Cyberkriminelle nutzen gestohlene Passwörter als Hauptangriffsmittel
18.02.2026 - 06:10:11 | boerse-global.deIdentitätsschwachstellen sind für fast 90 Prozent der erfolgreichen Angriffe verantwortlich. Gleichzeitig verschwinden wichtige Warnsysteme für Nutzer.
In einer deutlichen Warnung vor der sich wandelnden Cyber-Bedrohungslage zeigt ein aktueller Bericht: Angreifer umgehen traditionelle Abwehrmaßnahmen zunehmend, indem sie sich einfach mit gestohlenen Zugangsdaten anmelden. Diese Erkenntnis fällt mit einer Neuordnung der verfügbaren Warnsysteme für Verbraucher zusammen – ein kritisches Zeichen für die digitale Sicherheit.
Alarmierende Zahlen: 90 Prozent der Angriffe nutzen schwache Identitäten
Eine umfassende Analyse der Forschungsgruppe Unit 42 von Palo Alto Networks vom 17. Februar 2026 belegt eine fundamentale Verschiebung der Angriffstaktiken. In fast neun von zehn untersuchten Cybervorfällen waren Schwachstellen bei der Identitätsprüfung der Schlüsselfaktor. Der „2026 Global Incident Response Report“ unterstreicht, dass die Ausnutzung kompromittierter Benutzernamen und Passwörter zum primären Werkzeug von Cyberkriminellen geworden ist. Diese Methode ist hocheffizient: Die Angreifer agieren laut Bericht viermal schneller als im Vorjahr.
Diese besorgniserregende Entwicklung lenkt den Fokus neu auf die Werkzeuge, mit denen Privatpersonen und Unternehmen ihre Passwort-Exposition überprüfen können. Zeitgleich mit diesen Erkenntnissen hat sich das Angebot solcher Dienste verändert: Google hat seinen „Dark Web Report“ zum 16. Februar 2026 offiziell eingestellt. Die Konvergenz aus eskalierenden passwortbasierten Bedrohungen und der Weiterentwicklung von Überwachungsdiensten signalisiert einen dringenden Bedarf an robusteren, proaktiven Sicherheitsmaßnahmen.
Vom „Einbrechen“ zum „Anmelden“: KI beschleunigt Angriffe
Der Bericht von Unit 42 zeichnet das Bild einer Bedrohungslandschaft, in der Geschwindigkeit und Identität entscheidend sind. Bei den schnellsten dokumentierten Angriffen dauerte es vom ersten Zugriff bis zum Diebstahl sensibler Daten nur etwa 72 Minuten. Diese dramatische Beschleunigung wird durch den Einsatz von KI bei der Aufklärung und Automatisierung ermöglicht.
Die zentrale Botschaft lautet: Die Zeit des „Aufbrechens“ ist vorbei, jetzt wird „angemeldet“. Durch die Nutzung von Zugangsdaten aus unzähligen früheren Datenleaks können Bedrohungsakteure oft einfach durch die Vordertür spazieren. Diese Methode umgeht viele konventionelle Sicherheitsvorkehrungen, die auf die Erkennung von gewaltsamen Eindringversuchen ausgelegt sind. Einmal im System, nutzen Angreifer zersplitterte Identitätssysteme aus, um ihre Berechtigungen zu erweitern und sich unerkannt im Netzwerk zu bewegen. Die Kompromittierung eines einzigen Passworts kann so zum katastrophalen Ereignis werden.
Google stellt Dark-Web-Warnung ein: Die Grenzen der Alarmierung
Während die Gefahr durch gestohlene Zugangsdaten wächst, verändern sich auch die öffentlich verfügbaren Warnwerkzeuge. In einer bedeutenden Entscheidung hat Google sein Tool „Dark Web Report“ diese Woche abgeschaltet. Das Feature, das das Darknet nach persönlichen Informationen der Nutzer durchsuchte, wurde eingestellt, weil es nach Nutzerfeedback nicht genügend klare oder umsetzbare Handlungsanweisungen lieferte, wenn Daten gefunden wurden.
Diese Entscheidung unterstreicht eine grundsätzliche Herausforderung in der Cybersicherheit: Nutzer über einen Datenleck zu informieren, ist nur die halbe Miete. Der wahre Wert liegt in der Bereitstellung sofortiger, verständlicher Handlungsanleitungen. Die Branche scheint sich hin zu integrierteren Lösungen zu bewegen, wie sie direkt in Webbrowser und Passwort-Manager eingebaut werden. Diese Tools markieren nicht nur kompromittierte oder schwache Passwörter, sondern bieten auch direkte Links und Aufforderungen, sie zu ändern – und überbrücken so die Lücke zwischen Wissen und Handeln.
Proaktiver Schutz: So wehren Sie sich gegen den Identitätsdiebstahl
Während Tools zur Überprüfung von Datenleaks wertvoll für die Entdeckung sind, sind sie grundsätzlich reaktiv. Die Erkenntnisse des Unit-42-Berichts zeigen, dass proaktive Verteidigung entscheidend ist, um eine Kompromittierung von vornherein zu verhindern. Cybersicherheitsexperten empfehlen eine mehrschichtige Strategie, die darauf abzielt, Zugangsdaten schwerer zu stehlen und wertlos zu machen, wenn sie dennoch gestohlen werden.
Die wichtigsten Schritte sind:
* Einzigartige Passwörter: Für jedes Online-Konto ein anderes, komplexes Passwort zu verwenden, ist der effektivste Weg, den Schaden eines Lecks einzudämmen.
* Passwort-Manager: Die Schwierigkeit, Dutzende einzigartige Passwörter zu erstellen und zu merken, macht einen Passwort-Manager zum unverzichtbaren Werkzeug.
* Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA): MFA fügt eine entscheidende zweite Sicherheitsebene hinzu, typischerweise einen Code aus einer Smartphone-App. Selbst mit dem richtigen Passwort kann ein Angreifer so nicht auf das Konto zugreifen.
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Ausblick: Der Kampf um die digitale Identität verschärft sich
Die Konvergenz aus schnelleren, KI-getriebenen Angriffen und der Abhängigkeit von gestohlenen Zugangsdaten schafft eine herausfordernde Umgebung. Der Bericht bestätigt, dass Angreifer den Weg des geringsten Widerstands nutzen: menschliches Verhalten in Bezug auf Passwort-Wiederverwendung. Die Entwicklung von Warnsystemen, verdeutlicht durch Googles Entscheidung, zeigt, dass die Branche damit ringt, Nutzer bestmöglich zu befähigen.
Die Schlacht um die digitale Identität wird sich weiter verschärfen. Es ist zu erwarten, dass Warnungen vor Datenlecks und die Überwachung der Passwort-Gesundheit tiefer in Betriebssysteme und Sicherheitsplattformen integriert werden. Parallel treibt die Industrie passwortlose Authentifizierungsmethoden wie Passkeys voran, die das primäre Angriffsziel – das Nutzerpasswort – komplett eliminieren. Die Botschaft für jetzt ist klar: In einer Ära, in der Angreifer sich einfach anmelden, ist ein proaktiver und wachsamer Umgang mit Passwortsicherheit überlebenswichtig.
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