DAK-Report, Zeit

DAK-Report: Mehr Zeit für Familie ist Top-Vorsatz 2026

29.12.2025 - 21:02:12

Eine neue Umfrage offenbart einen Paradigmenwechsel: Mehr Zeit für Familie löst Stressabbau als wichtigsten Vorsatz ab. Neurowissenschaften bestätigen den Nutzen von Entschleunigung für die Konzentration.

Die Deutschen setzen 2026 neue Prioritäten. Erstmals verdrängt der Wunsch nach mehr Zeit für Familie und Freunde den Stressabbau vom Spitzenplatz der guten Vorsätze. Das zeigt die aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK-Gesundheit. Gleichzeitig liefert die Hirnforschung die Erklärung: Unsere Konzentration hängt von einer biologischen Grundwachheit ab, die durch digitale Dauerberieselung leidet.

Der neue Trend: Entschleunigung statt Stressbekämpfung

Mit 62 Prozent landet „mehr Zeit für Familie/Freunde“ auf Platz eins der Vorsätze für das kommende Jahr. Der langjährige Spitzenreiter „Stress abbauen“ folgt knapp dahinter mit 61 Prozent. Die DAK deutet diese Verschiebung als strategischen Wechsel. Statt gegen Stress anzukämpfen, setzen die Menschen nun auf präventive Entschleunigung.

Besonders die Jüngeren wollen abschalten: Jeder zweite 14- bis 29-Jährige plant für 2026, bewusster „offline“ zu sein. Dieser gesellschaftliche Trend trifft sich mit einem neuropsychologischen Konzept – dem Alertness-Prinzip. Es besagt: Echte geistige Leistung braucht eine solide Basis an allgemeiner Wachheit.

Anzeige

Viele Berufstätige merken: Mehr Zeit für Familie und echte Offline‑Pausen steigern nicht nur Lebensqualität, sondern auch Ihre Konzentration. Das kostenlose E‑Book „Work‑Life‑Balance: Stressfrei produktiv“ erklärt 5 sofort umsetzbare Sofortmaßnahmen, 2 kurze Achtsamkeitsübungen und praktische Routinen, mit denen Sie Arbeit und Privatleben klarer trennen – ohne Karriereverlust. Holen Sie sich die konkreten Schritte gegen Zeitdiebe und für mehr Fokus. Jetzt kostenloses Work‑Life‑Balance E‑Book sichern

Die Hirnforschung bestätigt den Trend

Kurz vor Weihnachten lieferte das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) die biologische Erklärung. Ein Team um Neurowissenschaftler Jan Gründemann entdeckte einen fundamentalen Anpassungsmechanismus im Gehirn.

Im Fokus stand das axonale Initialsegment (AIS), der Taktgeber für Nervenimpulse. Die im Fachjournal Nature Neuroscience veröffentlichte Studie zeigt: Dieses Segment kann seine Länge verändern und fungiert so als eingebauter „Lautstärkeregler“ für neuronale Signale.

  • Zellen mit einem längeren AIS senden stärkere Signale.
  • Die Länge passt sich an die Aktivität an – ein Zeichen von Neuroplastizität.
  • Chronischer Stress und Reizüberflutung können diese Feinjustierung stören.

Damit erklärt die Forschung auf Zellebene, warum Erholung so entscheidend ist. Die tonische Alertness – das Grundwachheitsniveau – bildet das Fundament für jede Form von Konzentration.

Vom Prinzip zur Praxis: Warum Offline-Zeiten wirken

Das Alertness-Prinzip unterscheidet zwei Formen:
* Tonische Alertness: Das allgemeine, stabile Wachheitsniveau über den Tag.
* Phasische Alertness: Die kurzfristige, gezielte Steigerung der Aufmerksamkeit.

Viele versuchen, ihre phasische Alertness mit Koffein oder Druck zu erzwingen, während die tonische Basis durch ständige Erreichbarkeit erodiert. Die DAK-Daten legen nahe, dass hier ein Umdenken stattfindet. Der Wunsch nach digitalen Pausen ist aus neurologischer Sicht eine kluge Schutzmaßnahme. Sie gibt dem Gehirn Raum, sich zu regenerieren und den „Lautstärkeregler“ neu zu justieren.

Unternehmen stehen vor neuen Aufgaben

Der Paradigmenwechsel in den privaten Vorsätzen sendet auch Signale an die Arbeitswelt. Der vorherige DAK-Gesundheitsreport 2025 hatte bereits einen Rekordkrankenstand mit stressbedingten Ursachen aufgezeigt.

Wirtschaftspsychologen fordern nun, dass Firmen das Alertness-Prinzip ernst nehmen müssen. Es reiche nicht, Zeitmanagement-Trainings anzubieten. Nötig seien Arbeitsumgebungen, die die Grundwachheit fördern – durch eine echte Pausenkultur und das Recht auf Unerreichbarkeit.

Der effektivste Weg zu mehr Konzentration im neuen Jahr führt also nicht über mehr Disziplin am Schreibtisch, sondern über bewusste Erholung neben ihm. Wer mehr Zeit mit Menschen und weniger mit dem Smartphone verbringt, handelt damit auch neurobiologisch klug.

Anzeige

PS: Sie möchten 2026 wirklich mehr Zeit für Familie und trotzdem produktiv bleiben? Das Gratis‑E‑Book „Work‑Life‑Balance: Stressfrei produktiv“ liefert kurze Übungen, Mini‑Routinen und eine Checkliste mit 5 Sofortmaßnahmen, die sofort Wirkung zeigen. Erfahren Sie, welche Gewohnheiten den Alltag entlasten und wie Sie eine wirkliche Pausenkultur für sich durchsetzen. Gratis E‑Book „Work‑Life‑Balance“ jetzt anfordern

@ boerse-global.de