Cyber Resilience Act: EU startet Offensive für sichere Smart-Produkte
19.01.2026 - 02:54:12Ab September 2026 müssen Hersteller kritische Sicherheitslücken innerhalb von 24 Stunden melden. Der EU-weite Cyber Resilience Act (CRA) leitet einen Paradigmenwechsel ein – und stellt die Industrie vor gewaltige Aufgaben.
Die erste große Bewährungsprobe für Tausende Unternehmen steht bevor. Mit dem Heranrücken der Frist am 11. September 2026 tritt der Kern des neuen EU-Cybersicherheitsgesetzes in Kraft. Von diesem Stichtag an müssen Hersteller von vernetzten Produkten aktiv ausgenutzte Schwachstellen und schwere Sicherheitsvorfälle innerhalb eines Tages offenlegen. Eine detaillierte Meldung folgt binnen 72 Stunden. Die Adressaten: die EU-Agentur für Cybersicherheit ENISA und nationale Behörden.
Der Anwendungsbereich des Gesetzes ist enorm. Es erfasst nahezu jedes Produkt mit einer digitalen Komponente, das sich vernetzen lässt. Die Bandbreite reicht vom smartem Kühlschrank, Babyfon oder Fitness-Tracker bis hin zu industriellen Sensoren und Steuerungssystemen für Industrie 4.0. Ausgenommen sind nur Bereiche mit speziellen EU-Vorschriften wie Medizinprodukte oder Fahrzeuge.
„Security by Design“ lautet die neue Maxime. Sicherheit muss von der ersten Produktidee an mitgedacht werden. Konkret bedeutet das:
* Eine umfassende Cybersicherheits-Risikobewertung für jedes Produkt.
* Die Beseitigung bekannter, ausnutzbarer Schwachstellen vor Markteinführung.
* Die Bereitstellung von Sicherheitsupdates über die gesamte Lebensdauer.
* Die Pflicht zur Erstellung einer Software-Stückliste (SBOM), die alle verbauten Komponenten offenlegt.
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Für als „kritisch“ eingestufte Produkte wie Passwort-Manager gelten verschärfte Regeln, die oft eine Zertifizierung durch unabhängige Dritte erfordern. Am Ende steht für alle das CE-Kennzeichen – nun auch als Beleg für digitale Sicherheit.
Hohe Strafen und globale Auswirkungen
Die EU will mit dem CRA nicht nur Sicherheit, sondern auch Transparenz und Vertrauen im Binnenmarkt schaffen. Verbraucher und Geschäftskunden sollen endlich erkennen können, wie lange ein Hersteller sein Produkt mit Updates unterstützt.
Wer die Vorgaben ignoriert, riskiert viel. Die nationalen Marktüberwachungsbehörden können Produkte vom Markt nehmen oder Rückrufe anordnen. Die finanziellen Konsequenzen sind drastisch: Bußgelder können bis zu 15 Millionen Euro oder 2,5 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes erreichen – je nachdem, welcher Wert höher ist.
Experten sind sich einig: Die Regulierung wird globale Lieferketten verändern. Wer in der EU Geschäfte machen will, muss seine Produkte an die neuen Standards anpassen. Das gilt für Konzerne aus den USA und Asien genauso wie für europäische Mittelständler.
Wettlauf gegen die Zeit bis 2027
Für die Industrie hat ein Countdown begonnen. Die Implementierung der geforderten Prozesse erfordert massive Investitionen in Technologie und Personal. Besonders für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) stellt die Umstellung eine enorme Hürde dar.
Die Meldepflicht ab September 2026 ist nur der erste Schritt. Bis zum 11. Dezember 2027 müssen alle Anforderungen des Gesetzes vollständig umgesetzt sein. Bis dahin müssen interne Abläufe für sicheres Design, Schwachstellenmanagement und Compliance komplett neu aufgestellt sein. Die Europäische Kommission plant für Anfang 2026 erste Leitlinien, um den Übergang zu erleichtern.
Die Botschaft ist klar: In der EU wird Produktsicherheit künftig nicht als optionales Feature, sondern als Grundvoraussetzung für den Marktzugang verstanden. Der Druck auf die Hersteller steigt von Tag zu Tag.
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