Cyber Security Advisor: IHK startet Offensive gegen Fachkräftemangel
03.02.2026 - 09:53:12Deutschlands Wirtschaft rüstet sich gegen Cyberangriffe: Industrie- und Handelskammern starten heute neue Zertifikatskurse, um den IT-Sicherheits-Engpass zu schließen.
Berlin/Heidelberg/Koblenz – Mit einer bundesweiten Bildungsoffensive reagieren die deutschen Industrie- und Handelskammern (IHK) auf die wachsende digitale Bedrohungslage. Ab heute starten neue Kohorten für die Zertifizierung zum „Cyber Security Advisor (IHK)“. Die Initiative soll Fachkräfte ausbilden, die kleine und mittlere Unternehmen vor digitaler Spionage, Sabotage und Datendiebstahl schützen können.
Hintergrund sind jährliche Schäden in Höhe von schätzungsweise 220 Milliarden Euro durch Cyberkriminalität. Der Start der Kurse am 3. Februar 2026 markiert einen wichtigen Schritt, um auch mittelständischen Betrieben Zugang zu hochwertiger Sicherheitsausbildung zu ermöglichen.
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Die Lücke im deutschen Mittelstand schließen
Das Curriculum adressiert ein zentrales Problem: den Mangel an Personal, das technische IT-Sicherheit und strategisches Management verbinden kann. Anders als rein technische Zertifikate konzentriert sich der IHK-Kurs auf organisatorische und prozessuale Aspekte der Informationssicherheit.
Laut Angaben von Kammern wie der IHK Rhein-Neckar oder der IHK Stuttgart richtet sich die Ausbildung an IT-Fachleute, Compliance-Beauftragte und Führungskräfte. Ziel ist es, „Dolmetscher“ auszubilden, die komplexe Bedrohungslagen für Entscheidungsträger interpretieren und praktische Abwehrstrategien umsetzen können.
Für den Mittelstand ist dieses Profil essenziell. Viele Unternehmen haben nicht die Ressourcen für einen hauptberuflichen Chief Information Security Officer (CISO). Der Cyber Security Advisor wird zur zentralen Sicherheitsinstanz, die Risiken früh erkennt und Notfallmaßnahmen koordiniert.
Curriculum für die Bedrohungen von morgen
Die durch den DIHK standardisierte Ausbildung umfasst ein breites Kompetenzspektrum für den Aufbau eines robusten Informationssicherheits-Managementsystems (ISMS). Die Teilnehmer absolvieren etwa 80 bis 95 Unterrichtsstunden.
Zu den Kernmodulen gehören:
* Risikoanalyse und Strategie: Methoden zur Identifizierung branchenspezifischer Bedrohungen.
* Rechtliche Rahmenbedingungen: Überblick über nationale und internationale Vorschriften, inklusive IT-Sicherheitsgesetz und DSGVO.
* Notfallmanagement: Entwicklung von Business-Continuity-Systemen (BCMS) für den Betrieb nach Angriffen.
* Mitarbeitersensibilisierung: Strategien zur Stärkung der „menschlichen Firewall“ gegen Social Engineering und Phishing.
Das Curriculum orientiert sich an Standards des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und internationalen Normen wie ISO/IEC 27001.
Flexible Ausbildung für Berufstätige
Die Kohorten 2026 setzen auf Live-Online-Trainings. Dieser digitale Ansatz ermöglicht die Teilnahme aus ganz Deutschland, unabhängig vom Standort der gastgebenden IHK. Die Kurse dauern typischerweise drei Monate und enden mit einer praktischen Projektarbeit und einer internen Prüfung.
Erfolgreiche Absolventen erhalten das IHK-Zertifikat und ein digitales Badge. Bei durchschnittlichen Gebühren von rund 2.490 Euro positioniert sich das Program m als kostengünstige Alternative zu teuren Studienabschlüssen oder Herstellerzertifikaten.
Immer raffiniertere Angriffsmethoden
Der Start der Kurse erfolgt in einer dynamischen Bedrohungslage. BSI und Verbände warnen vor immer automatisierteren und raffinierteren Cyberangriffen, die zunehmend Künstliche Intelligenz nutzen.
Besorgniserregend für den Mittelstand sind sogenannte Supply-Chain-Angriffe, bei denen Hacker über kleinere Zulieferer in größere Zielunternehmen eindringen. Ein interner Cyber Security Advisor kann hier nicht nur die eigene Infrastruktur schützen, sondern auch die Sicherheitslage von Partnern bewerten – eine Anforderung, die durch EU-Verordnungen wie NIS2 immer verbindlicher wird.
Mit dem Abschluss der neuen Kohorten im Frühjahr 2026 werden hunderte qualifizierte Sicherheitskoordinatoren in den Arbeitsmarkt strömen. Experten betonen jedoch: Ausbildung allein ist keine Patentlösung. Angesichts sich ständig anpassender Angriffsmethoden ist kontinuierliche Weiterbildung unerlässlich.
Die Qualifikation zum „Cyber Security Advisor“ dürfte sich zur Grundvoraussetzung für IT-Abteilungen im DACH-Raum entwickeln – und die Basis für spezialisierte Rollen in Forensik oder Ethical Hacking bilden. Für Unternehmen wird die Investition in Personalschulung zum unverzichtbaren Bestandteil des Risikomanagements.
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