Cybersecurity, Top-Kriterium

Cybersecurity wird zum Top-Kriterium bei IT-Investitionen

15.03.2026 - 00:00:21 | boerse-global.de

Eine aktuelle EY-Studie zeigt, dass Sicherheit für 61% der Unternehmen weltweit das wichtigste Auswahlkriterium für Tech-Partner ist. Regulierungen wie NIS2 und KI-Bedrohungen treiben den Wandel.

Cybersecurity wird zum Top-Kriterium bei IT-Investitionen - Foto: über boerse-global.de
Cybersecurity wird zum Top-Kriterium bei IT-Investitionen - Foto: über boerse-global.de

Cybersecurity ist kein technisches Nischenthema mehr, sondern ein entscheidender Geschäftsfaktor. Das belegt eine aktuelle Studie von EY, die einen dramatischen Wandel in den Vorstandsetagen offenbart. Für 61 Prozent der Unternehmen weltweit sind Sicherheit und Datenkontrolle heute das wichtigste Kriterium bei der Auswahl von Technologieanbietern. Angesichts KI-gestützter Cyberangriffe und geopolitischer Spannungen fordern Aufsichtsräte konkreten Schutz der Geschäftsprozesse – unterstützt durch scharfe EU-Regulierungen wie NIS2 und DORA.

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Studie zeigt: Sicherheit schlägt reine Funktionalität

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Laut dem EY Reimagining Industry Futures Study 2026, für den 1.590 Unternehmen weltweit befragt wurden, hat sich die Prioritätenliste grundlegend verschoben. Die Lieferung messbarer Geschäftsergebnisse und Compliance-Vorgaben rangieren heute vor reinen Technikspezifikationen. 53 Prozent der Entscheider verlangen von ihren Anbietern explizit die Einhaltung nationaler Vorschriften.

Diese Neuausrichtung treibt eine massive Konsolidierungswelle an. 54 Prozent der befragten Konzerne planen, ihre Technologie- und Sicherheitsanbieter innerhalb des nächsten Jahres zu reduzieren – ein deutlicher Anstieg gegenüber 41 Prozent im Vorjahr. Gesucht werden strategische Partner, die Lösungen mit konkretem Business-Kontext liefern. Zudem zwingen geopolitische Unsicherheiten 77 Prozent der globalen Unternehmen, ihre Lieferketten zu überprüfen. Konzepte wie Sovereign Cloud und lokale Datenhoheit gewinnen rasant an Bedeutung.

EU-Regulierung NIS2 und DORA setzen neue Maßstäbe

Der Paradigmenwechsel wird durch einen beispiellosen regulatorischen Druck beschleunigt. In der Europäischen Union tritt die NIS2-Richtlinie 2026 in die Phase der strikten Durchsetzung ein. Der Geltungsbereich wird massiv ausgeweitet und erfasst nun Tausende zusätzliche Unternehmen als Teil der kritischen Infrastruktur. Geschäftsführer und Aufsichtsräte haften persönlich für Compliance-Verstöße, die mit Bußgeldern von bis zu 10 Millionen Euro oder 2 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes geahndet werden können.

Parallel verschärft sich die Anwendung des Digital Operational Resilience Act (DORA), der seit Januar 2025 für den Finanzsektor gilt. Banken und Versicherungen müssen nun umfassende Widerstandsfähigkeits-Rahmenwerke etablieren, penetrante Tests durchführen und ihre Notfallpläne ständig überprüfen. Experten betonen: Compliance ist kein jährliches Audit-Thema mehr, sondern muss in den täglichen Betrieb integriert werden. Diese Entwicklung wird durch verschärfte Cyber-Offenlegungsregeln der US-Börsenaufsicht SEC zusätzlich forciert.

KI-Bedrohungen erfordern autonome Abwehrsysteme

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Während die Regulierung zunimmt, entwickelt sich die Bedrohungslage durch Künstliche Intelligenz rasant weiter. Sicherheitsforscher dokumentieren für Anfang 2026 eine massive JZunahme von KI-gestütztem Phishing, Deepfakes und automatisierten Angriffen. Die Zeitspanne zwischen dem ersten Netzwerkzugriff und der vollständigen Kompromittierung schrumpft dadurch dramatisch.

Als Antwort investieren Unternehmen massiv in fortschrittliche Abwehrtechnologien. 66 Prozent der Studienteilnehmer setzen bereits auf agentische KI oder planen dies für das kommende Jahr. Diese autonomen Systeme sollen Anomalien erkennen, automatisch handeln und Schwachstellen vorhersagen, bevor sie ausgenutzt werden können. Kontinuierliche, KI-gestützte Risikoanalyse ersetzt statische Sicherheitskontrollen. Identitätsbedrohungen werden so in Echtzeit erkannt – ein entscheidender Faktor für die Geschäftskontinuität und den Schutz von geistigem Eigentum.

Vom Kostenfaktor zum Wettbewerbsvorteil

Cybersecurity rein als Kostenstelle zu betrachten, gilt zunehmend als gefährlich veraltet. Wird sie strategisch mit den Geschäftszielen verknüpft, wird sie zum Wettbewerbsvorteil. Unternehmen, die ihre operative Widerstandsfähigkeit nachweisen können, erhalten bessere Konditionen bei der Cyberversicherung – einige berichten sogar von deutlichen Prämiennachlässen.

Eine starke Sicherheitsposition schafft zudem Vertrauen bei Kunden und Partnern. Da Lieferkettenangriffe eine der größten Gefahren bleiben, setzen Konzerne zunehmend strenge Sicherheitsstandards für ihre Zulieferer durch. Moderne Risiko-Quantifizierungsplattformen helfen, die Exposition zu reduzieren und Gegenmaßnahmen priorisiert nach dem finanziellen Wert der bedrohten Assets umzusetzen. Diese zielgerichtete Investition zahlt sich aus: durch kürzere Audit-Vorbereitungen, schnellere Incident-Response und die Verhinderung katastrophaler Umsatzverluste.

Cybersecurity als Fundament für stabiles Wachstum

Die Entwicklungen des Frühjahrs 2026 zeigen einen breiten Branchenkonsens: Cybersecurity ist untrennbar mit finanzieller und operativer Stabilität verbunden. Die traditionelle Kluft zwischen IT-Sicherheitsteams und der Vorstandsetage schließt sich. Chief Information Security Officers (CISOs) müssen Cyberbedrohungen zunehmend in Geschäftsrisiken übersetzen – gemessen an möglichen Umsatzverlusten, regulatorischen Strafen und Imageschäden.

Diese Integration ist überlebenswichtig, während die globalen Kosten der Cyberkriminalität weiter steigen und Schätzungen zufolge 2026 den Bereich von Billionen Dollar erreichen. Die fortschreitende Digitalisierung, Remote Work und Cloud-Migration vergrößern die Angriffsfläche ständig. Defensive Strategien müssen daher in den Kern aller Geschäftsprozesse eingewoben sein. Nur wenn Innovation – wie die Einführung neuer KI-Tools – von einem Secure-by-Design-Ansatz geleitet wird, können Unternehmen modernisieren, ohne unkalkulierbare Risiken einzugehen.

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