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D-Wave Quantum Aktie: Rückschlag trotz AT&T-Durchbruch

Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 05:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Trotz 240-facher Beschleunigung bei AT&T fällt die D-Wave-Aktie. Der Fokus liegt nun auf dem Quartalsbericht am 6. August.

D-Wave Quantum: AT&T-Erfolg kann Aktienrückgang nicht stoppen
Abstraktes, futuristisches Rechenzentrum mit leuchtenden Glasfaserkabeln als Symbol für Quantencomputing. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

D-Wave Quantum hat gerade einen handfesten technischen Erfolg vorzuweisen. Zusammen mit AT&T hat das Unternehmen sein Quanten-Annealing-System von der Pilotphase in den breiten Einsatz gebracht. Die Netzwerkoptimierung, die zuvor rund eine Stunde brauchte, läuft jetzt in 15 Sekunden durch — eine 240-fache Beschleunigung.

Der Markt hat darauf trotzdem nicht mit Kaufeuphorie reagiert. Am Dienstag brach die Aktie um 9,71 Prozent ein und schloss bei 15,48 Euro. Der Rutsch fällt zusammen mit dem Wechsel des Aktien-Listings von der NYSE zur Nasdaq, der seit dem 27. Juli 2026 wirksam ist.

Die entscheidende Kennzahl: Kann der Auftragsberg zu Umsatz werden?

Für Investoren zählt derzeit vor allem eine Zahl: die Remaining Performance Obligations, kurz RPO. Sie kletterten im ersten Quartal 2026 auf 42,4 Millionen Dollar — ein Plus von 563 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Die Frage lautet, ob D-Wave dieses vertraglich gesicherte Auftragsvolumen schnell genug in echten Umsatz umwandeln kann. Die aktuelle Marktkapitalisierung von 5,28 Milliarden Euro braucht dafür belastbare Belege. Solange die Antwort offen bleibt, bewegt sich die Aktie zwischen technologischer Story und finanzieller Realität.

Bull-Szenario: Echte Industrieanwendung statt Laborversuch

Der optimistische Blick auf D-Wave stützt sich auf etwas, das viele Quantencomputing-Konkurrenten noch nicht vorweisen können: zahlende Großkunden mit produktivem Einsatz. Neben AT&T zählen Ford Otosan und NTT Docomo zu den Referenzen. Die 240-fache Beschleunigung bei AT&T liefert dafür den handfesten Beweis.

Analysten bleiben bei ihrer positiven Einschätzung. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 33,02 Euro — mehr als das Doppelte des aktuellen Kurses. Hinzu kommt eine finanzielle Reserve von 588,4 Millionen Dollar aus dem ersten Quartal, die D-Wave Zeit verschafft. Zusätzlich prüft das Unternehmen eine Förderung von bis zu 100 Millionen Dollar über den CHIPS Act.

Bär-Szenario: Insider verkaufen, Umsatz bricht ein

Die Kehrseite fällt deutlich aus. Im ersten Quartal 2026 erzielte D-Wave gerade einmal 2,86 Millionen Dollar Umsatz — ein Einbruch von 80,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bei einer Marktkapitalisierung im Milliardenbereich ergibt das ein Kurs-Umsatz-Verhältnis, das viele Anleger als kaum zu rechtfertigen ansehen.

Dazu kommt ein Vertrauensproblem im eigenen Haus. In den vergangenen 90 Tagen haben Insider rund 1,36 Millionen Aktien im Wert von 35,7 Millionen Dollar verkauft, darunter auch CEO und CFO. Die Aktie notiert derzeit 22,61 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 20,01 Euro und liegt fast 60 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 38,48 Euro. Ein Short-Anteil von 17,8 Prozent am Streubesitz zeigt: Ein relevanter Teil des Marktes wettet weiter gegen kurzfristige Profitabilität.

Ausblick: Die Zahlen vom 6. August entscheiden

Der nächste Wendepunkt hat bereits ein Datum. Am 6. August 2026 legt D-Wave die Ergebnisse für das zweite Quartal vor — und die Erwartungen sind klar umrissen. Zeigt sich dort, dass die hohen RPO-Werte tatsächlich in wachsenden Quartalsumsatz münden, könnte der aktuelle Abstand von rund 39 Prozent zum 52-Wochen-Tief bei 11,12 Euro als technische Untergrenze halten.

Bleiben die Verluste dagegen hoch und der Umsatz stagniert, dürfte der Kurs weiter in Richtung dieses März-Tiefs rutschen. Der RSI von aktuell 42,2 gibt noch keine klare Richtung vor — ob er weiter Richtung überverkauft abdriftet oder der AT&T-Deal als Auslöser für eine Erholung zum 200-Tage-Durchschnitt von 19,67 Euro wirkt, entscheidet sich in den kommenden Handelstagen.

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