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Daimler Truck Aktie: Kepler kippt Pessimismus

Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 15:55 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Kepler Cheuvreux stuft Daimler Truck von Verkauf auf Kauf hoch und sieht Erholung in Nordamerika und Europa als Treiber.

Daimler Truck Aktie: Kepler Cheuvreux dreht auf Kauf und hebt Kursziel
Abstrakte Szene, die den Schwerfahrzeugbau darstellt, mit einer sich auflösenden Nebelstimmung, die Optimismus andeutet. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein Analyst wechselt die Seiten – und das ausgerechnet bei einem Unternehmen, das zuletzt mit einem Gewinneinbruch von 80 Prozent im ersten Quartal zu kämpfen hatte. Kepler Cheuvreux gibt sein bisheriges "Reduce"-Votum für Daimler Truck auf und rät nun zum Kauf. Das Kursziel springt von 40 auf 52 Euro.

Die Aktie reagierte am Vormittag mit einem Plus von 1,8 Prozent auf 43,26 Euro. Analyst Alexandre Raverdy begründet den Schwenk mit einer Erholung der Märkte in Nordamerika und Europa – genau jenen Regionen, die dem Nutzfahrzeugbauer zuletzt am meisten zugesetzt hatten. Auch Konkurrent Traton profitierte von einer Hochstufung, wenn auch nur auf "Hold" mit einem Kursziel von 37 Euro statt zuvor 25 Euro.

Archion als Werttreiber

Raverdy verweist zudem auf die Börsennotierung von Archion als zusätzlichen Kurstreiber. Der Nutzfahrzeughersteller ist aus einer Daimler-Truck-Tochter und einer Toyota-Einheit hervorgegangen und konzentriert sich auf den asiatischen Markt. Schritt für Schritt solle diese Konstellation weiteres Wertpotenzial freisetzen, so die Einschätzung.

Bei Traton mahnt der Analyst dagegen weiterhin zur Vorsicht. Die China-Strategie bleibe ein Risikofaktor, hinzu kommen eine schwächere Umwandlung von Gewinn in verfügbares Barvermögen und ein höheres Schuldenniveau – Faktoren, die im Vergleich zu Wettbewerbern die Spielräume für Ausschüttungen einschränken.

Kostendruck und China-Konkurrenz

Der optimistischere Analystenblick trifft auf ein Unternehmen, das operativ noch immer unter Druck steht. 2025 war der Gewinn um 34 Prozent auf zwei Milliarden Euro eingebrochen, belastet durch US-Zölle und schwache Nachfrage in Nordamerika. Mit dem Sparprogramm "Cost Down Europe" will Daimler Truck bis 2030 die laufenden Kosten auf dem Heimatkontinent um mehr als eine Milliarde Euro senken, in Deutschland sollen dafür rund 5.000 Stellen wegfallen.

Firmenchefin Karin Rådström rechnet zudem mit einer Offensive chinesischer Lkw-Hersteller in Europa und mahnt zur Vorbereitung. Bislang gebe es zwar viele Ankündigungen, aber noch keine Fahrzeuge bei den Kunden – ähnlich wie einst bei E-Bussen, wo chinesische Anbieter zwar Marktanteile gewannen, den Markt aber nicht übernahmen. Ob die Kepler-Einschätzung die Wende einläutet, dürfte sich an den kommenden Quartalszahlen zeigen, wenn sich die erwartete Erholung in Nordamerika und Europa auch in den Auftragsbüchern niederschlägt.

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