Cyber Security Expo 2026: Deepfake-Abwehr im Fokus
04.02.2026 - 01:42:12Die Bedrohung durch KI-generierte Identitätsfälschungen dominiert die Cyber Security & Cloud Expo 2026 in London. Technologieunternehmen präsentieren dort die nächste Generation mobiler Biometrie-Lösungen. Ihr Ziel: die immer raffinierteren Deepfakes abzuwehren. Der Handlungsdruck ist enorm, denn traditionelle Sicherheitsmechanismen stoßen zunehmend an ihre Grenzen.
Das explosive Wachstum der KI-Kriminalität
Die Demokratisierung von KI-Werkzeugen hat die Cyberkriminalität revolutioniert. Deepfake-Anwendungen laufen heute auf handelsüblichen Computern – oft kostenlos. Angreifer benötigen kaum noch technisches Know-how, um täuschend echte Videos und Audioaufnahmen zu erstellen. Die Folge ist ein dramatischer Anstieg von Betrugsversuchen.
- Allein 2025 wurden fast acht Millionen Deepfake-Dateien in sozialen Netzwerken geteilt.
- Kriminelle erschaffen digitale Klone, um sich Zugang zu Bankkonten oder Firmennetzwerken zu verschaffen.
- Experten warnen: Diese Angriffe untergraben das grundlegende Vertrauen in visuelle und auditive Beweise.
Die Prognosen sind alarmierend. Bis 2027 könnten die Verluste durch KI-Betrug allein in den USA auf 40 Milliarden US-Dollar steigen.
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„Liveness Detection“ wird zur neuen Frontlinie
Als direkte Antwort auf diese Bedrohung rückt die passive Lebenderkennung (Liveness Detection) in den Mittelpunkt. Ältere Systeme ließen sich mit einem Foto oder Video überlisten. Moderne Deepfakes schaffen es sogar, aktive Prüfungen wie „Lächeln Sie!“ zu bestehen.
Die neuen Technologien setzen daher auf unsichtbare Analysen in Echtzeit. Sie prüfen subtile Muskelbewegungen, Hauttexturen oder Lichtreflexionen im Auge. So verifizieren sie die physische Anwesenheit einer echten Person. Kürzlich bestand das erste passive System eine anspruchsvolle Level-3-Zertifizierung für Angriffserkennung – ein Meilenstein für die Branche.
Das Wettrüsten der Technologie-Anbieter
Die Dringlichkeit des Themas treibt die Innovation voran. Erst gestern kündigte das auf mobile Biometrie spezialisierte Unternehmen Identy.io eine erweiterte Deepfake-Erkennung für seine Gesichtserkennungslösung an. Der Wettbewerb verschiebt sich: Nicht mehr nur die reine Erkennungsgenauigkeit zählt, sondern die Robustheit gegen Betrug.
Auf der Messe demonstrieren Aussteller, wie ihre Plattformen komplexe Angriffe abwehren. Dazu zählen auch sogenannte Injection-Attacken, bei denen manipulierte Daten direkt in den Kamerastrom eingespeist werden. Experten fordern einen mehrschichtigen Ansatz, der Geräteschutz, passive Lebenderkennung und Abwehr gegen solche Injection-Attacken kombiniert.
Vom Komfort-Feature zur kritischen Sicherheitsschicht
Die Diskussionen in London markieren einen Paradigmenwechsel. Biometrie ist kein reines Komfort-Feature mehr zum Entsperren von Smartphones. Sie entwickelt sich zur unverzichtbaren Sicherheitsebene für Finanztransaktionen oder den Zugang zu kritischen Unternehmenssystemen.
Der Fokus verlagert sich von der Frage „Wer bist du?“ zum Nachweis „Dass du eine lebende Person bist“. Dieser Wandel zwingt Unternehmen, ihre Sicherheitsarchitekturen komplett neu zu bewerten. Gleichzeitig steigt mit der weiteren Verbreitung biometrischer Verfahren der Bedarf an transparenten Datenschutzpraktiken.
Das technologische Wettrüsten wird sich fortsetzen. Die nächsten Schritte könnten in der Analyse von Verhaltensbiometrie und multimodalen Ansätzen liegen, die Gesicht, Stimme und Tippverhalten kombinieren. Der Aufbau von digitalem Vertrauen wird zur entscheidenden Aufgabe – nicht nur durch technologische Exzellenz, sondern auch durch klare Kommunikation gegenüber den Nutzern.
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