Cyberangriffe, Visier

Cyberangriffe: Deutsche Industrie im Visier von Ransomware

19.02.2026 - 22:40:11

Deutsche Industrie und Infrastruktur sind zunehmend Ziel von Ransomware-Angriffen, die auf Betriebsstörungen abzielen. Neue Hacker-Kollektive und KI-gestützte Werkzeuge verschärfen die Lage.

Deutschlands kritische Infrastrukturen und Industrieunternehmen sind das neue Hauptziel professioneller Cyberkrimineller. Eine aktuelle Analyse des Sicherheitsunternehmens Dragos zeigt eine dramatische Eskalation: Angreifer wollen nicht mehr nur Lösegeld erpressen, sondern gezielt den operativen Betrieb lahmlegen. Diese Entwicklung bedroht die Versorgungssicherheit und stellt die deutsche Wirtschaft vor eine ihrer größten Herausforderungen.

Industrielle Steuerungssysteme im Fadenkreuz

Der am 18. Februar veröffentlichte „Dragos 2026 OT/ICS Cybersecurity Report“ schlägt Alarm. Im Fokus stehen Angriffe auf die operative Technologie (OT) – das Herzstück von Fabriken, Kraftwerken und Logistikzentren. Die Zahl der Ransomware-Gruppen, die diese Systeme ins Visier nehmen, ist im Vergleich zum Vorjahr um 49 Prozent gestiegen. Besonders bedrohlich: Drei neu identifizierte Hacker-Kollektive haben sich ausschließlich auf den OT-Sektor spezialisiert.

Ihre Taktik hat sich gewandelt. Statt nur Daten zu stehlen, zielen sie nun auf physische Betriebsstörungen ab. Weltweit waren laut Bericht rund 3.300 Organisationen betroffen. Für Deutschland, dessen Wirtschaftsstärke auf einer intakten Industrie basiert, ist diese Entwicklung ein Alarmsignal.

Deutschland im Fokus: Angriffe nehmen rasant zu

Die Erkenntnisse von Dragos bestätigen einen besorgniserregenden Trend. Analysen von Kaspersky zeigen: Die Zahl der Ransomware-Angriffe in Deutschland stieg 2025 auf 384 Fälle – ein deutlicher Sprung gegenüber 233 Angriffen im Jahr 2024. Das Geschäft mit der digitalen Erpressung hat sich professionalisiert. Auf Darknet-Märkten werden Zugänge, Malware und komplette Angriffspakete gehandelt.

Hinzu kommt eine strategische Neuausrichtung internationaler Akteure. Die als besonders aktiv geltende Gruppe TA584 hat laut Sicherheitsexperten von Proofpoint ihre Strategie geändert und nimmt nun verstärkt deutsche Unternehmen ins Visier.

Mittelstand und KRITIS besonders verwundbar

Während Großkonzerne oft über größere Sicherheitsbudgets verfügen, gerät der deutsche Mittelstand zunehmend unter Druck. Laut dem aktuellen Allianz Risk Barometer machen KI-gestützte Werkzeuge kleine und mittlere Unternehmen (KMU) zu leichten Zielen, da sie Schwachstellen automatisiert aufspüren. Cybervorfälle gelten weltweit zum fünften Mal in Folge als größtes Geschäftsrisiko.

Die Verwundbarkeit zeigte sich erst kürzlich am Beispiel der Deutschen Bahn. Ein massiver DDoS-Angriff am 18. Februar traf den Konzern mit Milliarden Anfragen pro Minute. BSI-Präsidentin Claudia Plattner sprach von einer Attacke „ohne alltägliche Dimension“. Der Vorfall unterstreicht die akute Gefahr für lebenswichtige Infrastrukturen.

Geopolitische Spannungen heizen Bedrohungslage an

Die Cyber-Risiken sind auch im Schatten geopolitischer Konflikte gewachsen. Eine Bitkom-Umfrage vom 11. Februar ergab: Drei Viertel der deutschen Unternehmen rechnen aufgrund der weltpolitischen Lage mit mehr hybriden Angriffen. Eine überwältigende Mehrheit von 73 Prozent hält Deutschland im internationalen Vergleich für schlecht vorbereitet.

Die Angriffe werden nicht mehr als isolierte Kriminalität wahrgenommen, sondern oft als Teil staatlich unterstützter Destabilisierung. Besonders im Fokus sehen die Unternehmen die Sektoren Energie und Finanzen. Cybersicherheit ist damit zur zentralen Frage der nationalen und wirtschaftlichen Resilienz geworden.

NIS2 und KI: Neue Regeln, neue Gefahren

Als Reaktion auf die Eskalation rücken schärfere Regeln in den Fokus. Die EU-Richtlinie NIS2 wird voraussichtlich rund 29.000 deutsche Unternehmen zu strengeren Sicherheits- und Meldepflichten verpflichten. Gleichzeitig warnt das BSI vor einer neuen Welle KI-gestützter Angriffe, die menschliche Schwächen gezielt ausnutzen.

Für Unternehmen bedeutet das: Traditionelle Firewalls reichen nicht mehr. Gefordert ist ein proaktiver Ansatz mit kontinuierlicher Überwachung, regelmäßigen Mitarbeiterschulungen und modernen Sicherheitsarchitekturen wie Zero-Trust-Modellen. Die Fähigkeit, einen Angriff schnell abzuwehren und den Betrieb aufrechtzuerhalten, wird zum entscheidenden Überlebensfaktor.

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