Cybersecurity-Fonds, ESG-Governance-Leitfaden

Cybersecurity-Fonds werden zum ESG-Governance-Leitfaden

05.01.2026 - 00:12:12

Cybersicherheits-Fonds etablieren sich als neuer Maßstab für nachhaltige Unternehmensführung – angetrieben durch die EU-Regulierung DORA.

FRANKFURT/BRÜSSEL. Während der europäische Finanzsektor das erste Jubiläum der Digital Operational Resilience Act (DORA) vorbereitet, zeichnet sich zu Jahresbeginn 2026 ein klarer Trend ab: Aus thematischen Technologie-Investments werden strategische Governance-Pfeiler. Die strengen Berichtspflichten der Verordnung bescheren Cybersicherheits-Fonds einen unerwarteten Transparenz-Bonus und positionieren sie als Musterschüler im ESG-Umfeld.

Seit DORA am 17. Januar 2025 in vollem Umfang gilt, operiert die EU-Finanzbranche unter einem einheitlichen Rahmen für das IT-Risikomanagement. Während klassische Banken und Versicherer ihre Systeme zur Lieferantenüberwachung umbauen mussten, befanden sich Cybersicherheits-Fonds in einer einzigartigen Lage. Ihre Portfoliounternehmen stellen genau jene kritischen Dienstleistungen bereit, die DORA reguliert.

Diese Fonds verfügen daher über detaillierte Daten zur operativen Widerstandsfähigkeit, die anderen Sektoren fehlen. Asset-Manager nutzen diese Informationen nun, um die Governance-Anforderungen der Sustainable Finance Disclosure Regulation (SFDR) zu erfüllen. Die Fähigkeit eines Fonds, „digitale Dauerhaftigkeit“ nachzuweisen – ein zentraler DORA-Indikator – gilt plötzlich als Stellvertreter für gute Unternehmensführung.

Anzeige

Passend zum Thema: Viele Asset-Manager und Prüfgesellschaften stehen durch DORA unter wachsendem Druck, digitale Resilienz zu belegen. Unser kostenloses E‑Book “Cyber Security Awareness Trends” erklärt, welche Maßnahmen Entscheider jetzt sofort umsetzen können — von organisatorischen Kontrollen bis zu praxisnahen Awareness‑Maßnahmen — und wie sich diese in Berichten für SFDR und DORA darstellen lassen. Ideal für Fonds, Prüfstellen und IT‑Verantwortliche, die Compliance und digitale Dauerhaftigkeit nachweisen müssen. Gratis-Cyber-Security-Leitfaden für Unternehmen herunterladen

Im Fadenkreuz: Die geplante DORA-Erweiterung

Die unmittelbare Aufmerksamkeit richtet sich nun auf einen Bericht der EU-Kommission, der bis zum 17. Januar 2026 vorgelegt werden muss. Er soll klären, ob auch gesetzliche Abschlussprüfer und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften unter die DORA-Regeln fallen.

Marktbeobachter rechnen damit, dass die Kommission strengere Anforderungen für Prüfer empfehlen wird. Begründet wird dies mit der Notwendigkeit, die „Integrität der Finanzberichterstattung“ gegen Cyber-Bedrohungen zu schützen. Für Cybersicherheits-Fonds wäre eine solche Ausweitung ein bedeutender Wachstumsmotor. Sie würde Prüfungsgesellschaften – die Torhüter des gesamten Finanzsystems – zwingen, massiv in genau jene Lösungen zu investieren, die diese Fonds halten.

Die neue ESG-Landschaft: SFDR 2.0 als Chance

Der Aufstieg der Cybersicherheits-Fonds fällt mit der Diskussion um „SFDR 2.0“ zusammen. Die im November 2025 vorgelegten Vorschläge der EU-Kommission wollen die verwirrenden Artikel-8- und Artikel-9-Kategorien durch klare Bezeichnungen wie „Nachhaltig“, „Transition“ und „ESG-Basics“ ersetzen.

Rechtsanalysen zeigen: Cybersicherheits-Fonds sind für die Kategorien „Transition“ und „ESG-Basics“ prädestiniert. Im Gegensatz zu breiter aufgestellten Tech-Fonds können sie glaubhaft darlegen, dass ihr Kerngeschäft dem Erhalt von Governance und sozialer Stabilität – hier: Datenschutz – dient. Sie argumentieren erfolgreich, dass sie durch die Finanzierung der digitalen Verteidigungsinfrastruktur den „Transformationsmechanismus“ für die digitale Reife des Finanzsektors darstellen.

Globale Harmonisierung schafft neuen Standard

Der regulatorische Schwung beschränkt sich nicht auf Europa. Während sich US-Finanzunternehmen auf die Frist der überarbeiteten SEC-Regulation S-P im Juni 2026 vorbereiten, entsteht eine globale Synchronisierung der Transparenzstandards.

Analysten prognostizieren, dass „Cyber-ESG“ bis Ende 2026 ein standardisierter Berichtsmaßstab für alle globalen Fonds sein wird. Die aktuell von Cybersicherheitsspezialisten gesetzten Transparenzstandards würden damit zur Norm für den gesamten Markt. Die Botschaft für Investoren ist klar: Im Jahr 2026 geht es bei Transparenz nicht mehr nur um den CO₂-Fußabdruck, sondern zunehmend um den digitalen Fußabdruck.

Anzeige

PS: Wenn DORA‑Ausweitungen Prüfer verpflichten, investieren Prüfgesellschaften massiv in die digitale Abwehr — und Fonds profitieren. Holen Sie sich den kostenlosen Umsetzungsleitfaden “Cyber Security Awareness Trends” mit konkreten Schritten zur Risikoanalyse, Phishing‑Abwehr und Governance‑Optimierung. So stärken Sie die operative Widerstandsfähigkeit Ihrer Portfoliounternehmen ohne hohe Zusatzkosten. Jetzt kostenlosen Umsetzungsleitfaden herunterladen

@ boerse-global.de