D-Wave Quantum Aktie: 33,4 Millionen US-Dollar Aufträge
Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 11:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
D-Wave Quantum hat einen schwarzen Monat hinter sich. Am Dienstag springt die Aktie um 6,75 Prozent nach oben und schließt bei 15,65 Euro. Für Anleger, die zuletzt nur Verluste sahen, wirkt das wie ein kleines Aufatmen — die Frage ist, ob es mehr als eine technische Gegenbewegung ist.
Erholung nach steilem Absturz
Der Sprung fällt in eine Phase extremer Schwäche. Über die vergangenen 30 Tage steht bei D-Wave immer noch ein Minus von 27 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn sind es sogar knapp 31 Prozent Verlust. Vom 52-Wochen-Hoch bei 38,48 Euro, erreicht im Oktober 2025, trennen die Aktie weiterhin fast 60 Prozent.
Der 14-Tage-RSI liegt bei 37,3. Das deutet auf eine überverkaufte Situation hin, auch wenn die jüngste Erholung diesen Wert etwas entschärft hat. Die annualisierte Volatilität von knapp 79 Prozent zeigt: Ruhe ist bei diesem Titel weiterhin Fehlanzeige.
Wechsel von der NYSE zur Nasdaq steht bevor
Ein konkreter Termin dürfte die Aufmerksamkeit in den kommenden Tagen zusätzlich lenken. D-Wave verlegt sein Listing freiwillig von der New York Stock Exchange zur Nasdaq. Der Wechsel wird nach Börsenschluss am 24. Juli 2026 wirksam, der erste Handelstag an der Nasdaq ist für den 27. Juli 2026 angesetzt — das Tickerkürzel QBTS bleibt bestehen.
Das Unternehmen erfüllt nach eigenen Angaben alle Nasdaq-Anforderungen und rechnet mit einem reibungslosen Übergang ohne Handelsunterbrechung. CEO Alan Baratz begründet den Schritt strategisch: "Nasdaq ist der Marktplatz für Unternehmen, die die Zukunft der Technologie gestalten." D-Wave sei als erstes kommerzielles Quantencomputing-Unternehmen und Vorreiter bei realer Quantenleistung gut mit dieser Ausrichtung vereinbar, so Baratz weiter.
Wachsende Aufträge, wachsende Verluste
Hinter den Kursschwankungen zeigt sich ein Unternehmen mit zwei sehr unterschiedlichen Gesichtern. Auf Basis der vergangenen zwölf Monate meldet D-Wave einen Umsatz von 12,4 Millionen US-Dollar bei einem Nettoverlust von 368 Millionen US-Dollar. Die Kluft zwischen Geschäftsvolumen und Verlust bleibt damit enorm.
Gleichzeitig läuft das Auftragsgeschäft heiß. Im ersten Quartal verbuchte D-Wave Rekord-Buchungen von 33,4 Millionen US-Dollar — ein Plus von fast 2.000 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der operative Verlust im selben Quartal stieg auf 54,7 Millionen US-Dollar, nach 11,3 Millionen US-Dollar ein Jahr zuvor.
Genau in diesem Spannungsfeld bewegt sich die Investmentthese: explosives Auftragswachstum auf der einen Seite, eine tief unprofitable Kostenstruktur auf der anderen. Die Technologie verspricht Rechenleistung, die es so noch nicht gab. Bezahlt wird dieses Versprechen bislang mit wachsenden Verlusten.
Sektor bewegt sich im Gleichschritt
D-Waves Kursbewegung fällt nicht isoliert. Quantencomputing-Aktien haben sich 2026 phasenweise im Gleichlauf bewegt, getrieben von wechselnder Stimmung zu Kommerzialisierungs-Zeitplänen und staatlicher Förderung der Branche.
Der nächste wichtige Termin für D-Wave ist der Quartalsbericht, der für Anfang August erwartet wird. Er dürfte Aufschluss über die Entwicklung der Buchungen, die Kassenlage und den Fortschritt der Gate-Model-Roadmap geben, die das Unternehmen nach der Übernahme von Quantum Circuits verfolgt. Auf Sicht von zwölf Monaten steht die Aktie trotz aller Turbulenzen nur 4,58 Prozent im Plus — ein Beleg dafür, wie viel vom Kursgewinn des vergangenen Jahres bereits wieder verloren ging.
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