Cyberangriffe verdoppeln sich: Banken unter Druck
15.02.2026 - 10:00:12Die digitale Infrastruktur weltweit gerät in Turbulenzen. Neue Berichte von Check Point Research und Cloudflare zeigen einen drastischen Anstieg von DDoS-Angriffen: Im vergangenen Jahr verdoppelten sich die Attacken um über 100 Prozent. Über 47 Millionen Angriffe wurden registriert – ein Zeichen dafür, dass Cyberkriminelle ihre Ressourcen massiv aufgestockt haben.
Besonders alarmierend: Banken und Cloud-Infrastrukturen geraten immer stärker unter Druck. Die Angreifer nutzen dabei auch unsichere Smart-Home-Geräte als Waffen.
Das Aisuru-Kimwolf-Botnet: Haushaltgeräte als Angriffswaffe
Ein neues Botnet macht Sicherheitsexperten Sorgen: Aisuru-Kimwolf besteht aus kompromittierten Android-TV-Geräten in privaten Haushalten. Angreifer haben gelernt, dass unsicher konfigurierte Smart-TV-Geräte ideale Ausgangspunkte für massive Attacken sind.
Die Schlagkraft ist beeindruckend: Das Netzwerk erzeugt hyper-volumetrische Angriffe mit Millionen Anfragen pro Sekunde. In Spitzenwerten erreichten die Attacken eine Bandbreite von 31,4 Terabit pro Sekunde (Tbps) – genug, um selbst große Rechenzentren lahmzulegen.
Die Konsequenz für Verbraucher ist unbequem: Ohne es zu merken, könnte der eigene Smart-TV Teil einer globalen Angriffsinfrastruktur sein.
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Finanzsektor im Visier: Von Bankdienstleistungen zur strategischen Bedrohung
Der Finanzsektor erleidet die stärksten Treffer. Check Point Research dokumentierte eine Verdoppelung der Angriffsfrequenzen auf Banken. Doch es geht nicht mehr nur um Erpressung durch Ransomware.
Hacktivisten-Gruppen nutzen nun die enorme Schlagkraft moderner Botnetze, um Online-Banking-Portale und mobile Finanz-Apps zu blockieren. Für Kunden bedeutet das: Kontoständeabrufe scheitern, Transaktionen gehen nicht durch. Die Gelder selbst sind zwar sicher, doch die Dienstleistungen sind einfach nicht erreichbar.
Ein neuer Trend verschärft die Lage: Angreifer richten sich gezielt gegen APIs – die Schnittstellen zwischen Bankdienstleistungen und Fintech-Apps. Wer dort zuschlägt, trifft das gesamte Ökosystem gleichzeitig.
Cloud-Anbieter: Der zentrale Schwachpunkt
Cloud-Plattformen sind ein ideales Ziel. Der Grund ist simpel: Wer einen großen Cloud-Provider lahmlegt, trifft damit tausende Unternehmenskunden gleichzeitig.
Sicherheitsberichte zeigen, dass Angreifer verstärkt auf Application Layer Attacks setzen. Sie verstopfen nicht einfach nur die Leitungen, sondern senden gezielt ressourcenintensive Abfragen, um Server zur Überlastung zu bringen. Das Tückische: Legitime und böswillige Anfragen zu unterscheiden wird dadurch extrem schwierig.
Das Wettrüsten: KI gegen KI
Die Sicherheitsbranche befindet sich in einem beschleunigten Wettrüsten. Während Angreifer auf Künstliche Intelligenz und Machine Learning setzen, um Schwachstellen schneller zu finden, müssen Verteidiger mithalten. Sicherheitsunternehmen investieren massiv in KI-gestützte Abwehrsysteme, die Anomalien im Datenverkehr in Echtzeit erkennen sollen.
Für dieses Jahr wird klar: Die Integration von KI – sowohl bei Angreifern als auch Verteidigern – wird das bestimmende Thema bleiben.
Was Nutzer jetzt tun sollten
Für Privatnutzer wird es ernst. Smart-TVs, Router und andere vernetzte Haushaltsgeräte sollten regelmäßig aktualisiert werden – sonst könnten sie unbemerkt zu Angriffswaffen werden.
Bankenkunden sollten sich darauf einstellen, dass Ausfälle von Online-Diensten häufiger auftreten könnten. Die verstärkten Investitionen der Finanzinstitute in digitale Resilienz werden die kommenden Monate zeigen. Eins ist jedenfalls sicher: Die nächste Angriffswelle rollt bereits.
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