Cybersicherheit, IT-Problem

Cybersicherheit 2026: Vom IT-Problem zur Chefetagen-Strategie

25.02.2026 - 04:48:36 | boerse-global.de

Neue EU-Vorschriften und KI-gestützte Angriffe zwingen Unternehmen, Cybersicherheit strategisch zu verankern. CISOs arbeiten enger denn je mit CEOs und CFOs zusammen.

KI-Bedrohungen und neue EU-Gesetze zwingen Unternehmen, Sicherheit als Kernaufgabe der Geschäftsführung zu behandeln. Die Zeiten isolierter IT-Abteilungen sind vorbei.

Die digitale Verteidigung steht an einem Wendepunkt. Künstliche Intelligenz beschleunigt Cyberangriffe, während gleichzeitig neue EU-Vorschriften wie NIS2 die persönliche Haftung von Vorständen festschreiben. Cybersicherheit ist damit keine rein technische Frage mehr, sondern eine zentrale strategische Priorität für die gesamte Unternehmensführung. Aktuelle Studien belegen: Sicherheitschefs (CISOs) arbeiten heute enger denn je mit CEOs und CFOs zusammen.

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CISO und CFO: Eine neue Allianz für die Budgetplanung

Die Isolation der IT-Sicherheit im Serverraum gehört der Vergangenheit an. Eine globale Splunk-Studie vom 24. Februar unter mehr als 650 CISOs zeigt einen klaren Paradigmenwechsel. Demnach ist die enge Zusammenarbeit mit der obersten Führungsebene zur neuen Normalität geworden. Konkret arbeiten 56 Prozent der Sicherheitsverantwortlichen bei operativen Risiken direkt mit dem CEO zusammen.

Noch deutlicher wird die Integration bei finanziellen Entscheidungen. In 62 Prozent der Unternehmen tragen CISO und CFO heute gemeinsame Verantwortung für die Sicherheitsbudgets. Diese Zahlen belegen: Cyberrisiken werden endlich als fundamentale Geschäftsrisiken anerkannt, die strategische Steuerung von ganz oben erfordern.

KI-Angriffe und NIS2: Der doppelte Druck auf Unternehmen

Die Dringlichkeit dieser Neuausrichtung wird durch zwei Faktoren getrieben: eine explosive Bedrohungslage und verschärfte Gesetze.

Ein Sicherheitsbericht von WatchGuard zeigt für das zweite Halbjahr 2025 einen Anstieg neuartiger Malware um unglaubliche 1.548 Prozent. Fast ein Viertel dieser Schadprogramme umging klassische Erkennungsmethoden und agierte als Zero-Day-Bedrohung. Angreifer nutzen KI, um Angriffe zu automatisieren und polymorphe Malware zu entwickeln, die ständig ihre Form ändert. Zudem wurde 96 Prozent der blockierten Malware über verschlüsselte Verbindungen eingeschleust – eine große Lücke für Unternehmen ohne entsprechende Inspektionstools.

Parallel erhöht die EU mit der Richtlinie NIS2 den Druck massiv. Seit Dezember 2025 gilt sie auch für viele mittelständische Unternehmen und führt die persönliche Haftung der Geschäftsführung ein. Bei einem signifikanten Vorfall muss innerhalb von 24 Stunden eine erste Meldung an die Behörden erfolgen. Abwarten ist keine Option mehr; Compliance wird zur Chefsache.

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Die Gretchenfrage: Wie rechtfertigt man Sicherheitsinvestitionen?

Trotz der gestiegenen Bedeutung kämpfen CISOs mit einem alten Problem: dem mangelnden Verständnis in Vorständen. Laut Splunk sehen 85 bis 93 Prozent der Sicherheitschefs dies als größtes Hindernis. Technische Kennzahlen wie blockierte Angriffe überzeugen die Finanzverantwortlichen nicht mehr.

Eine paradoxe Entwicklung unterstreicht diese Kluft. Zwar betrachten 44 Prozent der Unternehmen KI als wichtigsten Treiber für Sicherheitsausgaben 2026. Genauso viele (44 Prozent) würden aber genau diese KI-Budgets bei Kürzungen als Erstes streichen. Der Grund? Der betriebswirtschaftliche Nutzen von KI-Tools ist schwer nachzuweisen. Die Führungsetage fordert stattdessen klare Beiträge zur Risikoreduktion und zum Schutz des Geschäftswerts.

Ausblick: Resilienz als Wettbewerbsvorteil

Die Botschaft ist klar: Digitale Widerstandsfähigkeit wird 2026 zum Fundament des Geschäftserfolgs. Unternehmen müssen nicht nur in Technologie, sondern auch in Kompetenzen investieren, um die Lücke zwischen IT und Strategie zu schließen. Der Fachkräftemangel, besonders in Deutschland, bleibt dabei eine große Hürde.

Die Zukunft gehört den Organisationen, die Cybersicherheit als Wegbereiter für Innovation begreifen – und nicht als Bremsklotz. Wer digitale Resilienz strategisch verankert, sichert sich einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil.

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