine zentrale Energiequelle für unsere Darmzellen. Der neu entdeckte Mechanismus erklärt, wie das Bakterium diesen Prozess optimiert.
Die Forscher um Professor Volker Müller identifizierten einen speziellen Stoffwechselweg – den Wood-Ljungdahl-Weg. Über ihn kann Blautia luti Kohlendioxid und Ameisensäure direkt in Acetat umwandeln. Das Bakterium nimmt die Ameisensäure dabei einfach auf, statt sie mühsam selbst herzustellen.
Ein Türöffner für neue Therapien
Diese Entdeckung ist mehr als Grundlagenforschung. Sie liefert einen konkreten Ansatzpunkt, um das Darmmikrobiom gezielt zu beeinflussen. Könnten zukünftige Probiotika genau solche effizienten Bakterienstämme enthalten?
Die Erkenntnisse unterstreichen auch, warum ballaststoffreiche Ernährung so gesund ist: Sie fördert Bakterien wie Blautia luti, die wiederum wertvolle Stoffwechselprodukte liefern. Ein besseres Verständnis dieser Prozesse könnte den Weg für personalisierte Therapien bei Darmerkrankungen oder chronischen Entzündungen ebnen.


